Familie, Laufsteg und Metal Anna von Rüden startete Modelkarriere mit 55

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Berlin. Werbespot mit Colin Farrell, Videodreh mit Rammstein, auf dem Laufsteg für Lutz Huelle oder ein Casting bei Thierry Mugler: Mit 67 Jahren führt Anna von Rüden ein aufregendes Leben als international gefragtes Best-Ager-Model für große Modemarken. Doch als sie vor zwölf Jahren entdeckt worden sei, sei sie für andere Models zunächst ein „Fremdkörper“ gewesen, erzählt die studierte Sozialpädagogin in einem Berliner Café.

Frau von Rüden, wann fühlen Sie sich schön?

Wenn ich glücklich bin. Nach der ersten Tasse Kaffee und sobald die Morgengymnastik vorbei ist (lacht).

Sie sind als 19-jährige Studentin erstmals als Model entdeckt worden. Vor zwölf Jahren, kurz nach Ihrer Scheidung, passierte Ihnen das im Alter von 55 Jahren beim Einkaufen auf dem Ku’damm noch einmal. Ihr Lebensgefährte hat Sie vor sieben Jahren auf dem Flohmarkt entdeckt und angesprochen. Sind Sie jemand, der entdeckt werden möchte?

Nein, überhaupt nicht. Ich gehöre eher in die Kategorie „Bitte nicht auffallen“. Ich schminke mich privat auch selten und bin eher zurückhaltend. Ich bin aber abenteuerlustig, schon seit meiner Kindheit. Das hat mich nicht verlassen. Ich entdecke auch immer wieder etwas Neues.

Wann haben Sie Ihre Persönlichkeit entdeckt?

Das ist mit der Zeit gekommen. Ich muss dazu sagen: Ich wurde als zufriedener Mensch geboren. Ich bin niemand, der Konflikte oder Streit sucht. Seit meiner Kindheit kann ich mich über das Leben freuen. Das macht eine Menge aus. Hinzu kommt: Je älter ich werde, desto dankbarer werde ich, weil ich weiß, dass bereits mein Alter nicht viele Leute erreichen. Ich freue mich, dass ich so leben kann, wie ich jetzt lebe. Das ist ein ganz großes Geschenk.

Wenn Sie sich selbst als jemanden beschreiben, der Harmonie mag, wie passt da Ihre Leidenschaft für Black Metal oder Rammstein ins Bild?

Das fällt für mich beispielsweise unter Abenteuer. Wenn ich mit meinem Freund zu einem Black-Metal-Konzert in einen Club gehe, ist die Atmosphäre dort total anders als bei den anderen Konzerten, zu denen wir gehen. Die Metal-Leute sind fast bei allen Konzerten viel friedliebender, als man glaubt. Das ist eine ruhige Gesellschaft, obwohl sie in ihrer schwarzen Kluft mit meist langen Haaren eher zum Fürchten aussieht. Dieser Gegensatz fasziniert mich.

Wie sind Sie auf diese Musik gekommen?

Das hat mit meiner Begeisterung für Doro Pesch angefangen, als sie in den Neunzigerjahren nach Amerika ging. Es hat mich fasziniert, dass sie allein in dieses fremde Land ging, um Metal-Musik zu machen. Sie hat sich tapfer geschlagen. Sie ist eine besonders toughe Frau, das mag ich. Dieses Jahr war sie in Wacken, und ich verfolge alles, was sie macht.

2012 haben Sie – bereits zum zweiten Mal – in einem Musikvideo der Band Rammstein mitgewirkt, damals zu „Mein Herz brennt“. Hat Ihre Metal-Leidenschaft die Zusammenarbeit vereinfacht?

Die Grundlage war durch mein Interesse an Doro Pesch gelegt, aber mein Freund ist ein Hard Metaller. Er hat mir die Texte von Rammstein und Till Lindemann erklärt und sehr nahe gebracht. „Mein Herz brennt“ ist eines der schönsten Lieder, die ich kenne. Der Videodreh war einer der schönsten Aufträge, die ich bisher hatte.

Wie war die Begegnung mit Till Lindemann?

Till Lindemann ist eine imposante Person, sehr groß. Ich hatte in dem Video die Szenen mit ihm, wo er mich umbringt. Als wir zuvor nebeneinander in der Maske saßen, hat er sich erkundigt, ob er beim Dreh überhaupt an meine Haare fassen dürfte, weil er dachte, es könne ein falscher Zopf sein. Die Haare waren aber echt. Ich habe mich gefreut, dass ich so gut mit ihm zusammenarbeiten konnte. Er ist ein sehr sensibler Mensch.

Ihr Freund ist 25 Jahre jünger als Sie. In Ihrem kürzlich veröffentlichten Buch „Jeden Tag aufs Neue glücklich“ thematisieren Sie Ihre anfänglichen Sorgen bezüglich des Altersunterschieds. Waren das Ihre Zweifel oder die Ihres Umfelds?

Das waren meine. Als ich meinen Freund kennengelernt habe, habe ich zum ersten Mal in meinem Leben über den eigenen Tod nachgedacht: „Ich muss ja viel früher sterben als er. Das ist im Grunde eine trostlose Geschichte“, dachte ich. Das war mein einziger Zweifel. Doch mein Freund hat mir innerhalb kürzester Zeit beigebracht, dass es überhaupt nicht trostlos ist: Wir wissen überhaupt nicht, was kommt. Wir werden jeden Tag neu leben und nicht gucken, was vielleicht in zwanzig Jahren ist, das weiß niemand. Ich habe noch nie nach einem jungen Mann Ausschau gehalten, deshalb musste ich mich erst einmal zurechtfinden.

Wie verfolgen Sie die Berichterstattung über den Altersunterschied zwischen Heidi Klum und ihrem Freund Tom Kaulitz?

Das verfolge ich interessehalber schon. Ich denke mir aber nichts dabei. Eine Beziehung kann man ganz schlecht an Zahlen festmachen. Es kommt einzig und allein auf den Kopf an.

In Ihrem Buch heißt es, Ihr Freund habe „eine alte Seele“.

Ja. Wir sind auf einem Level, und das ist ausschlaggebend. Sicher nicht in jeder Beziehung, aber alles andere ist ein Glücksfall. Wenn man sich mit jemandem unterhalten kann, der so fühlt wie man selbst oder einem Trost gibt, da kommt es auf das Alter nicht an. Ich weiß nicht, ob diese Beziehung ewig hält, aber ich weiß, dass ich sie vom ersten Tag an als ein Geschenk empfunden habe. Ich freue mich über jeden Tag.

Wie schwer ist es für Sie, sich mit der eigenen Vergänglichkeit auseinanderzusetzen?

Ich mache das sehr oft. Nicht weil ich einen jüngeren Freund habe, sondern wenn ich meine Enkel sehe, denke ich daran, was ich nicht mehr mit ihnen erleben werde. Ich habe so viel Schönes erlebt, wofür ich dankbar bin. Wenn man bewusst lebt, kann man mit dem Tod besser umgehen, weil man das zu schätzen weiß, was man hat. Diese Gedanken waren mir vor zwanzig oder dreißig Jahren total fremd, als meine vier Kinder noch jünger waren. Damals war es für mich ein Albtraum, wenn ich an den Tod gedacht habe, da bekam ich Herzrasen. Das ist jetzt nicht mehr so.

Sie haben in jener Zeit auch Schicksalsschläge erlebt, die Sie an dieses Thema herangeführt haben: zwei Fehlgeburten, die schwere Krankheit Ihrer Tochter in Kindheitstagen und später die Ihres damaligen Ehemanns.

Ja, die Schicksalsschläge, die kamen. Als der Arzt meines Ex-Mannes sagte, dass mein Mann das Jahr nicht mehr zu Ende bringen wird, dachte ich zuerst, ich habe keinen Boden mehr unter den Füßen. Im zweiten Moment aber hat sich so viel Widerstand und Mut in mir aufgebaut, dass ich es irgendwie geschafft habe. Dieser Mechanismus funktionierte auch, als meine Tochter noch so klein war und zweimal an die Herz-Lungen-Maschine musste. Das Thema Vergänglichkeit beschäftigt mich auch, wenn ich an meine 92-jährige Mutter denke. Sie ist nicht krank, sondern nur alt und schwach. Ich fahre einmal im Monat ins Ruhrgebiet und besuche sie. Ihr Umfeld stimmt, deshalb kann sie noch in ihrem Haus wohnen.

Wie kamen Sie darauf, Ihren ersten Mann im Alter von 24 Jahren heimlich – ohne Eltern – im Standesamt in Essen zu heiraten? Das Verhältnis zu Ihrer Familie war doch eng.

Ich bin ein freiheitsliebender Mensch. Meine Mutter hat es mir nicht geglaubt, als ich es ihr erzählt habe. Wir haben nur in Anwesenheit zweier Freunde geheiratet. Es war sehr schön und locker, danach sind wir sofort zum Studium beziehungsweise zur Arbeit nach Berlin gezogen.

War es ein Befreiungsschlag?

Ja. Zudem war es der Mann, der auch vier Kinder haben wollte. Davon habe ich mich auch nicht abbringen lassen. Ich habe da zum ersten Mal so richtig meine Freiheit genossen.

Würden Sie das heute noch einmal so machen?

Also: Alle meine Kinder haben mit großer Familie geheiratet. Sie und wir fanden das schön. Ich würde aber genauso wie damals im kleinen Kreis wieder heiraten (lacht).

Paris, London, Mailand, Berlin: Mit Ihrem Wissen von heute – hätten Sie gern die Modelkarriere, die Sie jetzt haben, bereits als junge Frau gemacht?

Nein, nein, nein! Das Wichtigste im Leben – auch mit dem Wissen von heute – sind meine vier Kinder. Ich bin selig, dass ich die habe. Mit einer Modelkarriere hätte das nie funktioniert. Ich hätte mich immer für die Liebe entschieden.

Wie viel Raum nimmt der Modeljob in Ihrem Alltag ein?

Wenigstens ein Drittel, manchmal die Hälfte. Ich arbeite viel und auch im Ausland. Die Tage sind lang. Ich kann das aber nur, weil ich eine gute Grundlage habe – und die ist meine Familie. Der Job ist mir heute wichtiger als früher, weil ich als 19-Jährige andere Sorgen gehabt habe. Damals wollte ich eine Familie gründen und Kinder haben. Das hatte für mich Priorität. Ich interessiere mich für Mode schon von klein auf. Ich kenne fast alles. Es ist ein schönes Thema – aber ein schönes Nebenthema. Das könnte nie mein Hauptthema in meinem Leben sein.

Als Sie mit Mitte 50 von einem Modelscout auf dem Ku’damm angesprochen wurden, was war damals Ihr erster Gedanke?

So ganz überrascht war ich nicht, man weiß ja, wie man wirkt. Ich hatte aber nicht damit gerechnet, weil die Zeit damals für ältere Models noch nicht reif war. Meine Anfangszeit war auch etwas schwierig. Für die anderen Models war ich ein Fremdkörper, wenn ich auftauchte, und auch die Fotografen konnten mit einer älteren Frau wenig anfangen.

Inwiefern?

Zum einen aus ästhetischer Sicht, da das glatte, faltenfreie, nahezu perfekte Gesicht immer angestrebt wird. Das Perfekte in Falten zu sehen, dafür fehlt einigen Fotografen das Verständnis. Doch das Schöne ist, dass heute die Tendenz, zumindest in Frankreich und auch in England, dazu geht, Gesichter mit Falten mit coolen Storys in Szene zu setzen. Ich hoffe, dass das auch hier so seinen Einzug hält. Ich finde meine Falten okay. Ich zähle sie nicht, weil sie einfach zu mir gehören. Alles andere wäre unnatürlich.

Ist es richtig, dass Sie bisher nie von Kosmetikfirmen angefragt oder gebucht worden sind?

Das stimmt. Ich denke, es hängt damit zusammen, dass mein Gesicht zu eigensinnig für eine Creme-Werbung ist. Dafür werden meistens lieblichere Gesichter gesucht.

Werden Sie am Set von Designern oder Fotografen anders als die jüngeren Kolleginnen behandelt?

Nein. Ich muss Leistung bringen. Ich werde zwar zwischendurch mal gefragt, ob ich mich hinsetzen möchte, aber ich sitze gar nicht so gerne. Mein letzter Job in London war richtig anstrengend: Es herrschten über 50 Grad in dem riesigen Studio. Wir saßen in Wintersachen vor der Kamera und sollten uns dann noch bewegen. Wir haben im Schweiß geschwommen. Es gab nun ein paar kleine klimatisierte Kabinen, wo wir kurz zwischendurch reingehen konnten. Das waren zwölf Stunden am Stück. Das war hart. Aber ich freue mich immer, wenn ich das geschafft habe. Das ist ein Gefühl wie nach einem Marathonlauf.

Laufen Sie eigentlich immer noch regelmäßig, um sich fit zu halten?

Ich laufe und fahre auch sehr viel Rad. Was seit einem Jahr dazugekommen ist, sind morgendliche Dehnübungen. Das muss jetzt leider sein – und ich bin immer froh, wenn ich die geschafft habe.

Sie haben an Ihrem 30. Geburtstag den Minirock aus Ihrem privaten Kleiderschrank verbannt. Wie sieht das beruflich aus?

Das ist abhängig von der Situation. Ich habe beispielsweise beim letzten Mal einen Mini für die „Vogue“ getragen. Die Fotos zeigten eine Reihenfolge von verschiedenen Kleidungsstücken, und der Minirock gehörte für die Geschichte dazu. Ich hatte nur mal einen Fall vor ein paar Jahren in Amsterdam, wo ich bei einem Fotoshooting für ein renommiertes Kaufhaus einen engen ganz kurzen Rock und Halbsocken bis zur Wade anziehen sollte. Es sah furchtbar aus. Ich habe es wieder ausgezogen. Sobald ich eine Kleidung trage, erzähle ich eine Geschichte dazu. Doch unter diesem Outfit konnte ich mir gar nichts vorstellen. Der Fotograf hat das verstanden.

Sie arbeiten für viele große Designermarken. Müssen Sie noch zum Casting gehen?

Das ist unterschiedlich. Ich gehe für viele Castings zu den Designern, die entweder sofort absagen oder mich bitten, ein Kleidungsstück aus der Kollektion anzuziehen. Das ist immer ein gutes Zeichen, dann wird man dafür gebucht. Es gibt aber auch Designer, die entscheiden bereits aufgrund der Sedcard, dass die Figur und die Proportionen stimmen. Demnächst stelle ich mich bei Thierry Mugler vor, da weiß ich noch nicht, wie es wird. Vor zwei Jahren war ich bei Vivienne Westwood in ihrem Studio in Paris. Ich war für drei Stunden da, habe zweimal Sachen angezogen – und bin am Ende nicht gebucht worden.

Wie gehen Sie mit solchen Absagen um? Sind Sie in solchen Momenten froh, nicht mehr ein junges, unerfahrenes Model zu sein?

Ja, aber ich habe einen unheimlichen Ehrgeiz (lacht)!

Also ärgert Sie so etwas?

Natürlich! Bei dem Termin war Vivienne Westwoods Mann da, sie selbst habe ich nicht getroffen. Die Reise hat sich trotzdem gelohnt, weil man sieht, welche Auswahl an Models sie treffen. Jeder Designer legt auf andere Sachen Wert. Interessant ist es also immer, aber es ist schöner, wenn man genommen wird.

Mit wie vielen Absagen müssen Sie im Jahr umgehen?

Es kommt ganz darauf an, meistens habe ich wirklich Glück. Trotzdem ist so ein Schwund von einem Viertel dabei. Das ist auch ganz normal.

Für welchen Designer möchten Sie unbedingt einmal modeln?

Vivienne Westwood – wie gesagt: Ich bin eben ehrgeizig.

Was fasziniert Sie am Modeln, man verbringt doch auch viel Zeit mit Warten?

Ja, das muss man können, aber ich kann gut warten. Ich kann auch in jeder Situation schlafen. Mich reizt an allererster Stelle dieses Neue an der Mode: Kleidung, die ich noch nie angezogen habe, die einen ganz bestimmten Stil hat und wie ich diesen vor der Kamera verkörpern kann.

Und was tragen Sie privat?

Ich trage seit der Studienzeit sehr viel Secondhand – außer bei Schuhen. Was ich an Secondhand spannend finde, ist, dass man da eine ganz große Bandbreite unterschiedlichster Macharten sieht. Dort kann man modische Facetten kennenlernen, wenn man sich dafür interessiert, und sich selbst einen Stil zusammenstellen. Ich gebe nicht viel Geld für Kleidung aus. Alle Jubeljahre gönne ich mir ein teures Kleid, aber das trage ich dann auch jahrelang.

Curvy-Models haben mittlerweile eine eigene TV-Castingshow. Was würden Sie davon halten, wenn es eine solche Show auch für Best-Ager-Models geben würde? Hätten Sie Interesse an einem Juryjob?

Nein. Alles was ich mache, habe ich sehr gut ausgesucht. Ich bin sehr breit gefächert aufgestellt. Das sieht man auch auf meinem Instagram-Account. Ich achte darauf, dass ich mich nicht festlege. Das entspricht mir auch überhaupt nicht. Als Jurorin würde ich auf keinen Fall dabei sein, weil ich mir nicht zutrauen würde, die Frau oder den Mann in dem Moment zu beurteilen. Doch wer da Lust zu hat, sollte es machen.

Sie sind in Paris, London, Rom oder Berlin unterwegs. Haben Sie da Unterschiede in der Arbeitsweise der Modebranche entdeckt?

Ja. In Paris hat man mit Abstand die genaueste Arbeitsweise. Fotografen und Models bekommen in Paris ganz präzise Vorgaben von den Designern: Die rechte Haarsträhne muss genau wie vorgegeben liegen, sonst geht das überhaupt nicht. In London geht man etwas lockerer damit um. Es ist aber interessant, verschiedene Arbeitsweisen kennenzulernen. Das ist auch das Charakteristische jeder Metropole, dass jede irgendetwas Besonderes hat, auch so entsteht Mode.

„Wer präsent ist, wird im Alter nicht unsichtbar“ schreiben Sie, wie viel Anteil hat daran der Modestil?

Das ist von Person zu Person verschieden. Das Wichtigste ist, dass man das Interesse an seiner Umwelt behält und es zeigt. Ich höre den ganzen Tag einen Radiosender, der ein breit gefächertes Programm anbietet. Ich habe eine Tageszeitung und eine Wochenzeitung. Damit bin ich schon sehr gut versorgt. Selbst wenn man sich das nicht leisten kann, gibt es so viele kostenlose Angebote, beispielsweise Gesprächskreise, denen man sich anschließen kann. Man muss im Alter nicht alleine sein, aber man muss auch ein bisschen was dafür tun.


Anna von Rüden wird am 28. März 1951 in Bottrop geboren und lebt dort die ersten Jahre mit ihren Eltern bei den Großeltern in einem Haus am Stadtrand . Mit der Einschulung zieht sie zu ihren Eltern ins Dorf Grafenwald. Nach dem Abitur in Oberhausen studiert sie Sozialpädagogik in Gladbeck und in Essen.

Als Studentin wird sie an einem Ostseestrand als Hausmodell für das Modehaus Horn am Ku’damm entdeckt. Dort läuft sie eine Weile Modeschauen. Doch sie kann ihre Modelkarriere nicht weiterverfolgen, weil ihre Eltern den Job „eher anrüchig“ finden und drohen, die Mitfinanzierung des Studiums einzustellen.

Mit 24 heiratet sie heimlich in Essen. Sie folgt ihrem Mann Hans nach Berlin, der dort Stadtplanung studiert, später als freier Architekt arbeitet. Das Paar bekommt insgesamt vier Kinder, zieht mehrfach um. Anna von Rüden leitet einige Jahre eine Kindertagesstätte in einem sozialen Brennpunkt in Berlin. Nach 30 Jahren lässt sich das Paar scheiden. Jedes ihrer elf Enkelkinder betreut sie bis zum Eintritt in die Kita, um ihren Schwiegertöchtern den Wiedereinstieg in den Beruf zu ermöglichen.

2006 wird sie beim Einkaufen auf dem Ku’damm von einem Modelscout entdeckt. Eine Agentur in Hamburg nimmt sie unter Vertrag. Sie steht international für große Modemarken und -magazine wie „Vogue“ vor der Kamera. 2012 spielt sie im Rammstein-Video zu „Mein Herz brennt“ mit. 2015 ist sie im „Intenso“-Werbespot für Dolce und Gabbana auf einer Jacht an der Seite von Hollywood-Star Colin Farrell zu sehen.

2011 lernt sie ihren 25 Jahre jüngeren Lebensgefährten, der wie sie Sozialpädagoge ist, in Berlin kennen.

Sie läuft regelmäßig bei der Berliner Fashion Week über den Laufsteg, in diesem Sommer für Lutz Huelle sowie für Isabel Vollrath. 2018 veröffentlicht sie ein Buch über ihr bewegtes Leben: „Jeden Tag aufs Neue glücklich. Für Träume ist man nie zu alt“ (Verlag Gräfe und Unzer). Anna von Rüden lebt in ihrer Wahlheimat Berlin.

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