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Andrew Lincolns unwürdiger Abschied The Walking Dead: Rick Grimes beste und schlimmste Momente

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Das waren noch Zeiten: Rick Grimes (Andrew Lincoln) in der allerersten Folge von "The Walking Dead" auf der Suche nach seiner Familie. Foto: Gene Page/AMCDas waren noch Zeiten: Rick Grimes (Andrew Lincoln) in der allerersten Folge von "The Walking Dead" auf der Suche nach seiner Familie. Foto: Gene Page/AMC

Osnabrück. Eine der erfolgreichsten Serien der Welt verliert ihren Hauptdarsteller: Kann das gut gehen? Die besten und schlimmsten Momente von Rick Grimes in der Zombieserie „The Walking Dead“.

Achtung, im Text folgen Spoiler!

Der Aufschrei in der Fangemeinde war groß, als Hauptdarsteller Andrew Lincoln seinen Ausstieg aus der Erfolgsserie „The Walking Dead“ im Juli verkündete. In Staffel 9 ist die Reise von Rick Grimes zu Ende - zumindest in der TV-Serie. Denn der US-Sender plant drei Filme, in denen Ricks Schicksal nach Folge 5 gezeigt wird. (Weiterlesen: So geht es in "The Walking Dead" ohne Rick Grimes weiter)

Mit Rick Grimes startete eine der erfolgreichsten Serien der Welt, aber mit Rick Grimes wird sie nicht enden: Kann „The Walking Dead“ den Ausstieg des Hauptdarstellers verkraften? Wie sich im Laufe der Staffeln zeigt, ist der Ex-Polizist schon lange austauschbar. Hier ein paar seiner besten und schlimmsten Momente zum Beweis.

„The Walking Dead“ Staffel 1: Viele denkwürdige Szenen in nur sechs Folgen

Die Atmosphäre in der ersten Folge von „The Walking Dead“ schlägt jeden in den Bann, der postapokalyptische Szenarien liebt: Ein Polizist erwacht im Krankenhaus nach einem mehrwöchigen Koma, ganz allein, umringt von Leichen. Auf der Suche nach seiner Familie und der Antwort auf die Frage, was passiert ist, muss Rick Grimes einige harte Entscheidungen treffen.

Mittlerweile ein Klassiker: Die Szene, in der Rick Grimes im Krankenhaus die Tür findet, auf der steht: "Don't open, dead inside" (auf Deutsch: Nicht öffnen, hier sind Tote drin). Foto: AMC

Staffel 1 beweist: Weniger ist mehr. Die erste Staffel umfasst nur sechs Folgen, erst danach wurde aufgestockt. In den sechs Episoden trifft Rick auf einige wichtige Mitstreiter, zum Beispiel Glenn Rhee (Steven Yeun), Daryl Dixon (Norman Reedus) und Carol Peletier (Melissa McBride), die ihn fast alle bis zum Ende in Staffel 9 begleiten. Unvergessen, weil besonders eklig: Die Szene, in der Glenn und Rick sich mit Zombie-Innereien einschmieren, um zu fliehen (Episode 1, Folge 2). (Lesen Sie dazu auch unsere Zusammenfassung von Staffel 1)

Eklige Angelegenheit: Rick (Andrew Lincoln) und Glenn (nicht im Bild) schmieren sich mit Innereien und Blut der Zombies ein, um unter ihnen wandeln zu können. Damit retten sie einige Menschen aus einer ausweglosen Situation in Atlanta. Foto: AMC

„The Walking Dead“ Staffel 2: Ricks Kampf gegen Shane

Staffel 2 mit 13 Episoden dreht sich einerseits um die Suche nach Carols verschwundener Tochter Sophia, dem Zusammenleben auf einer Farm und damit dem ersten Zusammentreffen auf mit Maggie (Lauren Cohan) und Hershel Greene (Scott Wilson), andererseits aber auch um den eskalierenden Konflikt zwischen Rick und seinem einstigen besten Freund Shane (Jon Bernthal). Shane hat mit Ricks Frau Lori (Sarah Wayne Callies) eine Affäre, sie kehrt in Staffel 1 aber zu Rick zurück und eröffnet ihm in Staffel 2, dass sie schwanger ist. Doch von wem ist das Kind? 

Verhängnisvolle Dreiecksbeziehung zwischen Shane Walsh (Jon Bernthal), Rick Grimes (Andrew Lincoln) und Lori Grimes (Sarah Wayne Callies) in The Walking Dead. Foto: Matthew Welch/AMC

Die bemerkenswerteste Szene in Staffel 2 und möglicherweise in der gesamten Serie, weil es an Tragik kaum zu überbieten ist, ist der Moment, in dem Carols Tochter Sophia als Zombie aus der Scheune auf der Farm herauskommt. Rick erbarmt sich und erschießt das Zombiemädchen. Dieser Moment der Hoffnungslosigkeit prägt den weiteren Verlauf der Staffel. (Lesen Sie dazu auch: Dramatische Finalfolgen von The Walking Dead im Vergleich)

Sophia (Madison Lintz) wird von Rick Grimes (Andrew Lincoln) in Episode 7 erschossen. Foto: Gene Page/AMC

Denn Ricks moralische Grundsätze brechen erstmals auf, als er in einer verlassenen Bar auf zwei Fremde trifft und diese zuerst erschießt, ohne Fragen zu stellen (Episode 8). Dieses Vorgehen ist ein ewiger Streitpunkt zwischen ihm und Shane: Was tut man alles, um seine Familie zu beschützen? Fremde in die Gruppe aufnehmen oder töten? Und wie geht man mit anderen Meinungen innerhalb der Gruppe um? In Ricks Fall heißt das am Ende von Staffel 2 für ihn, Shane zu töten. Und anschließend zu erklären: "Das ist hier keine Demokratie mehr." (Lesen Sie dazu auch unsere Zusammenfassung von Staffel 2)

Rick Grimes (Andrew Lincoln) tötet Shane Walsh (Jon Bernthal) in Episode 12, der mehr und mehr zur Gefahr für die Gruppe wird. Und für Ricks Führerschaft. Foto: Gene Page/AMC

„The Walking Dead“ Staffel 3: Ricks Verlust

Loris Schwangerschaft stellt die Gruppe vor große Versorgungsprobleme: Essen ist knapp, die Zombies sind ihnen auf den Fersen und es gibt keine sicheren Schlafplätze. Bis sie das ehemalige Gefängnis finden. Das bis Staffel 5 zur neuen Heimat wird. Dort wird Loris und Ricks Tochter Judith geboren, dabei stirbt Lori. (Lesen Sie dazu auch unsere Zusammenfassung von Staffel 3)

Die Szene, in der Rick von Loris Tod erfährt, ist meisterlich von Andrew Lincoln gespielt - wurde aber trotzdem zu einem der berühmtesten Memes der Serie.

Carl Grimes (Chandler Riggs), Rick Grimes (Andrew Lincoln) und Maggie Greene (Lauren Cohan) betrauern in Staffel 3, Episode 4, den Tod von Lori Grimes. Foto: Gene Page/AMC

„The Walking Dead“ Staffel 4: Der Kampf gegen den Governor geht weiter

Um seinen Sohn Carl zu zeigen, dass es auch ohne Brutalität geht, legt Rick seine Waffe ab und lässt sich von Hershel zeigen, wie Pflanzen angebaut werden. Außerdem züchtet er Schweine. Das Leben ist ruhig im Gefängnis nach den Ereignissen in Woodbury und dem Kampf gegen den Governor, ein Rat hat sich gebildet und Rick hat sich als Anführer zurückgezogen, während Michonne weiterhin den flüchtigen Governor sucht.

Rick Grimes (Andrew Lincoln) führt in Staffel 4 das Leben eines Farmers und hat seinen Chefposten abgegeben - der Frieden währt aber nicht lange. Foto: Gene Page/AMC

Der Frieden währt aber nicht lange: Erst gibt es Mörder in den eigenen Reihen, dann kehrt der Governor (David Morrissey) zurück und zerstört das Gefängnis endgültig, nachdem er Hershel enthauptet hatte. Daraufhin zieht die Gruppe zersplittert durch die Gegend auf der Suche nach einem neuen Heim. Als sein Sohn Carl bedroht wird, zerreißt Ricks moralischer Kompass erneut und er beißt einem seiner Gegner die Kehle durch.

Die Wege führen alle ins mysteriöse Terminus. Doch wer dort ankommt, wird gefangengenommen. Die letzte Folge von Staffel 4 endet mit Ricks berühmten Worten: "Sie legen sich mit den falschen Leuten an." (Weiterlesen: Warum ist "The Walking Dead" so erfolgreich?)

„The Walking Dead“ Staffel 5: Die neue Zuflucht

Ricks mörderische Einstellung findet bereits in Folge 3 von Staffel 5 ihren neuen Höhepunkt: Er schlachtet die Kannibalen aus Terminus in einer Kirche regelrecht ab. Seine Brutalität scheint keine Grenzen mehr zu kennen, wenn es um die Sicherheit seiner Familie geht. Bereits die erste Folge der fünften Staffel war so brutal wie nie zuvor, so dass sie im deutschen Pay-TV zuerst nur geschnitten gezeigt wurde. (Lesen Sie dazu auch unsere Kritik von Folge 3 "Vier Wände und ein Dach")

Doch es geht nicht nur eklig in der fünften Staffel zu. Die Gruppe um Rick findet schließlich Zuflucht in der abgeschirmten Gemeinde Alexandria. Gegen Ende der Staffel wird es aber auch in Alexandria brutal, als Rick auf Befehl der Anführerin Deanna den gewalttätigen Arzt Pete tötet - mittlerweile wird es zum Standard, Ricks Gesicht voller Blut zu sehen. Dennoch ist es durchaus sehenswert, wie der Ex-Polizist erneut durchdreht. (Lesen Sie dazu auch unsere Kritik der letzten Folge von Staffel 5)

Andrew Lincoln als blutbeschmierter Rick Grimes in Episode 15 von Staffel 5. Foto: Gene Page/AMC

„The Walking Dead“ Staffel 6: Miese Cliffhanger und schlechte Lovestories

In Staffel 6 gibt es Lichtblicke, aber auch richtig schlechte Entwicklungen. Das Wichtigste vorweg: Rick rasiert sich endlich den Bart!

Das war ja nicht mehr mit anzusehen: Rick rasiert sich endlich! Foto: Gene Page/AMC

Dann klappt's auch endlich mit den Frauen! Frisch rasiert verzaubert Rick als erstes Jessie, deren Mann er im Finale von Staffel 5 tötete.

Rick Grimes und Jessie (Alexandra Breckenridge) haben eine kurze Liason. Foto: Gene Page/AMC

Da Jessie jedoch recht schnell das Zeitliche segnet, wendet sich Rick Michonne (Danai Gurira) zu. (Lesen Sie dazu auch: Warum Folge 10 von Staffel 6 von "The Walking Dead" ein Desaster ist)

Danai Gurira als Michonne und Andrew Lincoln als Rick Grimes werden in Episode 10 von Staffel 6 zum Liebespaar. Foto: Gene Page/AMC

Leider verkommt Staffel 6 damit zur Seifenoper - und macht dank schlechter Cliffhanger die Fans sauer. Glenns Schicksal bleibt mehrere Folgen lang im Dunkeln, auch Rick kann sich ziemlich leicht vor einer Zombieherde retten. Für wichtige Entwicklungen ist in Staffel 6 daher kaum Platz. (Lesen Sie dazu auch: Die Höhen und Tiefen von Staffel 6 von "The Walking Dead")

„The Walking Dead“ Staffel 7: Kampf gegen Negan - und gegen schlechte Effekte

Diese Staffel geht in die Geschichte der "The Walking Dead"-Folgen mit den miesesten Effekten ein. Höhepunkt war das schlecht animierte Reh, das Rick auf einem alten Rummelplatz gesehen hat. (Sehen Sie dazu auch unsere Übersicht über die schlechten Effekte.)

Dazu noch ein weiterer schlechter Cliffhanger, Michonnes angeblicher Tod, der bei Rick kurz für Entsetzen sorgt - voilá, ein neuer Tiefpunkt.

Was dabei ganz in Vergessenheit gerät: Ricks Kampf gegen Negan (Jeffrey Dean Morgan), der durchaus spannende Momente bereit hält - aber auch zeigt, wie sehr sich Rick vom moralischen Anführer zum gewissenlosen Killer gewandelt hat, der nicht davor zurückschreckt, andere Menschen einfach im Schlaf zu ermorden.

Rick und Negan. Foto: Gene Page/AMC

Nicht zu vergessen: Der Kampf zwischen Rick und dem Metall-Zombie auf der Müllhalde.

Ricks Kampf gegen den Zombie auf der Müllhalde von Jadis (Pollyanna McIntosh) ist unvergessen. Foto: Gene Page/AMC

„The Walking Dead“ Staffel 8: Carl stirbt

Einer der wenigen Höhepunkte von Staffel 8: der Tod von Ricks Sohn Carl (Chandler Riggs). Er kommt unerwartet, ist tragisch - und der Ausgangspunkt für Ricks Wiederentdeckung seiner Menschlichkeit. Denn weil jeder Mensch zählt, wie Carl Rick mit auf den Weg gibt, tötet Rick Bösewicht Negan nicht, sondern sperrt ihn ein.

Im Finale der letzten Episode von Staffel 8 verschont Rick das Leben von Negan, zum Missfallen seiner Gefährten. Foto: Gene Page/AMC

„The Walking Dead“ Staffel 9: Das Ende von Rick Grimes

Was bleibt vom moralischen Polizisten und brutalen Anführer Rick Grimes? In Staffel 9 entwickelt er sich mehr und mehr zum Familienmenschen, der versucht, alle Fäden zusammenzuhalten. Es wird zunehmend kitischig, zum Abschied gibt es in zwei Folgen rührselige Szenen mit Michonne und Judith.

Michonne, Judith und Rick im rührenden Familienbild. Foto: Jackson Lee Davis/AMC

Als Mann, der sich für seine Familie opfert, sprengt Rick in Folge 5 die Brücke mit der Zombieherde und seine Familie denkt, er ist tot. Zeit für Trauer gibt es nicht lange, sondern einen Zeitsprung von sechs Jahren, bei dem gezeigt wird, wie groß und taff Ricks Tochter Judith mittlerweile ist.

Ein mehr als unwürdiges Ende für einen langjährigen Hauptdarsteller und eine interessante Figur, die allerdings jede Charakterentwicklung durchgemacht hat, die denkbar war. Ein richtiges Ende hätte er verdient gehabt, der tapfere Ex-Polizist, ein richtiges Opfer und keine weiteren Filme, die mit der Serie nichts mehr zu tun haben.

Eine der letzten Szenen mit Andrew Lincoln als Rick Grimes in Folge 5 von Staffel 9. Foto: Jackson Lee Davis/AMC



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