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Dritte Superheldenserie gecancelt Daredevil endet nach Staffel 3: Warum stellt Netflix Marvel-Serien ein?

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Die Serie "Daredevil" wurde von Netflix abgesetzt. Doch Charlie Cox könnte als Comicheld auf dem Streamingdienst von Disney wieder auftauchen. Foto: David Lee/NetflixDie Serie "Daredevil" wurde von Netflix abgesetzt. Doch Charlie Cox könnte als Comicheld auf dem Streamingdienst von Disney wieder auftauchen. Foto: David Lee/Netflix

Osnabrück. Der Streamingdienst Netflix stellt die Comicserie „Daredevil“ ein. Damit ist die Produktion der dritten Marvel-Serie beendet, vor Kurzem wurden auch „Luke Cage“ und „Iron Fist“ abgesetzt. Möglicher Grund: Die Gründung des neuen Streamingdienstes von Disney.

Keine guten Nachrichten für Fans der Marvel-Serien: Mit „Daredevil“ verschwindet die dritte Comicverfilmung vom Streamingsdienst Netflix. Erst vor Kurzem wurde bekannt gegeben, dass es keine weiteren Staffeln von „Luke Cage“ und „Iron Fist“ geben wird. (Weiterlesen: Marvel‘s Daredevil Staffel 2: Warum die Netflix-Serie so gut ist)

"Daredevil": Hat der Superheld noch eine Zukunft bei Disney?

„Auch wenn es für die Fans schmerzhaft ist, ist es besser, das Kapitel auf dem Höhepunkt zu beenden“, teilte der Streamingdienst in einem Statement zum Aus für „Daredevil“ mit, aus dem mehrere US-Medien zitierten. Die Serie solle jedoch noch lange auf Netflix verfügbar bleiben. Interessant in dem Statement ist die Aussage, dass die Figur von Daredevil, die von Charlie Cox verkörpert wird, „in weiteren zukünftigen Projekten von Marvel weiterleben“ soll. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Serie möglicherweise auf dem neuen Streamingdienst von Disney fortgeführt wird. (Weiterlesen: Marvel-Serien: Wer sind Daredevil und die Agents of S.H.I.E.L.D.?)

Zieht "Daredevil" zum neuen Streamingdienst von Disney um?

Der US-Unterhaltungsriese Disney, zu dem mittlerweile auch die Marvel Studios gehören, hatte bereits im vergangenen Jahr die langjährige Zusammenarbeit mit Netflix gekündigt. Disney will 2019 einen eigenen Streamingdienst auf den Markt bringen. Für Netflix bedeutet das, dass viele Filme und Serien nicht mehr angeboten werden können. Im Jahr 2019 dürften zukünftige sichere Hits wie „Toy Story 4“ und „Frozen 2“ Disneys Streaming-Service schmücken. Und Disney-Filme wie „Star Wars Episode VIII“ und „Avengers 4“ werden dann auch nicht mehr bei Netflix zu sehen sein. International werden die Rechte zum Teil langfristig anders verteilt – so werden in Deutschland viele neue Disney-Filme bei Sky gestreamt. (Weiterlesen: Disney kündigt Streamingdienste)

Wie die US-Webseite comicbook.com schreibt, könnte es aber auch sein, dass "Daredevil" und die anderen Marvel-Serien nicht von Disney fortgeführt werden. Disney führt in den USA Kooperationen mit den Sendern ABC und Freeform sowie dem Video-On-Demand-Dienst Hulu. ABC produziert unter anderem die Marvel-Serie "Agents of S.H.I.E.L.D", Hulu ist unter anderem bekannt für die dystopische Serie "The Handmaid's Tale".

Da "Daredevil" eine Altersfreigabe ab 18 Jahren aufgrund der drastischen Gewaltdarstellungen hat, ist es fraglich, ob Disney als familienfreundlicher Konzern die Serie in altbewährter Form fortführen wird. Da ist es realistischer, dass ein Sender wie Hulu oder ABC die Serie übernimmt. Denn bei den "Agents" und auch "The Handmaid's Tale" gibt es ebenfalls teilweise harte Szenen. 

Einer der Co-Produzenten von "Daredevil", Sam Ernst, hat über Twitter bekannt gegeben, dass es merkwürdig war, in den Raum der Drehbuchautoren mit der Nachricht zu gehen, dass die Serie eingestellt wird. In dem Raum gab es bereits Entwürfe für die vierte Staffel, "... it was f***g cool", so Sam Ernst weiter. Er bedauert die Einstellung von "Daredevil" zutiefst, sagt aber auch: "Das ist eben das Business."

Mit "Daredevils" Absetzung stirbt ein Aushängeschild von Netflix

Ob nun die Superhelden Daredevil, Luke Cage und Iron Fist zu Disney umziehen, ist ungewiss. Zu der Riege an Marvel-Helden gehören noch „The Punisher“, dessen zweite Staffel demnächst auf Netflix anläuft, und „Jessica Jones“, ihre dritte Staffel soll nächstes Jahr veröffentlicht werden. Die Schicksale der beiden Serien ist noch ungewiss, angesichts der Absetzung der anderen Serien ist es aber wahrscheinlich, dass sie nicht fortgeführt werden. Die Superheldenversammlung „Defenders“ wurde bereits nach der ersten Staffel von Netflix wieder eingestellt. Das könnte aber auch mit dem mangelnden Erfolg zusammenhängen.

„Daredevil“ hingegen war das erste Superhelden-Aushängeschild von Netflix: Die erste Staffel der düsteren Comicserie bekam sehr gute Kritiken, auch Staffel 2 und 3 überzeugten Fans und Kritiker. Das Ende von Staffel 3 hatte zwar keinen weitreichenden Cliffhanger, als Ende einer Serie funktioniert es aber eher nicht. (Weiterlesen: Marvel’s Daredevil auf Netflix: Wer ist der Punisher?)

"Daredevil" überzeugt in drei Staffeln mit facettenreichen Antagonisten

Die Comicverfilmung „Marvel’s Daredevil“ ist anders als alles, was Marvel in den vergangenen Jahren auf die Bildschirme gebracht hat. Radikal, mutig und düster. In den 13 Folgen der ersten Staffel wird die Geschichte des blinden Jungen Matt Murdock (Charlie Cox) erzählt. In der zweiten Staffel, die seit März 2016 komplett auf Netflix abrufbar ist, geht Daredevils Kampf weiter. Neue Antagonisten wie der Punisher (Jon Bernthal) und Elektra (Elodie Yung) machten Matt Murdock das Leben schwer, und auch die Konflikte mit seinen Freunden Karen Page (Deborah Ann Woll) und Foggy Nelson (Elden Henson) ließen Matt verzweifeln. (Weiterlesen: Marvel‘s Daredevil: Charlie Cox im Gewissenstest)

In Staffel 3, die seit dem 19. Oktober 2018 verfügbar ist, taucht endlich Daredevils Erzfeind wieder auf: Wilson Fisk alias "Kingpin". Vincent D'Onofrio spielte bereits in Staffel 1 den exzentrischen Bösewicht überzeugend und angsteinflößend, in Staffel 3 setzt der Schauspieler noch eine Schippe drauf. Neu hinzugekommen ist in Staffel 3 Benjamin "Dex" Poindexter, Fans besser bekannt als "Bulls Eye" (Wilson Bethel).

Offizielle Zahlen gibt es von Netflix zwar nicht, aber Daredevil war im vergangenen Jahr eine der am meisten raubkopierten Serien und die Kritiken waren überwiegend sehr positiv. Da die Serie zu den Marvel-Studios und Disney gehört, ist sie Teil des Marvel-Film-Universums an der Seite der „Avengers“. Dennoch hat sie ein Alleinstellungsmerkmal: die Brutalität. Nirgendwo werden bei Marvel und Disney so herausragende Kampfszenen filmisch umgesetzt und choreografiert, sie wirken wie martialische Tänze. Daher ist die Serie auch erst ab 18 Jahren, untypisch für den Familienkonzern Disney. (Weiterlesen: Marvel‘s Daredevil: Seit wann wird bei Marvel gefoltert?)

(mit dpa)


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