Ihr Leben nach Cindy aus Marzahn Ilka Bessin wünscht „Fack ju Göhte“-Star für Film-Biografie

Keine Spur mehr von Cindy aus Marzahn. Ilka Bessin hat sich neu erfunden. Foto: Mathias BothorKeine Spur mehr von Cindy aus Marzahn. Ilka Bessin hat sich neu erfunden. Foto: Mathias Bothor
Mathias Bothor

Berlin. Wer soll Ilka Bessin in der Verfilmung ihrer Biografie spielen? Wie hat die einstige Cindy aus Marzahn sich nach ihrer Telefonsex-Erpressung gefühlt? Und wie schmeckt Biberratte aus dem Ofen? Ein Interview mit der Comedy-Königin zu ihrer Biografie "Abgeschminkt".

Vor zwei Jahren verabschiedete sich Ilka Bessin von ihrer Kunstfigur Cindy aus Marzahn. Jetzt ist die Komikerin wieder da – mit einer Reihe von RTL-Projekten und mit einer ungewöhnlich offenen Autobiografie. In „Abgeschminkt“ erinnert sie sich an eine trotz Schlägen glückliche Ost-Kindheit, an die Hartz-IV-Jahre und den kometenhaften Aufstieg als Comedy-Star. Und an unglückliche Beziehungen in denen sie ausgenutzt, betrogen und mit Telefonsex-Mitschnitten erpresst wurde. Im Interview erzählt sie, wie sie sich bei alledem fühlte.

Frau Bessin, zu den Leckereien Ihrer Jugend, lese ich in Ihrer Biografie, gehörten Biberratten. Ein Arme-Leute-Essen?

Es klingt vielleicht gruselig, hat aber nichts mit armen Leuten zu tun. Biberratte war was Besonderes. In Luckenwalde gab es einen Züchter, bei dem meine Mutter die gekauft hat, fertig ausgenommen und abgezogen. Das kommt dann wie ein Kaninchen in die Röhre. Es schmeckt, aber es ist auch ein Weilchen her, dass ich es gegessen habe.

Als Sie Cindy aus Marzahn erfunden hatten, kam der Erfolg schnell – und mit ihm das Geld. Waren Sie vom ersten Tag an geschmackssicher oder haben Sie Fehlkäufe hingelegt?

Damals habe ich zuerst mal meine Wohnung eingerichtet, und leider steckte ich in meiner Bordeaux-Rot-Phase. Mein Schlafzimmer war einfarbig: Schrank, Bett, Sessel – alles Bordeaux. Bei den Ausgaben habe ich es aber nicht übertrieben. Meine Sofas haben 678 Euro gekostet; und ich habe geguckt, dass alles lang hält. Es ist nicht so, dass ich wahnsinnig durchgedreht bin.

Ein erster unverhoffter Reichtum waren die 100 D-Mark Begrüßungsgeld nach dem Mauerfall. Ihr Buch verschweigt, wofür das draufgegangen ist.

Für ein Micky-Maus-Shirt und ein Impuls-Spray, das weiß ich noch wie heute. Ein West-Deo-Spray. In der DDR hatten wir Undine, das roch nach Apfel. Die Teenie-Ausgabe war pink-schwarz kariert und hieß „Action“. So roch meine Jugend.

1989 trug man zu weite und zu bunte Polyester-Pullis. Wer die nicht hatte, kam aus dem Osten. Könnten Sie auf alten Fotos noch unterscheiden, wer aus Ost und aus West kam, oder sehen Sie da vor allem den miesen Geschmack der 80er? 

Ich glaube, man sieht nur noch die 80er. Bunte und verrückte Klamotten hatten wir zu DDR-Zeiten auch. Das Problem war nur, dass acht Leute in der Klasse den gleichen Anorak anhatten, weil alle im gleichen Laden gekauft haben. „Jugendmode“ hieß er in Luckenwalde. Und da war die Auswahl nicht groß.

Für Sie war sie ein bisschen größer, weil Ihr Vater als Fernfahrer ins nicht-sozialistische Ausland durfte, weshalb Sie sich mit West-Bonbons beliebt machen konnten. Das Muster zieht sich durch Ihre Biografie – bis hin zum Mann, den Sie eingestellt haben, weil Sie unglücklich in ihn verliebt waren.

Und natürlich ist es eine doofe Idee, sich Sympathien kaufen zu wollen. Das ist mir damals aber nicht aufgefallen. Damals hat sich das richtig angefühlt. Gedanken macht man sich über so was ja erst, wenn man älter wird. Und wenn man dann richtig alt ist, weiß man, was man alles verkehrt gemacht hat.

In Ihrem Buch nennen Sie zum Beispiel Verträge, die anderen mehr genutzt haben als Ihnen.

Und die ich unterschrieben habe, weil ich keine Ahnung hatte. Ich hatte keine Ahnung vom Fernsehen und wusste nicht, dass man sowas mit einem Anwalt bespricht. Ich kam direkt aus der Arbeitslosigkeit und habe meinem Gegenüber vertraut.

Haben Sie später überschlagen, was Ihnen durch die Lappen gegangen ist.

Ja, habe ich. Und trotzdem habe ich dem Geld keine Träne nachgeweint. Da wird man nur doof im Kopf. Natürlich kann man sich den halben Tag darüber aufregen, wenn einem jemand die Vorfahrt nimmt. Man kann sogar hinterherfahren und ihn am nächsten Parkplatz anschreien. Aber was bringt das? Am Ende grübelt man darüber nach, ob der andere vielleicht einen ganz wichtigen Grund hatte, zu schnell zu fahren, und fühlt sich schlecht.

Wenn man nichts tut, auch. Sie erzählen von einem Bernie, der Ihnen mehrere Tausender nicht zurückgezahlt hat …

… und das Geld vor Gericht als Honorar für sexuelle Dienstleistungen bezeichnet hat. Es ist passiert. Es ist traurig, aber ich kann es nicht ändern.

Hätte man den angeblichen Stricher dann nicht mit einer Anzeige wegen Steuerhinterziehung drankriegen können?

Natürlich kann man das. Aber man kann sich auch sicher sein, dass die Presse das alles mitbekommt und dann ist man in Erklärungsnot. Und dann das Schamgefühl: Wieder auf die Fresse geflogen, wieder auf den Falschen gesetzt, wieder gehofft, dass man geliebt wird. Wieder durch einen dummen Zufall erfahren, dass bei dem Mann noch eine Freundin zuhause sitzt.

Sie haben in einem noch mieseren Fall gezahlt, als ein Mann Sie mit dem Mitschnitt eines Telefonflirts erpresst hat, vielleicht eines eher heißen Flirts.

Haha! Ein Flirt! Ich finde das sehr charmant, wie Sie das umschreiben. So klingt es richtig stilvoll.

Ich komme von einer Regionalzeitung und scheue wohl einfach nur das Wort Telefonsex.

Dabei hat das wahrscheinlich jeder Zweite schon mal gemacht, und das ist doch auch in Ordnung. Trotzdem schämt man sich.

Obwohl das Beschämende nur darin besteht, dass jemand das Intimste ausbeutet, um einen anderen aufs Kreuz zu legen.

Natürlich sehen wir beide das so, aber es gibt heute keine Grenzen mehr. Leider Gottes kann man in die Menschen nicht reingucken. Natürlich rechnet man nicht damit, dass der Mann mit dem charmanten Lächeln sich umdreht und einem das Messer in den Rücken stößt. Das hat mich sehr verletzt und viel gekostet, Zeit und Nerven, aber zerbrochen hat es mich nicht. Ich bin ja auch nicht die Erste der so etwas passiert. Als Mann kann man eine coole Anekdote draus machen; ich habe mich einfach nur geschämt. Mir war es wichtig, auch dieses Kapitel meiner Geschichte zu erzählen, sodass hoffentlich andere aus meinem Fehler lernen. Niemand darf sich erpressen lassen. Schämt euch nicht und geht zur Polizei.

Haben Sie sich auch deshalb ausnutzen lassen, weil Sie als Kind von Ihren Eltern geschlagen wurden?

Das glaube ich nicht; ich hatte ja trotzdem wirklich eine schöne Kindheit. Klar, habe ich auf den Hintern bekommen. Aber damit habe ich mich nicht allein gefühlt; das war die Zeit. 80 Prozent der Leute hatten dieselbe Kindheit wie ich. Bei den Männern war später einfach nur das Problem: Ich konnte nicht einschätzen, wer es gut mit mir meint. Ich wusste nicht, wer ehrlich zu mir ist. Wenn du vom Erfolg überrannt wirst, wenn dich auf einmal alle mit Liebeserklärungen überschütten, bist du nur noch überfordert.

Ein wichtiges Kapitel Ihrer Biografie sind die Hartz-IV-Jahre, die Sie fast wie eine Depression beschreiben …

Wobei mir Depression zu stark ist; das ist eine Krankheit. Hartz IV bekam ich von 2001 bis 2003, und in diesen Jahren habe ich in einer eigenen Welt gelebt: Um 14 Uhr bin ich aufgewacht, dann habe ich „Vera am Mittag“ geguckt, obwohl ich das schon aus der Nacht davor kannte. Es lief ja nichts anderes. Dann habe ich mir Essen gemacht. Wenn ich Bock hatte, hab ich geduscht. Wenn nicht, dann nicht. Dann habe ich mich wieder hingelegt und weitergeguckt.

Wie kommt man da raus, wenn man nicht im „Quatsch Comedy Club“ entdeckt wird. Muss die Politik was anders machen, die Wirtschaft, kann man sich allein aus dem Loch holen?

Es hört sich bescheuert an, aber damals habe ich mir immer gewünscht, dass unten im Arbeitsamt ein Friseur aufmacht. Damit man ermuntert wird, auf sich zu achten. Das Wichtigste ist, dass die Leute im Arbeitsamt sich Zeit für den nehmen, der vor ihnen sitzt. Natürlich muss man den Leuten einen Job besorgen, aber vor allem muss man sie ermutigen, wieder Verantwortung zu übernehmen. Dafür muss man Ihnen Selbstbewusstsein geben. Und natürlich einen Anreiz: Warum soll man arbeiten gehen, wenn man bei Vollzeit nicht mehr 1000 Euro kriegt, sondern 1200? Natürlich sagt man bei 200 Euro Unterschied, dass es nicht lohnt. Da fehlt es mir an der Wertschätzung von Arbeit.

Cindy aus Marzahn war mit ihrer Energie ein Gegenentwurf zu Ihrer Antriebslosigkeit. War die Figur eine Form der engagierten Kunst? 

Als es mit Cindy aus Marzahn losging, habe ich nicht darüber nachgedacht, ob ich das Sprachrohr der Arbeitslosen werde. Ich wollte mir einfach nur Geld dazuverdienen, ich wollte auf die Bühne. Zum Sprachrohr wurde ich dann mit dem Erfolg und der Aufmerksamkeit gemacht.

Ihr Abschied von der Figur beginnt mit einem Lanz-Talk …

… bei dem er sich mit der CDU-Frau Julia Klöckner gegenseitig Komplimente für ihr schönes Aussehen gemacht hat. Minutenlang. Ich saß daneben und wollte mal über wichtigere Dinge reden. Wie verbessern wir die Pflege? Wie reformiert man Hartz IV? Wann passen wir die Löhne an? Warum sagen wir nicht einfach, ab morgen kriegen die Rentner 200 Euro mehr im Monat? Wir sind doch kein armes Land.

Als Cindy treten Sie nicht mehr auf, weil Sie ernstere Anliegen vortragen wollen. Warum geht das nicht im rosa Jogginganzug? Bei Lanz hatten Sie den doch auch noch an.

Cindy war müde und musste einfach gehen. All ihre Geschichten waren zu Ende erzählt.

Am Beginn Ihrer Karriere hat ein Kollege sich über einen geklauten Witz beschwert.

Aber echt. Der hat sogar im Büro angerufen. Ich hatte den Witz von meinem Vater, und der hatte ihn wahrscheinlich im Fernsehen gehört. In meiner Branche missgönnt man dem andern die Butter auf dem Brot. Für mich hört es da auf, wo man ganze Programme kopiert – aber eine einzelne Pointe? Von Otto Waalkes habe ich zum Beispiel mal das Wort „leberwurstgrau“ geklaut; das habe ich ihm sogar gesagt.

Und umgekehrt?

Ich habe mal bei meinen Eltern gegrillt. Und da war so ein Gartenfest mit einer Komikerin aus Luckenwalde. Die hat eine ganze Reihe von meinen Gags rausgehauen, mit Mikro. Wir haben alles gehört und uns totgelacht. Da habe ich schon mal geguckt, ob die mir auch noch ähnlich sieht. War aber nicht so; das war eine ältere Dame.

Haben Sie mal was Materielles geklaut?

Meinem Vater wollte ich mal eine teure Tasse schenken, da habe ich das Preisschild geändert. An der Kasse hatte ich Schweißausbrüche, das schlechte Gewissen hat mich aufgefressen. In letzter Minute hat mich dann der Mut verlassen und ich habe der Frau gesagt, dass da vielleicht ein Fehler mit dem Preis passiert ist. Ich habe auch mal alle meine Freunde zum Eis-Essen eingeladen, mit dem Portemonnaie meiner Mutter. Sie hat mir verziehen.

In der größten Geldnot haben Sie später als Telefonsex-Domina gearbeitet, aber gleich wieder aufgehört …

… weil man den Glauben an die Menschheit verliert. Ich hab den größten Respekt vor der Arbeit. Gott sei Dank darf jeder machen, was er will. Aber ich konnte es nicht für voll nehmen. Am Abend gehst du auf die Straße und bei jedem Kerl, den du siehst, denkst du: Der hat sie nicht alle. Wer weiß, was der für ein Kostüm zuhause hat.

Wer hat mehr Trinkgeld gekriegt – Sie oder die Kellnerinnen mit der Konfektionsgröße 36, über die Ihr Buch klagt?

Ich habe ganz sicher nicht weniger bekommen. Damals habe ich wirklich gutes Trinkgeld bekommen und konnte davon leben – was heute ja nicht mehr möglich ist. Ich war einfach immer lauter und habe Stimmung gemacht. Die anderen Mädchen haben sich stattdessen die Haare gekämmt.

Und wer hat als „Wetten, dass ..?!“-Assistentin mehr verdient: Sie oder Michelle Hunziker?

Michelle Hunziker habe ich auch so mal getroffen, und ich muss ehrlich sagen: Die ist ja wirklich schön, selbst ungeschminkt. Sie ist supernett, ich war stolz, sie kennenzulernen – und habe nicht nach ihren Gagen gefragt.

Und bei „Promi Big Brother“? Oliver Pocher oder Sie?

Naja, Olli ist viel länger im Geschäft. Als der bei Bärbel Schäfer in seinem blauen Satinhemd saß und seinen ersten Auftritt als Komiker hatte, saß ich zuhause auf meinem Hartz-IV-Sofa und hab zugeguckt. Ich kenne ihn ein bisschen privat, mag ihn sehr und halte ihn für einen der besten Unterhalter, die wir haben. Wenn der moderiert, hab ich Spaß.

Sie oder Ihre Ghostwriterin Sabine Jürgens, wer wird mit der Biografie reich?

Sabine Jürgens hat schon tolle Bücher geschrieben und ich hoffe wirklich, dass sie mit dem Buch auch gutes Geld verdient und einen tollen Urlaub macht.

Wie lief die Zusammenarbeit?

Wir haben uns meistens bei ihr zuhause getroffen. Oder telefoniert. Wenn ich nach Köln fahre, habe ich ja sechs, sieben Stunden Zeit zu telefonieren. Wir haben Geschichten erzählt, zusammen geweint. Sie hat auch viel von sich erzählt. Das war ein interessantes Projekt.

Wann und wo wird das Buch verfilmt?

Vielleicht bei Netflix? Oder doch bei RTL? Mit Veronica Ferres in einer Doppelrolle? Wir gucken, was kommt. Bislang gibt’s noch keine Pläne.

Wer spielt die junge Ilka?

Ich selbst, na hören Sie mal, da gibt es äußerlich bislang ja kaum einen Unterschied. Haha! Jella Haase wäre cool; mit der habe ich mal gedreht. Ich mag aber auch Schauspielerinnen, die noch nicht so bekannt sind. Auf der Tour kam mal ein Mädchen auf die Bühne, die sah aus wie Cindy aus Marzahn und hatte wirklich die Haare, die ich als Perücke aufgesetzt hatte. Die war so bezaubernd, dass ich gefragt habe, ob ich sie mal drücken darf. Die könnte ich mir gut vorstellen. Ich denke auch, wir würden die wiederfinden.

Sie waren bei RTL, dann bei Sat.1 und kehren jetzt zu RTL zurück. Was unterscheidet die neuen Sendungen?

Die Quote.

Lief es bei Sat.1 nicht gut?

Egal, bei welchem Sender ich mich austoben durfte – ich war prinzipiell der Meinung, dass es gut gelaufen ist. Andere sehen das dann anders. Bei Sat.1 durfte ich viel ausprobieren; manches hat nicht funktioniert. Man ist nicht zu allem geboren. RTL war für mich immer der gemischte Salat mit Hähnchenbrust; Sat.1 war der Quinoa-Salat – man muss alles mal probieren. Zu RTL passe ich vielleicht besser, und jetzt kann ich da wieder tolle Sendungen machen wie „Zahltag“ oder das „Arm Reich Experiment“.

Ist eine Rückkehr zu „Promi Big Brother“ damit ausgeschlossen? Seit Sie weg sind, machen da Ex-Zuhälter Witze über ihr Sklavenhalter-Image, TV-Astrologen verkaufen sich als Wohltäter – und keiner gibt denen eins auf den Deckel.

„Promi Big Brother“ war für mich immer eine tolle Sendung. Eingreifen kann ich aber erst wieder, wenn RTL die Show übernimmt. So sind die Verträge.

Tourdaten:

Im Februar 2019 geht Ilka Bessin mit einem Programm zu „Abgeschminkt“ auf Tour. Die Termine: 

04.02.2019 : Berlin, Quatsch Comedy Club, 

05.02.2019 : Berlin, Quatsch Comedy Club, 

06.02.2019 : Berlin, Quatsch Comedy Club, 

12.02.2019 : Kassel, Kongress Palais, 

13.02.2019 : Weimar, CCN Weimarhalle, 

15.02.2019 : Bremen, Pier 2, 

18.02.2019: Halle/Saale, Steintor Variete Halle,

19.02.2019: Hannover, Theater am Aegi, 

20.02.2019 : Magdeburg, Altes Theater, 

22.02.2019 : München,Freiheizhalle, 

23.02.2019: Dresden, Alter Schlachthof, 

26.02.2019 : Stuttgart, Theaterhaus, 

27.02.2019 : Gera, Kultur- und Kongresszentrum 

28.02.2019 : Schwerin, Sport- und Kongresshalle.


Ilka Bessin

Ilka Bessin wird am 18. November 1971 in Luckenwalde geboren. Ihre Mutter ist Näherin, ihr Vater Lkw-Fahrer bei der Deutrans, für die er Waren in den Westen transportiert. Noch vor der Wende wird Bessin in einer Großküche als Köchin ausgebildet, danach arbeitet sie als Kellnerin in der Erlebnisgastronomie, steigt zur Geschäftsführerin auf und lebt nach einer überraschenden Entlassung mehrere Jahre von Arbeitslosengeld II. Nach einer Zeit als Kreuzfahrt-Unterhalterin versucht sie eine Initiativbewerbung in der Gastronomie des „Quatsch Comedy Club“, gerät dabei eher versehentlich in einen Talentwettbewerb, für den sie die Rolle der Cindy aus Marzahn erfindet. Die Figur der rosaroten Hartz-IV-Prinzessin macht sie über Nacht zum preisgekrönten Star der Comedy-Szene. Als Cindy tourt Bessin durch Deutschland, bespielt Formate bei RTL und Sat1 und wird Co-Moderatorin bei Unterhaltungstankern wie „Wetten, dass ..?!“ und „Promi Big Brother“. 2016 verabschiedet sie sich von der Figur. Zusammen mit der Autorin Sabine Jürgens hat sie jetzt ihre Biografie „Abgeschminkt“ geschrieben. (288 Seiten. Heyne Verlag. 15 Euro.)

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