Peter Dritter, Felix Zweiter Die Königin: Evelyn Burdecki gewinnt das Dschungelcamp 2019

Dschungelkönigin 2019: Evelyn Burdecki gewinnt die 13. Staffel. Foto: TVNOW / Stefan MenneDschungelkönigin 2019: Evelyn Burdecki gewinnt die 13. Staffel. Foto: TVNOW / Stefan Menne

Berlin. Siegt eine Blondine im Fernsehen: In der Rolle des naiven Mädchens besiegt Evelyn im Dschungelcamp 2019 Felix und Peter.

Bevor sie die Siegprämie von 100.000 einstreichen darf, muss Evelyn in die härteste Prüfung. Während Peter Orloff nur durch einen Parcours mit Waranen und Krokodilen klettert und Felix van Deventer den Kopf kurz in Boxen mit Insekten steckt, bekommt Evelyn Burdecki eine Aufgabe, die Respekt einbringt – den Verzehr aller Scheußlichkeiten des Dschungels. Sie gibt alles und zeigt dabei noch einmal alle Facetten ihres RTL-Auftritts. 

Evelyns Körper stößt Hirn ab

Lost geht es mit Evelyn, dem Slapstick-Tollpatsch: Nach ein paar Bissen Lammhirn übergibt sie sich in hohem Bogen. Danach verschluckt sie erfolgreich einen Kamelpenis und sinkt jubelnd zu Boden. Daniel Hartwich weist darauf hin, dass sie im eigenen Erbrochenen kniet. Evelyn kontert mit dem unschlagbaren Satz: „Das esse ich gleich auch noch.“ Noch einmal triumphiert Evelyn als Stimmungskanone, die selbst unter extremen Bedingungen nichts als gute Laune verbreitet. Nach dem Mahl zelebriert sie dann ihre Paraderolle, die Rahmengeschichte für all ihre Pointen – die der fröhlichen Hohlbirne: Wenn sie ihre Schweinelunge nicht runterwürgen konnte, erklärt Evelyn, dann nur, weil sie zu groß war für zwei „Lungenlöcher“ in ihrem Hals. Lungenlöcher?

Anwaltlich verbürgtes Dummchen-Image

Stilblüten wie diese haut Evelyn Burdecki in Serie raus. Mal dichtet sie Erdmännchen eine Schwanzflosse an, mal erfindet sie die „Cobra-11-Schlange“. Ihre Bonmots erhöhen nicht nur den Unterhaltungswert der Show, sondern auch den Marktwert einer Frau, die sich systematisch als Dummchen verkauft. So überflüssig das Rollenfach ist, so virtuos bedient sie es. Zum Beispiel, indem sie ihre Gelehrigkeit mit dem Lapsus lobt, wonach sie ein Fach-Abi hat und nicht etwa „eine Fehlbildung“.

Zeitgleich zu den Ereignissen im Dschungel vertritt ihr Anwalt sie in einem Verkehrsdelikt vor Gericht mit den Worten: „Sie ist zwar sehr hübsch, aber nicht die Hellste.“ Evelyn gehört zu den wenigen Menschen, die ihre angebliche Dummheit anwaltlich verteidigen lassen. Wie schlau sie wirklich ist, beweist nicht zuletzt ihr Sieg über Domenico. In den Dschungel geladen wurden die beiden als Kontrahenten einer Beziehungsschlacht. (Er hatte bereits eine schwangere Freundin, als er sich beim „Bachelor“ öffentlich in Evelyn verliebte – um danach zu Frau und Kind heimzukehren.) Er ist schon mit diesem einen Konflikt überfordert und fliegt als allererster aus dem Camp; für sie ist der Liebeskummer nur Nebenaspekt ihrer großen Erzählung vom hirnlosen Mädchen mit Herz.

Felix und Peter landen auf den Plätzen

Im Finale trifft Evelyn auf den GSZS-Star Felix van Deventer, einen monothematischen Dschungelcamper, der sein ungeborenes Kind mit Krokodilstränen der Rührung vermarktet – und sonst wenig zur Unterhaltung beiträgt. Immerhin: Das reicht für einen zweiten Platz. Auf Rang drei landet der 74-jährige Schlagersänger Peter Orloff. Dass er es nicht auf den Thron schafft, bleibt schade. Es hatte etwas Anrührendes, wie der Veteran der öffentlich-rechtlichen Unterhaltung sich einem Format anzupassen versuchte, das ihm bis fremd bleiben musste. Ein Dschungelkönig, der die eigene Show nicht versteht, wäre charmant gewesen.

Und doch hat RTL mit Evelyn Burdecki eine angemessene Siegerin. Sie mag eine Rolle spielen, und sie bedient ein Frauenbild, zu dem man nur die Augen rollen kann. Und doch ist sie ein lustiger Mensch, an dessen Freundlichkeit sich alle Profilneurotiker der Staffel die Zähne ausgebissen haben. Die Herablassung des dünkelhaftesten Wurstverkäufers, der dubiose Charme des Motivationstrainers – all das giggelt Evelyn mit einer Toleranz weg, die genau weiß: Am Ende sind all die erbitterten Feinde des Dschungels eben doch nur Kollegen, die genau wie sie nicht anders wollen – als im großen Reality-Zirkus ihre Nummer abliefern.

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Die Finalisten: Evelyn, Peter und Felix. Foto: TVNOW



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