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Krieps und Schuch beste Schauspieler Deutscher Fernsehpreis: Jürgen von der Lippe erhält Preis für Lebenswerk

Von dpa

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Ungewohntes Bild: Statt wie gewohnt im Hawaiihemd, kam Entertainer und Ehrenpreisträger Jürgen von der Lippe im Anzug zur Verleihung des Deutschen Fernsehpreises. Foto: dpa/Henning KaiserUngewohntes Bild: Statt wie gewohnt im Hawaiihemd, kam Entertainer und Ehrenpreisträger Jürgen von der Lippe im Anzug zur Verleihung des Deutschen Fernsehpreises. Foto: dpa/Henning Kaiser

Düsseldorf. Das deutsche Fernsehen klopft sich auf die Schulter: In Düsseldorf werden die herausragenden Protagonisten und Produktionen des vergangenen Jahres geehrt – von "Das Boot" bis zu ewigen RTL-Tanzshow "Let's Dance".

Roter Teppich in Düsseldorf: Die deutsche TV-Branche hat die besten Darsteller, Shows und Journalisten des vergangenen Jahres mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. 

"Beste Schauspielerin" und "Bester Schauspieler" wurden Vicky Krieps und Albrecht Schuch. Bei Krieps würdigte die Jury ihre Leistung in der Sky-Serie "Das Boot". Schuch erhielt den Preis für seine Rollen in "Der Polizist und das Mädchen" (ZDF), "Gladbeck" (ARD/Radio Bremen) und "Kruso" (ARD/MDR).

Der Ehrenpreis für das Lebenswerk ging an Jürgen von der Lippe – für Shows wie "Geld oder Liebe". "Ich habe mich jetzt in diesen zu kleinen Anzug gezwängt, um niemanden zu verprellen, bin aber froh, wenn ich ihn irgendwann wieder ausziehen kann", gestand der Moderator vor der Verleihung. Er trug nämlich nicht wie sonst üblich sein obligatorisches Hawaiihemd.

"Gladbeck" schlägt "Bad Banks" und "Das Boot"

Der Mehrteiler "Gladbeck" über das Geiseldrama von 1988 hat beim Deutschen Fernsehpreis den hoch gehandelten Serien "Bad Banks" und "Das Boot" den Rang abgelaufen. Bei der Fernsehpreis-Gala am Donnerstagabend in Düsseldorf fuhr er gleich drei Auszeichnungen ein. Die beiden Serien, die deutlich häufiger nominiert waren, kamen jeweils auf zwei Preise.

Der Zweiteiler "Gladbeck" (ARD/Radio Bremen) gewann in den Kategorien "Bester Mehrteiler" und "Bester Schnitt". Zusätzlich wurde Darsteller Albrecht Schuch, der in "Gladbeck" zu sehen ist, als bester Darsteller ausgezeichnet.

Die Banken-Serie "Bad Banks" (ZDF/Arte) mit Paula Beer und Désirée Nosbusch konnte dafür bei "Beste Regie" (Christian Schwochow) und in der wichtigen Kategorie "Beste Drama-Serie" die Jury von sich überzeugen. Dort setzte sie sich auch gegen den U-Boot-Stoff "Das Boot" (Sky) durch, die in satten neun Kategorien nominiert worden war. Am Ende gewann sie in "Beste Kamera" und stellte mit Vicky Krieps die beste Schauspielerin.

Bei den Filmen setzte sich "Aufbruch in die Freiheit" durch. Der ZDF-Film behandelt das Thema Abtreibung und spielt Anfang der 70er-Jahre in einer Provinzstadt – als der sonntägliche Kirchgang noch Pflicht war und Empfängnisverhütung als des Teufels galt. Die Macher widmeten den Fernsehpreis Frauen, die sich für die Abschaffung des Paragrafen 219a einsetzen.

Die Schauspieler Vicky Krieps und Albrecht Schuch wurden als beste Schauspieler ausgezeichnet. Foto: dpa/Henning Kaiser

Tänzer schlagen Ninja Warriors

Als beste Primetime-Show konnte sich die Tanz-Show "Let's Dance" (RTL) gegen "Ninja Warrior Germany - Die stärkste Show Deutschlands" (RTL) und "Wer weiß denn sowas? XXL" (ARD/HR/NDR) durchsetzen. Bei den Unterhaltungsmoderatoren ging Luke Mockridge unter anderem für "Luke! Die Schule und ich" (Sat.1) als Sieger hervor. Als „Beste Unterhaltung Late Night" wurde "Inas Nacht" (ARD/NDR) mit Kabarettistin, Sängerin und Moderatorin Ina Müller ausgezeichnet.

Als "Beste Comedy" setzte sich „Kroymann" (ARD/Radio/Bremen/SWR/NDR/rbb) mit Maren Kroymann durch. In der Schwester-Kategorie „Beste Comedy-Serie" triumphierte "jerks." (ProSieben/maxdome). Die Trödel-Show "Bares für Rares" (ZDF) mit Horst Lichter wurde "Bestes Factual Entertainment", "ranNFL" von ProSieben und ProSieben MAXX "Beste Sportsendung".

Bei den Dokumentationen bekam "Kulenkampffs Schuhe" (ARD/SWR/HR) die Ehrung. In der Doku wirft die TV-Autorin Regina Schilling als Kind eines Kriegsheimkehrers einen ganz subjektiven Blick auf Deutschlands große Entertainer wie Hans-Joachim Kulenkampff, Peter Frankenfeld und Hans Rosenthal – und entwickelt die These, dass die TV-Stars Therapeuten einer traumatisierten Generation waren. Als beste Auslandsreporterin würdigte die Jury Antonia Rados für ihren Bericht "Jemens langsamer Tod" (n-tv).

Übertragung nur im Internet

Der Deutsche Fernsehpreis wird von den großen TV-Anbietern seit 1999 mit einer Unterbrechung jährlich verliehen. In der Jury saß in diesem Jahr unter anderem Schauspielerin Maria Furtwängler (52). Die Gala 2019 wurde von Barbara Schöneberger und Steffen Hallaschka moderiert. In diesem Jahr wurde sie auch wieder live übertragen – im Internet. Zuletzt war das nicht der Fall gewesen. 

Die Gewinner des Deutschen Fernsehpreises 2019 im Überblick:

  • Bester Fernsehfilm: "Aufbruch in die Freiheit" (ZDF) 
  • Bester Mehrteiler: "Gladbeck" (ARD/Radio Bremen) 
  • Beste Drama-Serie: "Bad Banks" (ZDF/Arte) 
  • Beste Comedy-Serie: "jerks." (ProSieben/maxdome) 
  • Beste Schauspielerin: Vicky Krieps für "Das Boot" (Sky) 
  • Bester Schauspieler: Albrecht Schuch für "Der Polizist und das Mädchen" (ZDF), "Gladbeck" (ARD/Radio Bremen) und "Kruso" (ARD/MDR) 
  • Beste Regie: Christian Schwochow für "Bad Banks" (ZDF/Arte) 
  • Bestes Buch: Mizzi Meyer für "Der Tatortreiniger" (NDR) 
  • Beste Kamera: David Luther für "Das Boot" (Sky) 
  • Bester Schnitt: Ueli Christen für "Gladbeck" (ARD/Radio Bremen) 
  • Beste Musik: Annette Focks für "Die Freibadclique" (ARD/SWR/MDR/NDR/SR) 
  • Beste Ausstattung: Martina Müller (Kostümbild) und Jana Karen (Szenenbild) für "Der große Rudolph" (ARD/BR/WDR/ORF) 
  • Beste Unterhaltung Primetime: "Let's Dance" (RTL) 
  • Beste Unterhaltung LateNight: "Inas Nacht" (ARD/NDR) 
  • Beste Moderation Unterhaltung: Luke Mockridge u.a. für "Luke! Die Schule und ich" (Sat.1) 
  • Beste Comedy: "Kroymann" (ARD/Radio Bremen/SWR/NDR/rbb) 
  • Bestes Factual Entertainment: "Bares für Rares" (ZDF) 
  • Beste Ausstattung Show: Guido Heinz Frinken und Oli Egon Ide für "Das große Backen" (Sat.1) 
  • Beste Information - Auslandsreporter: Antonia Rados für ihren Bericht "Jemens langsamer Tod" (n-tv) 
  • Beste Dokumentation/Reportage: "Kulenkampffs Schuhe" (ARD/SWR/HR) 
  • Bester Doku-Mehrteiler: "Terra X: Die Reise der Menschheit" (ZDF/Arte) 
  • Bestes Infotainment: Jenke von Wilmsdorff für "Jenke macht Mut! Leben mit Brustkrebs (RTL), "Das Jenke-Experiment" (RTL) und "Jenke Über Leben" (RTL) 
  • Beste Sportsendung: ranNFL (ProSieben/ProSieben MAXX) 
  • Ehrenpreis: Jürgen von der Lippe 
  • Förderpreise: Michelangelo Fortuzzi und Lena Urzendowsky (Schauspieler)


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