The Crown, Making a Murderer und Peaky Blinders Spannend und lustig: Top-Serien für einen Marathon

Von Manuela Kanies, Corinna Berghahn, Yannick Richter, Daniel Benedict, Meike Baars und Louisa Riepe

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Die Suche nach dem Mörder seiner Partnerin wird für Kommissar River zur Suche nach sich selbst. Foto: Nick Briggs/BBC/NetflixDie Suche nach dem Mörder seiner Partnerin wird für Kommissar River zur Suche nach sich selbst. Foto: Nick Briggs/BBC/Netflix

Osnabrück. Die Erfolgsserien „Game of Thrones“ und „The Walking Dead“ sind Ihnen zu brutal, „Stranger Things“ und „Spuk in Hill House“ zu gruselig? Dann haben wir hier ein paar alternative Tipps für einen Serienmarathon für Sie: The Crown, Chef's Table, Making a Murderer, River, Black Spot, Grace und Frankie, Sneaky Pete, Peaky Blinders, 4 Blocks.

The Crown

Wenn die Briten etwas können, dann sind es Period Dramas, also Fernsehstücke, die mit historischen Kostümen und auf gewitzten Drehbüchern basierend mitreißende Geschichten erzählen. The Crown ist keine Ausnahme, sondern tatsächlich eine Krone dieses Genres.

Alles dreht sich hier im Königin Elizabeth die Zweite von England: Von ihrer Ehe mit einem vom Hof nicht gern gesehen Mann, dem Tod ihres Vaters, ihrer im Fernsehen übertragenen Krönung im Jahr 1952 und ihrer Taktik gegenüber sich allwissend fühlenden Staatsmännern, die ihr zwar Rapport stehen müssen, aber von dem Mädchen hinter der Königin erst einmal keine hohe Meinung haben. Nicht zu vergessen ihre wilde Schwester, ihre steife Mutter und ihre Ehe mit einem Mann, der ungern einen Schritt hinter seiner königlichen Frau wandelt – und deshalb auch Nebenwege beschreitet.

Claire Foy und Matt Smith überzeugen in der Netflix-Serie "The Crown" als Königin Elisabeth II. und Prinz Philip. Foto: Robert Viglasky/Netflix

Ist das historisch korrekt? Nun ja, es ist sicher korrekter als alle Geschichten über die Royals, die in der Regenbogenpresse auftauchen. Zudem ist es ist wunderbar gespielt und ausgestattet: Caire Foy ist großartig als Elizabeth, Matt Smith als ihr Gatte Philip ein liebenswerter Ekel. Doch heimlicher Star der ersten Staffel ist John Lithgow, der dem in mehrerer Hinsicht schwergewichtigen Premierminister Sir Winston Churchill eine Präsenz gibt, die ihm diverse Fernsehpreise einheimste.  

Hier kann die Serie geschaut werden: Die ersten zwei Staffeln der Serie sind auf Netflix abrufbar. Vier weitere werden folgen, die das Leben der Queen in späteren Jahren erzählen. So werden wir wohl in Zukunft auch Zeugen von Diana und Charles Ehefiasko werden. Die Hauptrollen der kommenden Staffeln werden zudem mit neuen Schauspielern besetzt, um das Altern der Windsors realistisch nachzustellen. (cob)


Sie möchten mal wieder so richtig losheulen bei einer Serie? Dann lesen Sie unsere Tipps zu den traurigsten Serien aller Zeiten.

River

Ein trauernder Kommissar will den Mord an seiner Partnerin aufklären. John River musste mit ansehen, wie „Stevie“ auf offener Straße erschossen wurde. Erst mit ihrem Tod wird dem alternden Polizisten klar, dass das, was ihn mit seiner Kollegin verband, Liebe war. Sie war die einzige, die den kauzigen Ermittler verstand. Die wusste, wie sie es zu nehmen hatte, wenn River mal wieder mit den Toten sprach.

Nur er kann sie sehen. Sie erscheinen ihm, um ihm etwas mitzuteilen. Auch die ermordete „Stevie“ taucht immer wieder lebensecht vor River auf. Sie flüstert ihm etwas zu, sie bringt ihn zum Lachen, sie schreit ihn an. Wird River verrückt? 

Kommissar River spricht mit den Toten. Auch seine ermordete Partnerin „Stevie“ erscheint ihm immer wieder. Foto: BBC/Netflix

Die nach ihrer Hauptfigur genannte BBC- und Netflix-Miniserie verwischt die Grenzen zwischen Krimi und Psychodrama. Die Suche nach Stevies Mörder wird für River zur Suche nach sich selbst. Was bleibt von einer Seele, wenn sie ihren Seelenverwandten verliert?  

Der schwedische Charakterdarsteller Stellan Skarsgård spielt den leidenden Polizisten zwischen Genie und Wahnsinn so authentisch, dass keine falsche Sentimentalität aufkommt. Ohne Tränen lassen sich die todtraurigen sechs Folgen trotzdem kaum durchstehen. (meba)

Hier kann die Serie geschaut werden: Netflix, 1 Staffel, 6 Folgen à 60 Minuten.


Sie mögen spannende Serien? Dann könnte Ihnen auch die Thriller-Serie "Bodyguard" gefallen. Lesen Sie dazu unsere ausführliche Kritik.

Making a Murderer

18 Jahre lang saß der Amerikaner Steven Avery unschuldig in Haft. Zwei Jahre nach seiner Freilassung wird eine Frau ermordet. Avery gehört zu den Letzten, die sie lebend gesehen haben, und wird erneut verurteilt: lebenslänglich. Ist er diesmal wirklich schuldig? Oder wurde von den Ermittlern aufs Kreuz gelegt, von denen er nach dem ersten Fehlurteil eine Entschädigung von 36 Millionen Dollar einklagen wollte?

Die Doku "Making a Murderer" rekonstruiert einen realen Kriminalfall. Foto: Netflix

Mit ihrer Dokumentation „Making a Murderer“ verfolgen Laura Ricciardi und Moira Demos einen realen Kriminalfall, der sich als einer der größten Justizskandale aller Zeiten entpuppen könnte. Die Parteinahme für den Verurteilten macht die Serie schon im Titel vom „konstruierten Mörder“ deutlich. Aber selbst Menschen, die Avery für schuldig halten, können hier atemlos erleben, wie zweifelhaft vieles ist, das vor Gericht als vermeintlicher Beweis vorgelegt wird. In der zweiten Staffel, die seit Kurzem bei Netflix verfügbar ist, schließt die Geschichte an die Gegenwart an – die für den seit 2005 einsitzenden Avery kaum noch Hoffnung bietet. (dab) 

Hier kann die Serie geschaut werden: Netflix, 2 Staffeln, jeweils 10 Folgen


4 Blocks

Die deutsche Drama-Serie „4 Blocks“ erzählt die Geschichte der Hamadys, ein arabischer Familienclan, der in Berlin-Neukölln mit illegalen Geschäften sein Unwesen treibt. Erpressung, Gewalt, Mord: Im Kampf um die Vorherrschaft in der Berliner Unterwelt schrecken die Hamadys vor nichts zurück. Beim Versuch, den Einfluss der Familie auszubauen, müssen die Clan-Mitglieder Konkurrenten aus dem Weg räumen. Dass die Polizei die Gangster längst ins Visier genommen hat und dazu einen Spitzel in den Clan einschleuste, macht das Leben der Hamadys nicht einfacher. 

Der Hamady-Clan sieht nicht nur böse aus, er verhält sich auch so. Foto: Turner Broadcasting System Europe Limited & Wiedemann & Berg Television GmbH & Co.

Da die kriminellen Machenschaften arabischer Familienclans aktuell von Politik und Medien stark thematisiert werden, besticht die Serie vor allem dadurch, dass sie am Puls der Zeit ist. Sie spielt mit schillernden Klischees, liefert fiktive Einblicke in das Leben in einer Parallelgesellschaft und verdeutlicht dabei, dass Fiktion und Realität mitunter dicht beieinander liegen können.  

Die erste Staffel wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter ein Grimme-Preis und drei Auszeichnungen beim Deutschen Fernsehpreis. Herausragend in der Serie ist Schauspieler Kida Khodr Ramadan, der das Clan-Oberhaupt Ali "Toni" Hamady verkörpert. Aber auch die anderen Darsteller wie Frederick Lau, Almila Bagriacik oder der Musiker Vesel Gelin glänzen in ihren Rollen.

Allerdings: Wer die Serie schauen will, sollte hart im Nehmen sein. Denn mit Themen wie Mafia-Leben, Drogenkrieg und Kriminalität bringt die Serie freilich auch eine gewisse Portion an Brutalität und Blutvergießen mit sich. (yari)

Hier kann die Serie geschaut werden: Aktuell läuft die zweite Staffel auf TNT-Serie, unter anderem über Sky empfangbar; 2019 will auch ZDFneo die neue Staffel zeigen, die erste Staffel ist auf Amazon Video Prime abrufbar.


Lesen Sie dazu auch unsere ausführliche Kritik zu "4 Blocks".

Black Spot

Im französischen Dorf Villefranche geht es düster zu: Abgelegen mitten in den Bergen, umgeben vom düsteren Wald und einer Sumpflandschaft schotten sich die Dorfbewohner ab und kämpfen gegen die Einsamkeit. Mitunter mit reichlich Alkohol. Die Mordrate dort ist hoch, zu hoch, als dass die französische Regierung es länger verdrängen kann. Deshalb kommt der motivierte Bezirksstaatsanwalt Franck Siriani (Laurent Capelluto) nach Villefranche. Er bringt frischen Wind in die Dorfgemeinde, die ihn mit ihrem Sarkasmus lange ins Leere laufen lässt. Allen voran Polizistin Laurène Weiss, die selbst ein düsteres Geheimnis hütet.

In der Serie "Black Spot" geht es düster zu: Major Weiss (links) und Staatsanwalt Siriani müssen schwere Kriminalfälle lösen. Foto: JP BALTELPPLLL/Amazon

Staffel 1 von „Black Spot“ umfasst nur acht Episoden, die zwar jeweils einen Kriminalfall der Woche aufklären, aber von einem roten Faden durchzogen sind: Ein Mädchen ist verschwunden und außer Major Weiss und ihrer Tochter scheint niemand wirklich daran interessiert zu sein, herauszufinden, was mit ihr passiert ist. Die Fälle sind düster mit einem Hauch Mystery, die Rollen großartig besetzt: „Black Spot“ entwickelt schnell den spannenden Sog, den es für einen Serienmarathon braucht. (kan)

Hier kann die Serie geschaut werden: Amazon Prime, Staffel 1, 8 Folgen, Staffel 2 ist in Planung

Sie mögen düstere Serien mit faszinierenden Hauptdarstellern? Dann schauen Sie doch mal in die Serie "Taboo" mit Tom Hardy rein. Wir haben alle Informationen zur Amazon-Serie zusammengefasst.

Peaky Blinders

Die Drama-Serie „Peaky Bilders“ spielt sich im Birmingham in den 1920er-Jahren kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ab. Die Peaky Blinders stehen dabei im Mittelpunkt. Sie sind eine Bande, die in den Slums der britischen Metropole ihr Geld mit illegalen Wetten, Schutzgelderpressung und Schwarzmarkthandel verdient. An der Spitze des „Familienunternehmens“ steht Thomas Shelby, gespielt von Cillian Murphy. Er ist traumatisiert durch seine Erlebnisse als Freiwilliger während des Ersten Weltkriegs.

Um die Expansion seines Unternehmens voranzutreiben, ist dem ehrgeizigen Anführer der Bande fast jedes Mittel recht. Folgerichtig kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen mit rivalisierenden Banden und anderen Gegnern. Zu den Kontrahenten zählen unter anderem die Irisch-Republikanische Armee (IRA), kommunistische Revolutionäre, die jüdische Mafia, eine italienische Ganoven-Familie und ein umtriebiger Polizeiinspektor. Aber auch innerhalb des eigenen Unternehmens muss das Familien-Oberhaupt etliche Brandherde löschen.

Saubere Kleidung, schmutzige Geschäfte: So läuft es bei den Peaky Blinders um die drei Brüder Arthur Shelby (Paul Anderson, l.), John Shelby (Joe Cole, Mi.) und Thomas Shelby (Cillian Murphy, r.). Foto: Tiger Aspect/Robert Viglasky

Zwar sehen die Peaky Blinders mit ihren gestreiften weißen Hemden, ihren braunen Tweed-Sakkos und ihren Schiebermützen brav und friedlich aus. Doch so adrett sie auch gekleidet sind, sauber bleibt ihre Kleidung nie lange. Denn: Ein Konflikt jagt den nächsten. Mit seiner charismatischen Art, seinem fast weiblichen wirkenden Babyface und seinen riesig wirkenden blauen Augen schafft es Hauptdarsteller Cillian Murphy, den Zuschauer in seinen Bann und auf seine Seite zu ziehen. 

Die von der British Broadcasting Corporation (BBC) produzierten Serie glänzt durch erstklassige Schauspieler (neben Cillian Murphy sind unter anderem auch Tom Hardy und Adrien Brody dabei), starker Handlung und einer aufwendigen Gestaltung. Ein moderner Rock’n’Roll-Soundtrack mit Musik von Nick Cave, Tom Waits und den White Stripes rundet die geniale Serie ab. (yari)

Hier kann die Serie geschaut werden: Die ersten vier Staffeln der Serie sind auf Netflix abrufbar. Eine fünfte Staffel wird aktuell abgedreht. Sie soll 2019 auf Netflix und Arte laufen.


Sie mögen spannende historische Serien? Dann könnte Ihnen die Krimi-Serie "Ripper Street" gefallen. Lesen Sie dazu unsere ausführliche Kritik.

Grace und Frankie

Entweder muss man lachen oder weinen: Die Netflix-Serie „Grace und Frankie“ überzeugt mit überspitzt gezeichneten Charakteren, die alle so liebenswürdig sind, dass man sie gerne zum Abendessen einladen möchte. Familienstreitigkeiten inklusive. Das Chaos in den beiden Familien von Grace (Jane Fonda) und Frankie (Lily Tomlin) beginnt, als ihre Männer Robert (Michael Sheen) und Sol (Sam Waterston) eröffnen, dass sie schwul sind und sich seit Jahrzehnten lieben. Die betrogenen Ehefrauen verlieren daraufhin ihre heile Welt und müssen sich zusammen im Strandhaus neu zurechtfinden. Die beiden Frauen kennen sich zwar schon seit Jahrzehnten, haben sich aber nie sonderlich gut verstanden.

Der chaotische Hippie Frankie und die spießige Grace finden während ihrer ungewollten Wohngemeinschaft zueinander und lernen auch ihre Ex-Männer neu kennen. Traurig wird es, wenn allen klar wird, wie lange die Affäre zwischen den Männern lief, wie schwer sie ihre Frauen verletzt haben und wie ihnen dadurch Jahrzehnte des Glücks gestohlen wurden. Doch die Gegenwart ist auch lustig: Spießerin Grace hat ihr Essen durch Alkohol ersetzt und muss die verrückten Trips von Frankie, die gerne zum Joint greift, aushalten. Die beiden Damen über 70 machen bald aus der Not eine Tugend und verlieben sich sogar neu.

Spießerin Grace (Jane Fonda, rechts) und Hippie Frankie (Lily Tomlin) raufen sich zusammen. Foto: Karen Ballard/Netflix

„Grace und Frankie“ ist ein wilder Trip in schöner Kulisse: Im stilvollen Strandhaus in San Diego zoffen und lieben die beiden Frauen sich, während ihre Ex-Männer verwundert sind über die Selbstständigkeit ihrer Ex-Frauen. Wilde Slapstick-Einlagen und Sprüche unter der Gürtellinie gibt es in der Comedyserie nicht, dafür Dialoge voller Sarkasmus, die Tücken des Alters und Streitereien, wie sie jede Familie kennt. (kan)

Hier kann die Serie geschaut werden: Netflix, 4 Staffeln mit jeweils 13 Folgen, 2019 soll Staffel 5 folgen.

Lesen Sie zu "Grace und Frankie" auch unsere ausführliche Kritik.


Sneaky Pete

In der US-amerikanischen Krimi-Serie „Sneaky Pete“ geht es um den Trickbetrüger Marius Josipović, gespielt von Giovanni Ribisi. Nachdem der Mittdreißiger nach mehreren Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wird, macht Josipović mit dem weiter, was er am besten kann: Er lässt seiner kriminellen Energie freien Lauf.

Als Marius Josipović tritt der Kriminelle allerdings nicht in Erscheinung. Weil er von der Mafia gesucht wird, macht er sich stattdessen die Identität eines alten Zellengenossen namens Pete Murphy zunutze. Unter seinem neuen Namen schleicht er sich in das Kautionsgeschäft „seiner“ Großeltern ein. Schnell wird ihm dabei jedoch klar, wie anstrengend es sein kann, zwei Leben gleichzeitig, aber dennoch getrennt voneinander zu leben.

Schauspieler Giovanni Ribisi glänzt in „Sneaky Pete“ durch Raffinesse, Geschick und Charme. Foto: CBS Broadcasting Inc./Amazon/Eric Liebowitz

Der Trickbetrüger muss einen Spagat meistern. Um nicht aufzufliegen und der Mafia zu entkommen, verstrickt sich Josipović in Lügen und Widersprüchen. Auf der anderen Seite gefällt ihm sein neues Leben. Im nie gekannten Familienleben blüht er regelrecht auf. Pikanterweise hat er es während seiner neuen Arbeit selbst mit vielen Gaunern zu tun. Mit Geschick, Charme und seinem kriminellen Potential gelingt es ihm, die Gangster dingfest zu machen.  

Drehbuch und Idee zur Serien stammen von Bryan Cranston (unter anderem durch seine Rolle als Walter White in der preisgekrönten Serie „Breaking Bad“ bekannt). „Sneaky Pete“ ist zum Teil Drama und zum Teil Krimi. Sowohl die Handlung als auch die Aktionen des Hauptcharakters sind von jeder Menge Raffinesse geprägt, sodass die Serie nie langweilig wird. (yari)

Hier kann die Serie geschaut werden: Staffel eins und zwei der Serie sind auf Amazon Video Prime abrufbar. Eine dritte Staffel soll dort 2019 folgen.


Sie mögen Krimi-Serien mit einem Twist? Dann schauen Sie doch mal in die Netflix-Serie "The Sinner" rein. Wie gut die Serie ist, verraten wir Ihnen in einem ausführlichen Beitrag.

Chef’s Table

Eine Vorspeise für 70 Euro, bestehend aus fünf verschieden-alten Sorten Parmesan, in unterschiedlichen Texturen und Temperaturen. Klingt verrückt und unverschämt teuer? Sicher. Aber wer die erste Folge der Netflix-Serie „Chef‘s Table“ gesehen und nur ein kleines bisschen für Käse übrig hat, der wird dieses Gericht probieren wollen.

„Chef‘s Table“ blickt hinter die Kulissen der besten Restaurants der Welt. Der Zuschauer erlebt Spitzenköche in ihrem Element, in der Küche, und bemerkt dabei Erstaunliches. Zum Beispiel im Umgang der Genies mit ihren Angestellten: Der eine ist ein besessener Perfektionist und gestattet keine Nachlässigkeiten, der andere ist ein Kumpeltyp, der aus den Fehlern und Missgeschicken kreative Ideen entwickelt.

"Chef's Table" blickt hinter die Kulissen der besten Restaurants der Welt. Foto: Netflix

Gleich für die erste Folge der inzwischen fünf Staffeln war das Film-Team 2015 zu Besuch in Modena, in der Osteria Francescana von 3-Sterne-Koch Massimo Bottura. Auf der Liste der 50 weltbesten Restaurants steht es aktuell auf Platz eins. Man bekommt einen guten Eindruck, wie es dort hin gekommen ist: wie Chefkoch Massimo sich von seiner italienischen Nachbarin in die Kunst des Pasta-Machens einweihen ließ, wie er durch seine amerikanische Frau Inspiration für die Haute Cuisine fand, wie das Paar zusammenhielt, als der Erfolg des Restaurants noch auf sich warten ließ.

„Ein Aal schwimmt den Fluss Po hinauf“, „Der knusprige Teil der Lasagne“ oder „Ups, ich habe den Zitronenkuchen fallen gelassen“ - solche Gerichte stehen in der Osteria Francescana heute auf der Karte. Man muss es als besondere Leistung der Serien-Macher um David Gelb einstufen, dass dem Zuschauer beim Anblick der exquisiten Speisen - in dieser, wie in allen weiteren Folgen - das Wasser im Munde zusammenläuft. Film kann schließlich weder Gerüche, noch Geschmäcker transportieren. „Chef‘s Table“ macht dieses Manko durch die pure Bildgewalt wieder wett.

Die Serie ist so beliebt, dass Netflix inzwischen 26 Folgen über Köche aus aller Welt veröffentlicht hat. Als bisher einziger deutscher Küchenchef wurde in der dritten Staffel Tim Raue mit seinem Zwei-Sterne-Restaurant in Berlin porträtiert. (lori)

Hier kann die Serie geschaut werden: Netflix, 5 Staffeln, 26 Folgen


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