Biografie über Remarques Frauen Mehr als nur eine Liebesgeschichte

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Gabriele Katz liest aus "Liebe mich! Erich Maria Remarque und die Frauen".  Foto: Jörn MartensGabriele Katz liest aus "Liebe mich! Erich Maria Remarque und die Frauen". Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Ihr Buch „Liebe Mich! Erich Maria Remarque und die Frauen“ stellte Gabriele Katz jetzt in der Littera-Reihe der Buchhandlung zur Heide vor.

Bislang hat Gabriele Katz Bücher über Frauen geschrieben. Dabei stellte sie beispielsweise in einem ihrer Werke Margarete Steiff in den Mittelpunkt, in einem anderen Käthe Kruse. Nun aber ist es Erich Maria Remarque. Einen Bruch in der Ausrichtung ihrer Biografien stellt das jedoch keinesfalls dar. Denn es sind die Frauen im Leben des Schriftstellers mit Osnabrücker Wurzeln, denen sie sich in ihrem jüngsten Buch widmet.

„In den Büchern über Remarque wurde sein Verhältnis zu Frauen immer herunter gespielt, obwohl sie in seiner Literatur eine große Rolle gespielt haben“, betont Gabriele Katz im Gespräch nach der Lesung im Blue Note. Zudem hat Remarque Ereignisse und Begegnungen aus seinem Leben in seine Literatur einfließen lassen. Wichtig waren Frauen für seine Arbeit auch in anderer Hinsicht. So las und tippte seine Frau Jutta seine Romane und half ihm dabei, sie zu überarbeiten. Andere Frauen verhalfen Remarque zu beruflich wichtigen Kontakten.

Das alles platziert Gabriele Katz in einer Mischung aus Lesung und Erzählung im Raum, und macht dabei deutlich: Vieles von dem, was sie recherchiert hat, fand gar keinen Platz in dem 143 Seiten starken Werk, das sie in fast zwei Stunden manchmal in groben, manchmal in feinen Zügen vorstellt.

Ausgerichtet ist ihr Buch nicht nur auf Lieben und Liebeleien, von denen es einige gab im Leben des 1898 in Osnabrück geborenen Schriftstellers, wie Marlene Dietrich, Jutta Zambona oder Paulette Goddard. Es dreht sich auch um seinen familiären Hintergrund mit zwei Schwestern und einer Mutter, von der er sich nicht richtig geliebt fühlte. Und auch Karen Horney ist ein Kapitel gewidmet. Die Psychoanalytikerin half Remarque, eine tiefe Krise zu überwinden und führte intensive Gespräche mit ihm über seine Beziehung mit Natalie Paley. Horney regte ihn an, auch darüber zu schreiben – und so entstanden Anfang 1950 erste Notizen für sein Buch „Das gelobte Land“.

Mit ihrem Buch gelingt Gabriele Katz zweierlei: Einerseits holt sie die Frauen aus Remarques Leben mit samt ihrer Bedeutung ans Licht und macht dabei auch deutlich, wie oft Frauen hinter männlichen Biografien verborgen sind. Andererseits schnitzt sie den Charakter Remarques mithilfe seiner Beziehungen zu Frauen heraus. Vielleicht klarer, als es andere Bücher vermochten.

Gabriele Katz: Liebe mich! Erich Maria Remarque und die Frauen. Biografie. Verlag Ebersbach & Simon 2018. 143 Seiten. 16,80 Euro.


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