IBES 2019 Tag 5 im Dschungelcamp: Wer ist Domenico wirklich?

Tag 5 im Dschungelcamp 2019: Evelyn Burdecki und Domenico de Cicco. Foto: MG RTL D / Stefan MenneTag 5 im Dschungelcamp 2019: Evelyn Burdecki und Domenico de Cicco. Foto: MG RTL D / Stefan Menne

Berlin. Tommi zieht verbal blank, bei Domenico und Evelyn liegen die Nerven blank: Das war Tag 5 im Dschungelcamp.

Ein paar Mal war Tommi Piper im Dschungelcamp schon nackt zu sehen. Aber so richtig in den Schlüpfer gucken lassen die Männer sich erst an Tag 5. Und das obwohl sich gar keiner auszieht. Stattdessen setzt RTL auf verbale Aufklärung. Evelyn beispielsweise fragt Chris, ob er nach vier Tagen ohne Sex heißgelaufen ist. Offenbar nimmt sie an, dass Männer ohne geordneten Samenerguss explodieren. Chris entkräftet die Dampfkessel-Theorie der männlichen Lust – und setzt schon damit einen wertvollen Akzent im Körperdiskurs. 

Tommi ejakuliert nach innen

Tommi berichtet dann sogar von einem gegenläufigen Phänomen: Seine „Scheiß-Prostata“ (Piper) ermöglicht ihm zwar einerseits, den Gang zum Klo fast unbegrenzt aufzuschieben. Andererseits leidet sein Selbstbild, weil seine Orgasmen trocken bleiben. Piper: „Das Ejakulat geht nach innen.“ Das Gespräch nimmt hier eine lustige Richtung: Domenico glaubt nämlich, dass immer noch vom Pinkeln die Rede ist – obwohl Tommi so penetrant von „Eierkulat“ spricht, dass selbst der Argloseste an etwas anderes als die Blase denkt. Vor allem ist Tommis Erfahrungsbericht aber eine interessante Information, zumindest für Männer. Wenn er denn stimmt. Kurz drauf prahlt Tommi mit wüsten Bettgeschichten, die man kaum noch glauben möchte.

Was darf man übrigens dem verkrachten „Bachelor“-Paar glauben? Der Trennungskrach von Domenico und Evelyn eskaliert an Tag 5 so mustergültig, dass – womöglich erstmals in der Formatgeschichte –, ein Kandidat nicht die Dschungelprüfung, sondern die Schatzsuche abbrechen will. Während sie ihm konsequent vorwirft, seine Liebe nur gespielt zu haben, gehen ihm die Posen durcheinander. Mal bietet er an, das Dschungelcamp zu verlassen, um sie zu schonen. Mal meint er, als Entschuldigung für seine Rückkehr zu Frau und Kind reicht ein Hamburger. Mittendrin hat Peter Orloff dann einen großen Moment, als er ins Schlachtfeld stolpert und die Gegner mit den Worten lobt: „Für ein getrenntes Pärchen geht ihr echt toll miteinander um.“ Tatsächlich wirkt Wut im Dschungelcamp selten so echt wie bei diesen beiden, auch wenn mit jedem Wort der Eindruck wächst: Hier tobt weniger das verletzte Gefühl als Angst um Popularitätswerte.

Bluff und Biografie: Wer ist Domenico?

Man geht ja immer davon aus, dass sich im Reality-Sektor in einem alle einig sind: Das Publikum will betrogen werden. Was immer sich „Bachelor“-Kandidaten in ihren Beefs und Battles zumuten – vor dem geistigen Auge sieht man sie danach in der Kantine über die Show lachen, bis sie ordentlich im eigenen Bett verschwinden. Vielleicht – denkt man, wenn Domenico jetzt über Evelyns Management schimpft – ist alles doch viel komplizierter. Vielleicht gehen Bluff und Biografie hier wirklich schrecklich durcheinander, mischen Einflüsterung und Neigung, mediale Notwendigkeit und Selbstüberredung sich hier so schauerlich, dass an Domenico am Ende gar nichts mehr ganz wahr oder ganz gelogen ist.

Begonnen hatte er den fünften Tag im Dschungelcamp mit hässlichen Worten über Sibylle Rauch: „Überleg mal, Porno-Industrie, das ist krank. Sich hinstellen und sich vögeln lassen. Mach dies, mach das“, tuschelte er. „Die war Nutte.“ Zwei Stunden später ist man nicht mehr so sicher, ob sein eigenes Leben sich davon wirklich so sehr unterscheidet.

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