LeFloid vs The World: Gratisfolge YouTube Originals: Verdienen Sie jetzt doppelt, LeFloid?

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Ab jetzt auch gegen Geld: LeFloid ist einer der ersten deutschen Stars, die mit einem "Original" im Abo-Angebot von YouTube-Premium sind. Für sein Format "LeFloid vs The World" ist der 30-Jährige mit großen Fragen um die Welt gereist. Foto: Jens Kalaene/dpaAb jetzt auch gegen Geld: LeFloid ist einer der ersten deutschen Stars, die mit einem "Original" im Abo-Angebot von YouTube-Premium sind. Für sein Format "LeFloid vs The World" ist der 30-Jährige mit großen Fragen um die Welt gereist. Foto: Jens Kalaene/dpa

Berlin. Im Interview erklärt Internet-Star LeFloid, warum sein YouTube-Original "LeFloid vs The World" Geld kostet.

Seit einigen Monaten stehen in Deutschland die kostenpflichtigen Dienste YouTube Music und YouTube-Premium bereit. Neben der Möglichkeit, das Videoportal werbefrei und auch im Hintergrund laufen zu lassen, machen so genannte YouTube-Originals Lust auf das Abo. Die ersten deutschen Formate sind ab Mittwoch, 12. September, 17 Uhr im Netz verfügbar. Eins davon ist „LeFloid vs The Word“.  (YouTube-Originals: Was ist das?)


In acht Folgen reist der 30-jährige YouTube-Star LeFloid für die Reihe um die Welt und denkt über Begriffe wie Geld, Liebe, Glauben oder das eigene Ich nach – im Gespräch mit amerikanischen Geldfälschen und koreanischen Schönheitschirurgen, mit der IWF-Chefin Christine Lagarde und dem Model Toni Garrn.

Reicht das Taschengeld von LeFloids Fans für das Angebot? Und reicht LeFloids Englisch für den internationalen Erfolg des Formats? Und vor allem: Wird YouTube das neue Netflix? Wir haben nachgefragt. (Will Smith springt für YouTube aus dem Hubschrauber: Originals-Chef Luke Hyams sagt, wieso)

Hallo, LeFloid!

Hallo! Waren Sie das eben, der da in der Pressekonferenz gefragt hat, wie viel Geld wir für „LeFloid vs. The World“ verpulvert haben? (LeFloid vs Merkel: So lief sein erstes großes Interview)

Leider nein. Warum ärgert Sie die Frage?

Ich finde es schade, wenn gleich in der Frage negative Konnotationen mitschwingen. Das klingt so, als wäre die vermutete Summe für unser Format schon mal unangemessen. Warum? Was soll das?

Das Budget ist zumindest ein spannendes Thema bei den YouTube-Originals – ganz einfach weil eine Folge von „LeFloid vs. The World“ vermutlich den Jahresetat Ihrer normalen Produktion verschlingt, allein wegen der Reisekosten eines vielköpfigen Teams, das von Südkorea über New York bis nach Benin gejettet ist.

Wahrscheinlich. Deshalb ist „LeFloid vs. The World“ ja auch ein Originals-Projekt – weil es privat nicht umzusetzen ist.

Wie YouTube sieht es jetzt natürlich nicht mehr aus.

Wenn man plötzlich so viel Geld ausgeben kann, muss es aber auch vom klassischen YouTube-Look weggehen. Das darf besser aussehen, das muss aufwändiger produziert werden – damit die Leute nachvollziehen können, warum sie für das Angebot plötzlich zur Kasse gebeten werden.

YouTube Premium kostet monatlich 11,99 Euro – was viele Ihrer User vermutlich noch aus dem Taschengeld bestreiten müssten. Wie hoch schätzen Sie die Zahlungsbereitschaft ein?

Wir werden es sehen. Es ist Pionierarbeit; und man muss gucken, wie es angenommen wird. Ich glaube, die Bereitschaft ist da – wenn die Leute vom Angebot überzeugt werden. Wir haben neben den deutschen ja auch noch amerikanische Produktionen und den Musik-Streamingdienst. Aber natürlich muss man erst mal gegen das Anspruchsdenken vorgehen, das die Leute nun mal haben – gerade wenn sie jung sind. Es geht eben nicht immer nur alles für lau. (Fans vs Rezensent: Was passiert, wenn man LeFloid kritisiert)

YouTube ist allerdings das Epizentrum der Umsonst-Mentalität. Was schreiben die Fans in die Kommentarspalte, wenn sie auf einmal nicht mehr den ganzen LeFloid umsonst kriegen?

Da muss man ganz klar sagen: Die YouTube-Originals sind Zusatz-Content, den man freiwillig bucht. Es ändert sich überhaupt nichts, wenn man nichts bezahlen will. Im Gegenteil: Während wir „LeFloid vs. The World“ gedreht haben, ist auf dem Zweitkanal zusätzlicher Content gedreht worden. Es hat keine Unterbrechung der gewohnten Formate gegeben. Das läuft alles weiter, wie gewohnt. Wer umsonst gucken will wie bisher, kriegt immer noch 100 Prozent LeFloid; wer zahlt, kriegt 120 Prozent.




Sind 12 Euro Monatsgebühr nicht ein ziemlich hoher Preis für ein YouTube-Premium-Abo? Das ist in der Größenordnung von Amazon Prime und Netflix – obwohl der Filmkatalog bei YouTube noch viel kleiner ist.

Das wird sich zeigen. YouTube wird sich was beim Preis gedacht haben.

Welche Streamingdienste haben Sie selbst abonniert? Sky? Prime? Netflix? Pantaflix?

Ja. Ja. Ja. Und – was? Ich habe alles: Prime, Netflix, YouTube Premium, Sky. Pantaflix sagt mir nichts.

Für Sie dürften die Originals ein neues Erlösmodell darstellen: Sie kriegen vermutlich Gage.

Es gab eine Gage für die Drehs, aber das YouTube-Premium-Modell wird monetär auch eine Rolle spielen. Mal gucken, wie sich das in Zahlen niederschlägt. Ich habe tatsächlich noch keine Erfahrungswerte.

Das heißt, Sie verdienen über die Abrufe und eine Gage?

Ja.

Das ist ja …

… nett.

Für „LeFloid vs. The World“ haben Sie mit einem Regisseur und acht Autoren zusammengearbeitet. War das eine große Umstellung?

Eigentlich nicht. Um meinen YouTube-Kanal sind in den letzten Jahren nicht nur Firmen gewachsen, es gibt Kollegen im Büro, aber auch Leute, die redaktionell arbeiten und für ihre Formate inhaltlich mitverantwortlich sind. Ich habe also nicht die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, weil ich mich zum ersten Mal mit anderen über Inhalte abstimmen musste. 

Von den deutschen YouTube-Originals ist Ihres als einziges englischsprachig. Haben Sie schon vorher so flüssig Englisch gesprochen? Und kann Ihr Publikum es ausreichend, um dabei zu bleiben?

Das weiß ich nicht, aber ich hoffe es. Neben seiner Muttersprache sollte man eine von drei Sprachen fließend beherrschen – Englisch, Russisch oder Chinesisch. Ich hatte seit der fünften Klasse bilingualen Unterricht und musste nicht mehr extra üben. Richtig gelernt habe ich es aber durch Computerspiele. Also Leute: Spielt mehr Videospiele!

Wirklich gespannt bin ich jetzt auf die internationalen Reaktionen und auf die Kommentarkultur in anderen Ländern. Ich habe keine Ahnung, ob das Publikum in den USA sich dazu durchringen kann, sich eine deutsche Produktion reinzuziehen. 


Netflix schafft es über seine Algorithmen und das Empfehlungssystem.

Mal gucken, was YouTube da so deichselt: rote Kreise, rote Pfeile mit dem dicken Hinweis: Guckt LeFloid!

Haben Ihnen nie andere Streamingdienste oder TV-Anstalten Angebote gemacht?

Eigentlich nicht.

Die ersten deutschen Originals arbeiten vor allem mit Stars, die schon immer bei YouTube waren. Es wird aber auch eine Doku-Reihe mit Robert Downey jr. geben, einen Live-Bungee-Sprung von Will Smith, einen Film mit Gael García Bernal …

… und Events wie den Boxkampf von KSI und Logan Paul. Das wird sich irgendwann vermischen.

Wird YouTube Premium irgendwann ein normaler Netflix-Konkurrent mit YouTubern?

Ja, ich glaube schon.

Und gehen die YouTuber dann auch zu anderen Anbietern? Oder Sind Sie plattformtreu?

Plattformtreu schon – weil es in Deutschland eben so schwer ist, Zuschauer von einer Plattform mitzunehmen. Aber an und für sich: Für mich persönlich spricht nichts dagegen, auch neue Welten zu betreten.

Was würde Ihnen Spaß machen?

Ich hätte Bock auf was Fiktionales. Aber dafür muss man so unfassbar viel Geld in die Hand nehmen, das kommt erstmal nicht infrage.

Was würden Sie machen? Regie? Schauspiel? Produktion?

Man darf mir nichts in die Hand geben, was mit Uhrzeiten zu tun hat. Regie wäre schön. Drehbücher liegen mir am meisten, da hätte ich unfassbar viel Lust drauf. Ein bisschen mitspielen möchte ich auch. Gern in einer Antagonistenrolle. (LeFloid? Wer ist das überhaupt? Zum Porträt)


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