Kritiker und Zuschauer begeistert Spuk in Hill House: Wie gruselig ist die Netflix-Serie wirklich?

Im Hill House treiben unzählige Geister ihr Unwesen. Foto: Steve Dietl/NetflixIm Hill House treiben unzählige Geister ihr Unwesen. Foto: Steve Dietl/Netflix

Osnabrück. Die neue Netflix-Horror-Serie „Spuk in Hill House“ (englisch: „The Haunting of Hill House“) ist nichts für schwache Nerven: Doch wer die zehn Folgen mit gruseligen Geistererscheinungen durchhält, wird auch mit einem intensiven Familiendrama belohnt.

Darum geht es in „Spuk in Hill House“ 

Die Serie fängt klassisch an, im Jahr 1992: Im hochherrschaftlichen Hill House leben Olivia und Hugh Crain mit ihren Kindern Steve, Shirley, Theodora, Nell und Luke. Dort ist alles weitläufig, mit vielen dunklen Ecken, knarzenden Treppen und quietschenden Türen. Die Crains wollen das Haus sanieren und verkaufen, doch vor allem die Kinder werden zunehmend von geisterhaften Erscheinungen malträtiert. In Rückblenden erzählt die zehnteilige Serie, was dort vor sich ging. In der Gegenwart haben die Familienmitglieder mit den Auswirkungen der traumatischen Ereignisse im Hill House zu kämpfen.  (Weiterlesen: "The Purge": Was taugt der Horror-Stoff als Serie?)

Luke Crain hat eine gruselige Zeichnung gemalt - mit einem Geist drauf? Foto: Steve Dietl/Netflix

Ohne zu viel verraten zu wollen: „Spuk in Hill House“ ist viel mehr als klassischer Horror und blutige Gruselszenen. Die Netflix-Serie schafft es, ein faszinierendes Familiendrama mit Horror-Elementen zu kombinieren und fesselt damit die Zuschauer. Stellenweise erinnert die Serie an die hochgelobte Dramaserie „This Is Us“, allerdings garniert mit effektvollen Schockmomenten und einem Horror, der sich langsam einschleicht.  (Weiterlesen: "Halloween (2018)": Was die Neuauflage alles ändert)


Was sagen Kritiker und Zuschauer? 

Wer also blutiges Gemetzel erwartet, ist bei „Spuk in Hill House“ falsch. Kritiker loben die Serie deshalb vor allem für ihre psychologische Tiefe und vergleichen sie mit „Poltergeist“ und der Horror-Filmreihe „Conjuring“. Auf der US-amerikanischen Webseite Rotten Tomatoes, die Kritiken von anerkannten Medien sammelt, erzielt die Serie bislang eine Bewertung von 90 Prozent. Im Schnitt hat die Serie von Kritikern eine Bewertung von 8,45 von 10 Punkten erhalten.

Die Zuschauer sind zwar auch begeistert, aber auch teilweise sehr schockiert und angewidert, wie Reaktionen auf Twitter unter dem Hashtag #HauntingOfHillHouse zeigen. Manche müssen weinen, schreien oder können nachts nicht mehr schlafen. Aber das höchste Lob hat der Meister des Horrors, Autor Stephen King, für die Serie parat: Auf Twitter erklärte er, dass die Serie „nah an einem Geniestreich“ sei.

Die Vorlage zu „Spuk in Hill House“

Die Netflix-Serie basiert auf dem Roman „The Haunting of Hill House“ der US-amerikanischen Schriftstellerin Shirley Jackson. Sie veröffentlichte den Gruselroman 1959, vier Jahre später kam die erste Verfilmung unter dem Titel „Bis das Blut gefriert“ in die Kinos. 1999 wurde die Neuverfilmung „Das Geisterschloss“ veröffentlicht. Im Original heißen beide Filme „The Haunting“. Die Serie „Spuk in Hill House“ nimmt sich einige Freiheiten gegenüber der Buchvorlage heraus und interpretiert den Stoff stellenweise neu.

Wer ist an der Netflix-Horror-Serie beteiligt?

Die Idee zur Serie hatte Mike Flanagan. Der Regisseur und Drehbuchautor feierte bereits einige Erfolge im Horrorgenre mit den Filmen „Absentia“, „Ouija: Ursprung des Bösen“, „Hush“ und der Verfilmung des Stephen-King-Romans „Das Spiel“, die letzten beiden Filme waren bereits Produktionen für Netflix. Flanagan ist in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Kate Siegel verheiratet, sie spielte auch in seinen Filmen mit sowie in der Serie „Spuk in Hill House“.

Auffällig bei der Netflix-Serie ist, wie stark die Schauspieler, die die jungen Charaktere verkörpern, den Schauspielern ähneln, die die älteren Figuren darstellen. Der Vater der Familie, Hugh Crain, wird als ältere Version von Timothy Hutton verkörpert, sein jüngeres Ich von Henry Thomas. Fun Fact: Henry Thomas ist der Junge aus „E.T. – Der Außerirdische“.

Die Familie Crain wird in Hill House von Geistern terrorisiert - oder ist alles nur Einbildung? Foto: Steve Dietl/Netflix

Am ähnlichsten sehen sich die junge Schauspielerin Lulu Wilson und die ältere Schauspielerin Elizabeth Reaser, sie verkörpern beide die älteste Tochter der Crains, Shirley. Ist man Fan der Filme von Mike Flanagan, fällt auf, dass einige der Schauspieler aus der Horror-Serie bereits in einigen seiner Filme mitgespielt haben.  

Und hier noch eine Extra-Information für Fans der Fantasyserie „Game of Thrones“: Der älteste Sohn der Familie Crain, Steven, wird als Erwachsener von Michael Huisman gespielt. Der Schauspieler verkörpert in „GoT“ den Liebhaber der Drachenkönigin Daenerys, Daario Naharis.

Erst auf den zweiten Blick zu erkennen: Schauspieler Michael Huismann verkörpert in "Spuk in Hill House" Steven Crain, in "Game of Thrones" spielte er den verwegenen Krieger Daario Naharis. Foto: Tina Rowden/Netflix

Die Serie „Spuk in Hill House“ ist seit dem 12. Oktober 2018 auf Netflix verfügbar und umfasst zehn Episoden. 


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