Unbelehrbar: Vera Int-Veen Schwiegertochter gesucht: Das erste Traumpaar ist da

Schwiegertochter gesucht 2019: Marco und Bernd sind Vera Int-Veens neue Traummänner. Foto: MG RTL DSchwiegertochter gesucht 2019: Marco und Bernd sind Vera Int-Veens neue Traummänner. Foto: MG RTL D

Berlin. Über Schwache lachen: In der zwölften Staffel von „Schwiegertochter gesucht“ macht Vera Int-Veen weiter wie bisher.

Weitermachen und Kuchen essen: Trotz Böhmermanns „Verafake“ und jahrelanger Kritik führt Vera Int-Veen auch in der zwölften Staffel von „Schwiegertochter gesucht“ ihre Kandidaten vor. Eine Bestandsaufnahme der ersten Folge: 

Petting, Fehlgeburt und Rechtschreibfehler

Ihr Traumpaar hat Vera Int-Veen diesmal schon vor Drehbeginn gefunden: Marco und Bernd. Gemeinsam beziehen die beiden eine Finca auf Malle, wo RTL sie mit vier Frauen zusammenbringt. Der Auslandsdreh ist teuer, aber trotzdem eine sichere Investition: Beide Kandidaten haben sich in früheren Staffeln bewährt. Gerade Marco hat dabei wirklich alles gegeben. Seine gescheiterte Beziehung zu Nicole durfte die Kamera bis ins Intimste begleiten – vom Petting bis zur Fehlgeburt. Selbst beim Frauenarzt wurde damals gedreht.

Wenn RTL ihn gleich wieder als Lachnummer einführt, wirkt es angesichts der Vorgeschichte geradezu harmlos: Als Marco einen Einkaufszettel schreibt, geht der Kameramann nah ran. Ha, ha, ha! Er weiß schon, dass was Lustiges kommt: „Fingerfood“ wird bei Marco zu „Fuht“, „Käse“ schreibt er „K-E-S-S-E“. Willkommen bei „Schwiegertochter gesucht“, der Sendung, bei der sich jeder für was Besseres halten darf, der „Käse“ buchstabieren kann.

Vera schmeckt der Tiefkühl-Kuchen

Zum Käse, den RTL serviert, gehört diesmal ein Kaffeeklatsch beim schüchternen Schweißer Waldemar und seiner Mutter. Die 84-jährige Elsbeth schließt eine dicke Partnerin für ihren Sohn aus – nennt Vera Int-Veen allerdings im gleichen Atemzug eine Traumfrau. Die beißt zufrieden in Elsbeths Kuchen. Und das, obwohl er nicht mal selbstgebacken ist, sondern – wie sie der alten Dame entlockt – beim Norma gekauft. Int-Veen: „Norma, Lidl, Aldi – ist alles eins. Schmeckt mir aber.“ Man sieht’s.

Danach schickt die Moderatorin Waldemar seine drei Frauen hoch. Die hatte sie mit einer Flasche Sekt sprichwörtlich an der Straße zwischengeparkt. Célia bringt ihren dreibeinigen Hasen mit, den Elsbeth, erklärte Nagetier-Gegnerin, mit einer Banane füttern muss. Danach beichtet die alte Frau unter Tränen ihre Angst vor dem Pflegeheim.

Beim letzten Junggesellen der ersten Folge – er heißt ebenfalls Marco – kommen Tierliebe und letzte Dinge dann zusammen: Marcos Mutter präsentiert eine Art Urne, in der sie die ausgekämmten Haare ihres toten Hundes verwahrt. Unter dem guten Einfluss des verstorbenen Haustiers futtert sie Fruchtgummi und erklärt ihrem Sohn, für welche Frauen er sich interessieren soll.

„Verafake“? Na, und?

Als hätte Jan Böhmermann nie seinen „Verafake“-Coup gelandet, macht „Schwiegertochter gesucht“ also weiter wie bisher: Unter dem Vorwand der Lebenshilfe verschafft Vera Int-Veen sich Zugang zu Deutschlands skurrilsten Sofaecken – und blamiert die Besitzer mit Nahaufnahmen der hässlichsten Winkel. Wer keine Selbstachtung mehr hat, kann dabei nach Herzenslust über Schwächere lachen.

In Wahrheit kennen wir die ewigen Junggesellen und die verschrobenen Haustier-Muttis, die Deko-Kissen und Zier-Engelchen, über die RTL sich jetzt schon in der zwölften Staffel beömmelt, natürlich alle aus der eigenen Familie. Man könnte all das lustig und liebevoll erzählen. Dazu müsste man aber zuallererst ein Herz im Leib haben – und nicht nur die tiefgekühlten Torten von Aldi, Lidl und Norma.

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