TV-Film heute Abend im Ersten Das Kammerspiel "Toulouse"

Von Christian Schubert, 12.09.2018, 07:13 Uhr
Noch perlt der Begrüßungssekt, noch perlen die Erwartungen: Silvia (Catrin Striebeck) und Gustav (Matthias Brandt) treffen sich in einem Hotelzimmer an der französischen Küste. Foto: HR/Bettina Müller

Osnabrück. Szenen einer geschiedenen Ehe: Das Konversations-Drama "Toulouse" mit Catrin Striebeck und Matthias Brandt.

Ein Raum, zwei Figuren: Das genügt schon für ein reizvolles Setting. In Michael Sturmingers Kammerspiel treffen sich Silvia (Catrin Striebeck) und Gustav (Matthias Brandt) in einem Hotelzimmer an der französischen Küste. Dass die Mittfünfziger einander vertraut sind, ist rasch klar, aber so recht wollen sie sich anfangs nicht in die Karten schauen lassen. Ein Schwebezustand der Erwartungen - auch für den Zuschauer. Im weiteren Verlauf entfaltet sich "Toulouse" als Konversations-Drama, in dem sich Silvia und Gustav an ihrer eigenen, bereits beendeten Liebesgeschichte abarbeiten. Zwanzig gemeinsame Jahre fließen ein in dieses Duell der Worte und Erinnerungen. Eine mal spielerische, mal unerbittliche Aufarbeitung, in der männliche und weibliche Befindlichkeiten einander oft etwas ratlos gegenüberstehen. Enttäuschung und Verbitterung schieben sich immer wieder vor Vertrautheit und Erotik. Wie ein Brennglas wirken dabei Zweisamkeit und räumliche Enge. Man kann schon sehr genau hinsehen, und so bleibt auch nicht verborgen, dass Brandt und Striebeck so recht keinen gemeinsamen Rhythmus gefunden haben. "Toulouse" ist kurzweilige, solide Unterhaltung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wertung: 4 von 6 Sternen


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