Waterdrop, Boneguard, Milquino Ist das Satire? Neue Produkte der Vox-„Höhle der Löwen“

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Waterdrop: Carsten Maschmeyer begutachtet die Wasserqualität nach Einwurf der Brausetablette.  Foto: MG RTL D / Bernd-Michael MaurerWaterdrop: Carsten Maschmeyer begutachtet die Wasserqualität nach Einwurf der Brausetablette. Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Berlin. Neue nutzlose Dinge aus der „Höhle der Löwen“: die Edel-Vitamintablette Waterdrop und ein Fläschchen-Kocher mit App.

Ein Kauknochen-Halter, eine per App steuerbare Maschine für Baby-Flaschen und Waterdrop, die Vitamin-Tabletten im Schmuckkoffer: In der neunten Folge bietet die „Höhle der Löwen“ (Vox, Dienstag, 30. Oktober, 20.15 Uhr) Produkte an der Grenze zur Satire. 

Jetzt neu: Vitamin-Tabletten in Würfelform!

Waterdrop heißt die Innovation, mit der Christoph Hermann, Martin Donald Murray und Henry Wieser in die „Höhle der Löwen“ gehen: Wassertropfen. Das passt. Der Neuigkeitswert ihrer Erfindung gleicht genau dem eines Schlucks Wasser. Die drei Wiener verkaufen nämlich: Brausetabletten und Fruchtaromen. Das – und schöne Worte.

Die Selbstdarstellung von Waterdrop ist jedenfalls von einer lachhaften Geschwätzigkeit. Unter der Überschrift „Magie des Würfels“ begründen die Unternehmer unter anderem, wieso ihre Tabletten acht Ecken haben und wie überhaupt das Wunderwerk möglich ist, dass ein fester Würfel sich auflöst. Zitat: „Damit sich das ‚Würfelchen‘ im Wasser wieder auflöst, verwenden wir – so wie bei Brause auch – Natriumhydrogenkarbonat (Speisesoda bzw. ‚Baking Soda‘), Kaliumcarbonat und Zitronensäure. Die Zitronensäure reagiert mit dem Natrium- und Kaliumkarbonat und verschwindet dadurch vollständig. Zurück bleiben Natrium-, und Kaliumcitrat, welche basisch auf den Körper wirken und streng genommen keine Salze, sondern Alkalimetalle sind.“ In einem Wort: Es sind Brausewürfel.   (Aufgepasst im Supermarkt! Die Verbraucherzentrale warnt vor Produkten aus "Die Höhle der Löwen")

Edler Verpackungsmüll als Verkaufsargument

Dreist wird es, wenn die Gründer die Nachhaltigkeit ihres mit Pflanzen und Blüten bedruckten Verpackungsmülls hervorkehren. Ihr fader Drink soll nämlich helfen, Plastikflaschen zu vermeiden. Das kann nur ein Witz sein. Um davon abzulenken, dass Vitamin-Tabletten auch jetzt schon ganze Drogerie-Regale füllen, bauen die Gründer um ihr eigentliches Produkt schließlich ein ganzes Universum unnützer Dinge: In einer luftigen Pappschachtel klötern einzeln verpackte Tabletten herum, die Kenner in ein gefrästes Holz-Etui mit Magnet-Verschluss umparken. Das Vierer-Etui wiederum gehört dann in ein mitgeliefertes Stoffsäckchen. Für Intensiv-Trinker gibt es eine außerdem eine Schatulle, die 24 der Plastikhülsen präsentiert wie ein Cartier seine Colliers. All das, damit es endlich leichter fällt, „die empfohlene Tagesmenge an Wasser zu trinken“. Viel Aufwand für einen Effekt, den normale Menschen mit einem Apfel und einem Glas Leitungswasser erzielen.

„Es gibt immer einen Grund zu trinken“, lautet die Markenbotschaft von Waterdrop. Und tatsächlich klingt das aufschneiderische Konzept, als hätten die einstigen BWL- und Architekturstudenten es an der Bar ersonnen. Wenn sie für zehn Prozent ihrer wässerigen Firma in der „Höhle der Löwen“ tatsächlich eine Million Euro kriegen, haben sie allen Grund, sich noch einmal zuzuprosten. (Fataler Vox-Auftritt: Gründer ändern nach "Die Höhle der Löwen" ihren Produktnamen)

Vox stellt die weiteren Pitches aus Folge 9 der „Höhle der Löwen“ in einer Pressemitteilung vor, die wir im Folgenden zitieren.

Boneguard: "Die Höhle der Löwen" sorgt dafür, dass Hunde ihren eigenen Kauknochen überleben. Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Boneguard: Sonja Labitzke hat fünf Jahre in einer Tierklinik gearbeitet und sechs Jahre ihre eigene Hundeschule geführt. Die Gründerin von „Boneguard” warnt vor den Gefahren von Kauknochen: „Wenn sie kleiner geworden sind, können diese Stücke gefährlich werden. Der Hund kann sie dann nicht mehr halten und auch wenn sie eigentlich noch zu groß sind, versucht der Hund sie im Ganzen zu schlucken. Dabei können die Stücke im Hals, im Magen oder später noch im Darm stecken bleiben.” Abhilfe bietet ihr „Boneguard”, der erste patentierte Sicherheits-Kausnackhalter der Welt. Er besteht aus einer Halterung mit einer Öffnung, in der der Kausnack eingesteckt und mit einer Schraube fixiert wird. Den „Boneguard”, gefertigt aus Naturkautschuk, gibt es in vier verschiedenen Größen und dazu verschiedene Snacks für die unterschiedlichen Geschmäcker. Um expandieren zu können benötigt Sonja 100.000 Euro und würde dafür 15 Prozent ihrer Firmenanteile abgeben.

RoadAds interactive: Andreas Widmann möchte den „Löwen” die Zukunft der Fahrzeugwerbung präsentieren. Gemeinsam mit seinem Vater hat er das Start-Up „RoadAds interactive” gegründet, mit dem er LKWs mit neuartigen 64 Zoll ePaper-Displays ausrüstet und auf denen Werbeanzeigen geschaltet werden können. Die Displays stecken voller Technik: Eingebettetes Linux-System, GPS, LTE und WLAN. „Über das GPS wissen wir auf fünf Meter genau, wo sich das Fahrzeug befindet und dank LTE besteht eine ständige Verbindung zu unseren Werbe-Servern. Der LKW weiß so, wann er eine Landesgrenze überfährt, und die Werbung wird automatisch angepasst”, erklärt Andreas Widmann. Für die Weiterentwicklung und Skalierung benötigt der junge Gründer 500.000 Euro und bietet den „Löwen” zehn Prozent der Firmenanteile an.

FitSeat: Der ehemalige Leistungssportler Jan Gumprecht arbeitet wie 21 Millionen andere Deutsche am Schreibtisch. „Sitzen ist das neue Rauchen!”, sagt der 36-Jährige. „Bewegungsmangel ist der Grund für Gewichtszunahme, Rückenprobleme, Schlappheit und Stress.” Erste Lösungen wurden mit höhenverstellbaren Schreibtischen geschaffen, aber das Grundproblem Bewegungsmangel bleibt bestehen. Mit dem „FitSeat” möchte er die Büro-Revolution einläuten – sie soll Zeit sparen und die Gesundheit fördern. Mit der Mischung aus einem Fahrrad-Ergometer und einem Bürostuhl kann man sich am Arbeitsplatz bewegen, ohne den Schreibtisch zu verlassen. Per App lässt sich das Trainingsprotokoll einsehen. Von den „Löwen” erwartet er 150.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.

Milquino: Corina und Jochen Riedinger haben einen Automaten entwickelt, der auf Knopfdruck Babyfläschchen zubereitet. Die Idee zu „Milquino“ kam dem Ehepaar, als ihr Sohn geboren wurde. Der Babymilch-Vollautomat erledigt alle Schritte: „Milquino” sterilisiert das Wasser, bringt es auf die richtige Temperatur und dosiert Milchpulver und Wasser. Am Ende muss das Fläschchen nur geschüttelt werden, und schon kann das Baby gefüttert werden. Das Gerät kann via App direkt aus dem Bett gestartet werden. Um die Produktion effektiv zu machen und den Vertrieb anzukurbeln, benötigen die Gründer aus Dillingen 250.000 Euro. Dafür bieten Corina sie 25 Prozent an ihrer Firma.

Fugentorpedo: Auf der Suche nach einer Methode zur Fugen-Reinigung entwickelte Fliesenleger wie Bernd Müllermit seinen Geschäftspartnern Matthias Herrnbröck und Frank Eckert den „Fugentorpedo”, der mit einer Kombination aus Diamantschliff und Bürstentechnik Schmutz beseitig. Für ihr Unternehmen suchen die Gründer einen strategischen Partner und Mentor, der mit Leidenschaft und Know-how den „Fugentorpedo” in alle Haushalte und Werkzeugkoffer bringt. Für eine Finanzspritze von 100.000 Euro bieten sie den „Löwen” 15 Prozent ihrer Firmenanteile an.

Ein Wiedersehen gibt es mit den Gründern von Jérôme Glozbach de Cabarrus und Tim Ley von „GOLEYGO” aus Köln, die in dieser Staffel einen Deal mit Frank Thelen und Ralf Dümmel gemacht haben. Die „3Bears”-Gründer Caroline Steingruber und Tim Nichols aus München schlossen in der 4. Staffel einen Deal mit Judith Williams und Frank Thelen ab und blicken auf das vergangene Jahr zurück.

Alle Senderinfos zu "Die Höhle der Löwen 2018" finden Sie im Special unter vox.de 


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