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Am Sonntag im Herzkino des ZDF „Ein Sommer in Vietnam“: Nikolai Kinski im Land seiner Mutter

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Sie kommen sich näher: Danh (Nikolai Kinski) begleitet Paula (Inez Bjørg David) zur Deutschen Botschaft, damit sie so schnell wie möglich wieder an ihren Pass kommt und dann ihre Zwillingsschwester suchen kann. Foto: ZDF/Vladimir SuboticSie kommen sich näher: Danh (Nikolai Kinski) begleitet Paula (Inez Bjørg David) zur Deutschen Botschaft, damit sie so schnell wie möglich wieder an ihren Pass kommt und dann ihre Zwillingsschwester suchen kann. Foto: ZDF/Vladimir Subotic

Osnabrück. Heute und am kommenden Sonntag zeigt das ZDF den Zweiteiler „Ein Sommer in Vietnam“. Im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet Hauptdarsteller Nikolai Kinski, warum es für ihn ein ganz besonderer Film ist.

Ja, es ZDF-Herzkino. Definitiv. Es gibt Liebe, Romantik und Traumstrände. Und doch ist der Zweiteiler „Ein Sommer in Vietnam mehr als nur die heile Welt schöner Menschen. Er beleuchtet auch das zwiespältige Thema Adoption in Schwellenländern. Und es ist für Nikolai Kinski eine Reise in die eigene Vergangenheit.

Kinski ist neben Inez Bjørg David die Hauptfigur in diesem Film. Das dritte Kind und der einzige Sohn des unvergessenen und lange nach seinem Tod unter Missbrauchsverdacht geratenen Klaus Kinski hat eine unübersehbare vietnamesische Linie in seinem Leben: Seine Mutter Minhoi Geneviève Loanic ist Tochter einer Vietnamesin und eines französischen Soldaten, die während des ersten Indochina-Kriegs eine Affäre hatten. Mit sechs Jahren kam sie in ein Waisenhaus in Frankreich, ihr Sohn Nanhoi Nikolai ist also zu einem Viertel vietnamesischer Abstammung.

Auch im Film ist der von Kinski dargestellte Danh Cao zu einem Viertel Vietnamese, in diesem Fall ein deutsch-vietnamesischer Arzt, der sich dem Kampf gegen illegale Adoptionen verschrieben hat. In einem Krankenhaus von Hanoi macht er die Bekanntschaft einer außergewöhnlichen Patientin: Die deutsche Köchin Paula Friedrich (Inez Bjørg David) wurde auf offener Straße ausgebraubt und verletzt.  


Dr. Danh Cao (Nikolas Kinski) freut sich, im Krankenhausflur auf Paula Friedrich (Inez Bjørg David) zu stoßen. Foto: ZDF/Vladimir Subotic


Doch zuvor ist ihr noch viel Unglaublicheres widerfahren: Bei der Ausweiskontrolle am Flughafen vermeldet der Pass-Scanner, sie sei bereits eingereist. Woraufhin Paulas Pass eingezogen wird. Schließlich eröffnet ihr ein Anwalt, dass sie eine Zwillingsschwester in Vietnam habe, die wie sie nach der Geburt von den Behörden der DDR zur Adoption freigegeben wurde. Die leibliche Mutter sei vor zwei Jahren verstorben und habe den Zwillingen ein Mietshaus in Berlin vererbt.

Also – es ist ja schließlich Herzkino – macht sich Paula auf die Suche nach ihrer Schwester und Danh setzt seinen Kampf gegen die illegale Adoption fort – wobei die beiden fortan nahezu unzertrennlich sind und sich ihre Geschichten auf wundersame Weise kreuzen.  


Wie eine kleine Familie verbringen Paula (Inez Bjørg David, M.), Danh (Nikolai Kinski, r.) und Lingh (Frances Asisika Burnett, l.) den Tag am Strand. Foto: ZDF/Vladimir Subotic


Im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet Nikolai Kinski, dass er das Angebot für diese Rolle ausgerechnet vor anderthalb bekam, als er zusammen mit seiner Freundin Ina Paule Klink („Wilsberg“) zum ersten Mal Vietnam bereiste und sich auf die Suche nach seinen Wurzeln begab: „Das war wohl ein Wink des Schicksals. Eigentlich hatte ich gar keine Verbindungen nach Vietnam bis auf die Tatsache, dass meine Mutter da als Tochter einer vietnamesischen Frau und eines französischen Soldaten geboren wurde.“

Seine Mutter, so Kinski weiter, habe wohl 50 Jahre nach der Geburt ihren französischen Vater aufgespürt, nie jedoch ihre Mutter: „Ich könnte also noch eine in Vietnam lebende Großmutter haben – das war mir nicht wirklich klar, bis ich in Vietnam war. Durch die Gerüche, das Essen und vieles mehr habe ich ein unerklärliches Gefühl von Vertrautheit bekommen, wirklich eine besondere Art von Heimatgefühl.“  


Marie Wolf (Inez Bjørg David) möchte nicht, dass ihre Tochter Lingh (Frances Asisika Burnett) mit Paula Friedrich telefoniert, obwohl es ihre Zwillingsschwester ist. Foto: ZDF/Vladimir Subotic


Und noch eine Besonderheit erlebte Nikolai Kinski in Vietnam: „Wir mussten den Dreh für mehrere Monate unterbrechen – es war der heißeste Sommer seit 1972, die Hitze war wirklich unerträglich, gefühlte 45 Grad mit 90 Prozent Luftfeuchtigkeit. Es hat Wochen gedauert, bis ich mich wieder normal gefühlt habe.“

Ein Sommer in Vietnam. ZDF, Sonntag, 15. Und 22. September, jeweils 20.15 Uhr.


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