Heute Abend im ARD-Programm „Trautes Heim“: Tatort mit schwacher Wiederholung aus Köln

Meine Nachrichten

Um das Thema Medien Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) halten Kai Grabow (Lasse Myhr) zurück. Foto: WDR/Martin MenkeDie Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) halten Kai Grabow (Lasse Myhr) zurück. Foto: WDR/Martin Menke

Osnabrück. Schon wieder eine Wiederholung. Wegen der Länderspiel-Übertragung auf RTL zeigt die ARD heute Abend den Tatort „Trautes Heim“ von 2013 aus Köln. Wahrlich kein Ruhmesblatt für Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär).

Der Tatort-Motor ist gehörig ins Stottern geraten und das, obwohl im September die neue Saison wieder so richtig losgeht. Doch in diesem Jahr ist alles ein bisschen anders. Es begann am vergangenen Wochenende, als die NDR-Episode „Borowski und das Haus der Geister“ mit 6,94 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von gerade mal 21,4 Prozent deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb. An diesem Sonntag muss das Publikum dann schon wieder mit einer Wiederholung vorlieb nehmen, dazu noch einer ausgesprochen schwachen. Grund ist die Übertragung des Fußball-Länderspiels Deutschland – Peru auf RTL.

Kommenden Sonntag (16. September) gibt’s mit der Berliner Folge „Tiere der Großstadt“ dann die zweite und tatsächlich schon letzte Tatort-Erstausstrahlung dieses Monats, denn eine Woche später ist ein Polizeiruf 110 aus Magdeburg dran. Und am 30. September haben die ARD-Programmplaner dann tatsächlich den Tatort-Sendeplatz geräumt, um ihrem Serienformat „Babylon Berlin“ die bestmögliche Startposition zu verschaffen. Markenpflege sieht anders aus – und das Publikum quittiert es schon jetzt mit spürbar sinkendem Interesse am Tatort.

Kaum nachvollziehbar

Wenig Begeisterung dürfte auch die Kölner Folge „Trautes Heim“ von 2013 hervorrufen, die das Erste an diesem Sonntag aus kaum nachvollziehbaren Gründen noch einmal zur besten Sendezeit programmiert hat. Bei der Erstausstrahlung vor fünfeinhalb Jahren gab es in der Kritik unserer Redaktion gerade mal zwei von sechs möglichen Sternen.  


Lukas Mutter Simone Schäfer (Alma Leiberg, links) mit ihrer Schwester Heike Grabow (Meike Droste) und deren Mann Kai Grabow (Lasse Myhr). Foto: WDR/Martin Menke


Im Text hieß es damals: „Die Herren Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) sind längst Tatort-Urgesteine – und mittlerweile legt sich auf ihre Fälle gelegentlich eine dünne Schicht Patina. Wie bei ,Trautes Heim‘, einem Film über die Entführung eines Kindes und den Mord an einem Zeugen des Verbrechens.

Obwohl die Geschichte durchaus aus dem Stoff ist, aus dem man Thriller machen könnte, plätschert sie überwiegend mäßig spannend vor sich hin. Zwar ist es immer gut, auch mal jungen und unverbrauchten Gesichtern eine Chance zu geben, doch dann muss einfach mehr kommen, als über den Griff zur Zigarette oder zur Flasche die Stresslage zu verdeutlichen, in der sich Menschen befinden.  


Hatten wahrlich schon bessere Auftritte: Die Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär, l) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt). Foto: WDR/Uwe Stratmann


Immerhin gibt es nach zähem Beginn eine unerwartete, höchst eigenwillige Wendung. Dennoch fragt man sich immer wieder, ob man versehentlich in eine Seifenoper statt in Deutschlands renommiertestes Krimiformat geraten ist. Das ist vor allem der unbeholfenen und hölzernen Regie zu ,danken‘. Der Kölner Tatort hat qualifiziertere Zuwendung verdient als das schöne Auto, mit dem die Kommissare zum Finale anrauschen.“

Tatort: Trautes Heim, Das Erste, Sonntag, 9. September 2018, 20.15 Uhr.

Wertung: 2 von 6 Sternen


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN