Heute Abend im ARD-Programm Packender Thriller: „Carneval – Der Clown bringt den Tod“

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In einer Bar macht sich Polizistin Maria Klee (Lisa Maria Potthoff) an den Gangster Viktor Buslenko (Murathan Muslu) ran. Wenig später landet sie mit ihm im Bett - ihrem Ziel hat sie alles untergeordnet. Foto: ARD Degeto/Frank DicksIn einer Bar macht sich Polizistin Maria Klee (Lisa Maria Potthoff) an den Gangster Viktor Buslenko (Murathan Muslu) ran. Wenig später landet sie mit ihm im Bett - ihrem Ziel hat sie alles untergeordnet. Foto: ARD Degeto/Frank Dicks

Berlin. Vierter Auftritt für Peter Lohmeyer und Lisa Maria Potthoff in einem Thriller nach Motiven von Craig Russell: Im ARD-Programm gibt's heute Abend „Carneval – Der Clown bringt den Tod“. Ein zuweilen heftiger, packender Thriller.

Craig Russell ist so etwas wie der schottische Henning Mankell. Wenn er einen Krimi schreibt, ist drastische Gewalt sein spezielles Gewürz, um den Gaumen- beziehungsweise Nervenkitzel beim Leser zu steigern. Und Jan Fabel ist bei Russell so etwas wie Kurt Wallander bei Mankell – ein eher introvertierter Ermittler, der auf ganz eigene Art seine Fälle löst. Wobei der schottische Autor seinen Helden in Hamburg angesiedelt hat, einer Stadt, die ihm besonders am Herzen liegt.

Drei seiner Jan Fabel-Krimis hat die ARD in den letzten acht Jahren verfilmt – und in dieser sehr losen, aber sehenswerten Reihe Peter Lohmeyer als Hauptfigur etabliert. Nun kommt mit „Carneval“ der vierte Film zur Ausstrahlung – zehn Jahre nach der Veröffentlichung von Russells Roman, der diesmal selbst einen kleinen Auftritt als Polizist im Innendienst hat.

Da der Begriff „Amtshilfe“ so manchem Fernsehmenschen mittlerweile offenbar ein bisschen angestaubt erscheint, vermeldet das Presseheft einen „Out-of-Area-Einsatz“ des Hamburger Kommissars. Soll heißen: Die Kollegen in Köln haben den Spezialisten für Serienmorde um Unterstützung gebeten, weil sie befürchten, dass mitten im Weiberfastnachtsstrubel ein als Clown verkleideter Täter wie in den beiden Jahren zuvor eine Frau mit Rubensfigur ermorden und anschließend seine kannibalistischen Neigungen an ihr ausleben wird.  


Als Clown mit grünen Augen getarnt jagt der Mörder seine Opfer Foto: ARD Degeto/Frank Dicks


Gleichzeitig zieht es auch Fabels Kollegin Maria Klee (Lisa Maria Potthoff) nach Köln. Ihr hatte der ukrainische Mafiaboss Wassili Witrenko in der Folge „Blutadler“ ein Messer in den Bauch gerammt – sie kam nur knapp mit dem Leben davon. Um kurz darauf ansehen zu müssen, wie sich ihr Lebensgefährte eine Kugel in den Kopf schoss.

Nun ist wieder genesen, topfit und will in der Domstadt Witrenko im Alleingang zur Strecke bringen. Und geht dafür zwar nicht über Leichen, aber immerhin mit Gangsterboss Viktor Buslenko (Murathan Muslu) ins Bett, um über ihn an Witrenko heranzukommen. Als Fabel davon erfährt, sieht er es als seine Pflicht an, die Kollegin zu beschützen. Und hat gleich damit zwei heikle Jobs an den Hacken, die irgendwie nicht so richtig miteinander zusammenhängen wollen.  


Einsatz in Köln: Der Hamburger Kommissar Jan Fabel (Peter Lohmeyer) hat gleich zwei drastische Fälle an den Hacken. Foto: ARD Degeto/Frank Dicks


Die Parallelität dieser beiden Handlungsstränge wirkt etwas an den Haaren herbeigezogen. Sie ist das größte Manko des Buchs von Russell und des Films von Nicolai Rohde (Regie) und Nils-Morten Osburg (Drehbuch). Wenn man es ausblendet, bleibt ein drastischer, intensiver und ziemlich spannender Thriller, der auch in Nebenrollen mit Schauspielern wie Martin Feifel, Murathan Muslu oder Christoph Franken hervorragend besetzt ist.

Die intensivste Rolle aber gehört diesmal aber zweifellos Lisa Maria Potthoff. Die von ihr dargestellte Maria Klee hat einen absoluten Tunnelblick entwickelt und kennt nur noch ein Ziel, dem sie alles unterordnet: Sie will sich an Witrenko rächen. Klee könne „überhaupt keine Nähe oder Gefühle mehr zulassen“, sagt Potthoff im Info zu diesem Film.  


Um an den Mafiaboss Witrenko heranzukommen, begibt sich Maria Klee (Lisa Maria Potthoff, Mitte) ins Milieu illegaler Kämpfe. Foto: ARD Degeto/Frank Dicks


Zu den herausragenden Szenen des Films gehört ein langer Kampf mit Witrenkos Schergen Buslenko. Um sich in dieser Szene nicht doublen lassen zu müssen, hatte Potthoff nicht nur die erste Diät ihres Lebens gemacht, sondern sich auch in der israelischen Kampfsportart Krav Maga ausbilden lassen.

„Wir wollten es so brutal und unmittelbar wie möglich umsetzen – da macht es Sinn, wenn die Schauspielerin es selbst dreht,“ berichtete Potthoff kürzlich im Interview mit unserer Redaktion. „Ich wollte das unbedingt und auch die Figur so abgemagert und asketisch wie möglich anlegen.“ Maria Klee sollte in „Carneval“ nichts Weiches oder Sinnliches mehr haben.  (Hier geht's zum Interview mit Lisa Maria Potthoff)


Mit Perücken auf geheimer Mission: Maria Klee (Lisa Maria Potthoff) startet einen privaten Rachefeldzug. Foto: ARD Degeto/Frank Dicks


Das ist Lisa Maria Potthoff tatsächlich gelungen. Als Zuschauer erschrickt man fast, so mager präsentiert sie sich in diesem Film. Und die Kampfszene mit Murathan Muslu hat tatsächlich etwas von einer Choreographie der Grausamkeit, über die die Schauspielerin sagt: „Irgendwann fühlte es sich an wie Tanzen.“

Auch was die Sexszenen angeht, schonte sich Potthoff nicht: „Da Maria keine Grenzen kennt, um zu ihrem Ziel zu kommen, war es für mich spannend, mich selber als Schauspielerin in eine ähnliche Lage wie meine Figur zu bringen. Sehr weit zu gehen, was meine körperlichen Grenzen angeht: physisch im Kampf, in der Nacktheit – bis hin zur Demütigung.“ Getragen habe sie dabei am Set „eine Atmosphäre, die von großem Respekt geprägt war“.

Carneval – Der Clown bringt den Tod. Das Erste, Samstag, 15. September 2018, 20.15 Uhr.


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