Neu im Kino "Yuli": Der Junge muss tanzen!

Von Reinhard Westendorf

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Das mitreißende Tanzdrama „Yuli“ erzählt vom leidvollen Werdegang des kubanischen Balletttänzers Carlos Acosta. Foto: Piffl MedienDas mitreißende Tanzdrama „Yuli“ erzählt vom leidvollen Werdegang des kubanischen Balletttänzers Carlos Acosta. Foto: Piffl Medien

Osnabrück. Inspiriert von seiner Autobiografie, erzählt das mitreißende Tanzdrama „Yuli“ vom leidvollen Werdegang des kubanischen Balletttänzers Carlos Acosta.

Im letzten Jahr wurde der kubanische Balletttänzer und Choreograf Carlos Acosta für sein Lebenswerk mit dem „Queen Elizabeth II Award“ der Royal Academy of Dance ausgezeichnet. 1973 als Sohn eines afro-kubanischen Lkw-Fahrers geboren und in einem Außenbezirk von Havanna in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, wird Acosta 1991 der erste schwarze Solo-Tänzer am English National Ballet in London.

Dabei wollte Carlos als Kind der Straße höchstens Breakdance, aber auf keinen Fall Ballett tanzen. „Ich will Fußballschuhe wie Pelé und keine Strumpfhosen wie die schwulen Hupfdohlen da draußen“, schreit er bei der Bewerbung an der staatlichen Ballettschule seinen strengen Vater Pedro an, der hartnäckig vom Talent seines Jungen als klassischer Tänzer überzeugt ist.

Foto: Piffl Medien

Der Vater gab Carlos auch seinen von einem mutigen Kriegsgott stammenden Rufnamen „Yuli“, der jetzt als Titel des Films über seinen oft schmerzhaften Werdegang dient.

Inspiriert von Acostas Autobiografie „No Way Home“, ist „Yuli“ kein konventionelles Biopic, sondern ein ebenso kühnes wie mitreißendes Tanzdrama. Die spanische Regisseurin Iclar Bollain und ihr britischer Lebenspartner und Drehbuchautor Paul Laverty inszenierten ihre komplexe filmische Adaption auf verschiedenen Zeitebenen mit parallelen Erzählsträngen und dramaturgischen Stilwechseln.  

Emotional bedeutsame Elemente der Lebensgeschichte werden dabei allein durch einnehmende Tanz-Performaces auf einer Probebühne erzählt. Carlos Acostas Charakter wird insgesamt von vier verschiedenen Personen unterschiedlichen Alters dargestellt, auch von ihm selbst.

So anstrengend kunstvoll die Dramaturgie vielleicht klingen mag, so packend und bewegend stellt sich dieses außergewöhnliche Lebens-, Familien- und Künstlerdrama auf der Leinwand dar.

"Yuli": Spanien/ Kuba/ D/ GB/ F 2018, R: Iclar Bollain. D: Carlos Acosta, Santiago Alfonso, Edilson Manuel Olbera Nuñez, Laura de la Zu,; 110 Min., FSK: ab 6; Cinema-Arthouse.


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