Kosten für ARD, ZDF und Deutschlandradio Dafür wird der Rundfunkbeitrag ausgegeben

Teure Technik: Allein der NDR unterhält Studios an 24 Standorten. Foto: dpa/Marcus BrandtTeure Technik: Allein der NDR unterhält Studios an 24 Standorten. Foto: dpa/Marcus Brandt

Hamburg. Rund acht Milliarden Euro kommen jährlich durch den Rundfunkbeitrag zusammen. ARD und ZDF wollen den Beitrag aber trotzdem erhöhen – die Einnahmen entsprächen nicht mehr dem realen Aufwand. Wofür aber wird das ganze Geld gebraucht?

17,50 Euro: So hoch ist der monatliche Rundfunkbeitrag seit dem 1. April 2015. Jährlich macht das rund acht Milliarden Euro. Noch bis 2020 soll sich daran nichts ändern, dann aber könnte der Betrag erhöht werden. Wie der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm sagt, entsprechen die Einnahmen nicht mehr dem realen Aufwand. Wofür aber wird das Geld überhaupt ausgegeben? 

15 Cent für "Tatort" und "Polizeiruf 110"

12,31 Euro der insgesamt 17,50 Euro gehen seit dem 1. Januar 2017 an die ARD, die restlichen 5,19 Euro an das ZDF (4,36 Euro), das Deutschlandradio (50 Cent) sowie die Landesmedienanstalten (33 Cent). Der Betrag für die ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland) ist vor allem auch deswegen so viel höher, weil damit auch die Fernseh- und Hörfunk-Regionalprogramme (unter anderem NDR, WDR und SWR) finanziert werden, aber auch das nationale Erste Deutsche Fernsehen, Tagesschau 24, One, ARD-Alpha, Kika, Arte und 3sat, anteilig Phoenix sowie die Videotext- und Onlineangebote. 

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Auf ihrer Website hat die ARD aufgeschlüsselt, wie die Gelder weiter verteilt werden. Beispielsweise gehen 15 Cent an die Produktion von "Tatort" und "Polizeiruf 110", allein eine "Tatort"-Folge soll bis zu 1,5 Millionen Euro kosten. 71 Cent gehen in den Bereich Sport – für die Berichterstattung sowie die Lizenzen – hinzu kommen 15 Cent für die regionale Sportberichterstattung der Dritten Programme. 

Zwölf Orchester, acht Chöre, vier Bigbands

Doch nur ein Teil der Gesamtsumme fließt in das Programm. Allein 43 Cent kostet der Verwaltungsaufwand, den Rundfunkbeitrag überhaupt einzuziehen. 41 Cent kosten die Musikensembles: Insgesamt unterhält die ARD zwölf Orchester, acht Chöre und vier Bigbands. Neben den mehr als 1.000 Konzerten pro Jahr sollen diese auch einen Beitrag zur kulturellen Bildung leisten, insbesondere für Kinder und Jugendliche in Partnerschaft mit Schulen. Die Bildungsprojekte erreichten im Zeitraum 2017 bis 2018 laut ARD-Angaben insgesamt etwa 174.000 Besucher.

Aber auch Equipment und Personal, Verwaltung, IT und Marketing kosten Geld. Insgesamt gibt es neun Landesrundfunkanstalten, unter anderem der SWR hat 35 Standorte, der WDR 20, der BR zehn. Der NDR unterhält Studios an 24 Standorten: Drei in Hamburg, fünf in Schleswig-Holstein und vier in Mecklenburg-Vorpommern, dazu kommen sechs Studios und sieben Korrespondentenbüros in Niedersachsen. 

Rundfunkbeitrag wird nicht von ARD und ZDF bestimmt

Da für all diese Kosten inzwischen Gelder aus der vorgeschriebenen Beitragsrücklage verbraucht werden, fordern ARD und ZDF auf eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags. Selbst bestimmen können sie das allerdings nicht. Festgelegt wird das durch die Landesparlamente, die sie in Form eines Staatsvertrags festlegen. 


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