Bachelor 2019 Gewaltdrohung beim „Bachelor“: Isabell geht im Konflikt

Verhängnisvolle letzte Worte: Isabell redet sich beim Bachelor um Kopf und Kragen. Foto: MG RTL DVerhängnisvolle letzte Worte: Isabell redet sich beim Bachelor um Kopf und Kragen. Foto: MG RTL D

Berlin. Isabell geht im Streit. Ist es die Konkurrenz? Der Alkohol? „Der Bachelor“ überzeugt in Folge 2 durch harte Aggression.

Wie gewaltbereit sind die Frauen in der Ladys-Villa? In der zweiten Folge gelingt dem „Bachelor“ eine zügige Eskalation.  

Batida und andere Brandbeschleuniger

„Batida de Coco?“, fragt Jennifer in der zweiten „Bachelor“-Folge mit arglosem Blick. „Trinkt man das pur?“ Hauptsache, man trinkt es in Großaufnahme. Irgendwer muss das Haus am Strand ja bezahlen. Natürlich soll der Alkohol wie auf jeder guten Party auch die Hemmschwellen senken. Entertainment lebt vom Konflikt; und den heizt diesmal nicht nur der Kokoslikör an. Der Bachelor, kulturell interessiert, will seinen Kandidatinnen Mexikos Küche nahebringen, und die besteht bekanntermaßen zu gleichen Teilen aus Avocado-Creme und Tequila.

Und es funktioniert: Selten wurde beim „Bachelor“ so früh so viel gestritten. Zu den Brandbeschleunigern gehört auch eine überraschend aufgetauchte, neue Kandidatin: Nathalia, eine demütigend schöne Frau in goldenen Pailletten, beschreibt ihre Kernqualifikation so: „Ich habe das Problem, dass ich von Frauen gehasst werde, weil ich gut aussehe.“ Tatsächlich zeigt sich aber bald: Nathalia reinzuschicken, ist nicht halb so effektiv wie Gebrauchsgegenstände wegzunehmen. Am Nutzungsrecht eines Handtuchs, das Isabell und Eva jeweils für sich beanspruchen, entzündet sich nämlich der aggressivste Streit dieser Folge: „Du bist der Teufel in Person“, heißt es da. „Du fuckst mich richtig ab.“ Ein Wort gibt das andere, auch weil Lara beim Versuch zu schlichten, zu einer unglücklichen Formulierung greift: „Soll ich dir eine klatschen?“

Kickboxerin der Liebe: Isabell ist raus

Gewalt liegt in der Luft, und zumindest das setzt Isabell nachträglich ins Recht. Beim Gruppendate im Fitnessstudio hatte sie dem Bachelor die Grundtritte des Kickboxens gezeigt – weil ein Mann seine Frau auch im Kampf beschützen muss. Andrej bezweifelt, dass er beim Flirten jemals in Schlägerkreise geraten könnte. Wie man sieht, ist er längst mittendrin.

Überhaupt ist Isabell in Folge 2 die Frau der Stunde. Wenn auch zum letzten Mal. Auch im letzten Konflikt ist sie die Protagonistin: Nach Steffis Engtanz mit dem Bachelor nennt Isabell sie einen ranschmeißerischen „Bauern“ – und begibt sich dabei insofern auf dünnes Eis, als sie selbst gerade einen üblen Twerk hingelegt hat. Andrej macht auf den Widerspruch aufmerksam – „Wenn man vor Fernsehkameras seinen Arsch schüttelt, ist das nicht Anbieten?“ – und kanzelt Isabell dann in einer Weise ab, die im Format der Liebesfloskeln beispiellos ist. Hut ab vor dieser Leistung! Schade, dass der Bachelor sie am Ende ein bisschen verdirbt und Isabell die letzte Rose als letzte Chance anbietet. Sie nutzt den strategischen Fehler, um die Show doch noch aus eigenen Stücken zu verlassen. Und mit erhobenem Haupt und nicht nur mit erhobenem Hintern.

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Bachelor 2019

„Der Bachelor“ und „Die Bachelorette“ sind Partnervermittlungsshows, die Liebe als grausamen Selektionsprozess definieren. Die geistesgeschichtlichen Wurzeln des Formats liegen im Sozialdarwinismus, die programmgeschichtlichen in den USA, wo schon über 20 Staffeln zu sehen waren. In Deutschland hat RTL dem ersten Bachelor 2003 seine Kandidatinnen zugeführt, die erste Bachelorette wurde 2004 verkuppelt. Im Frühjahr 2019 läuft „Der Bachelor“ in der neunten Staffel. Hahn im Korb ist der Profi-Sportler Andrej Mangold.

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