Freitagabend auf Arte Befremdliche Doku: Tokyo Idols

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Sängerin Rio begeistert die Zuschauer bei einem Bandcontest.
© Brakeless Limited/Eyesteelfilm Classics Inc./Foto: WDRSängerin Rio begeistert die Zuschauer bei einem Bandcontest. © Brakeless Limited/Eyesteelfilm Classics Inc./Foto: WDR

Osnabrück. Die Pop Girls von Japan und deren meist älteren männlichen Fans stehen im Mittelpunkt der Dokumentation.

Befremdlich trifft den Charakter dieser Dokumentation von Kyoko Miyake wohl am besten. Dies bezieht sich aber nicht auf die Machart des Films, sondern auf das behandelte Thema. Es geht um die „Pop Girls von Japan“, die „Idols“ genannt werden: singende und tanzende junge Mädchen, deren Fans in der Regel Männer sind, die deren Väter oder Großväter sein könnten. Um die 10.000 dieser Idols soll es in Japan geben.

Gesellschaftlich gesehen, so der Kommentar im Film, seien die Idols Japans Antwort auf die „Sex Pistols“. Idols seien keine Modeerscheinung, sondern eine „Religion“. Thesen, die ob der hüpfenden und jaulenden Girls schwer nachvollziehbar sind. Und doch war das Phänomen Idols eine Folge einer schweren wirtschaftlichen Krise in Japan. Ein Idol-Fan zu sein bedeutete, im Leben versagt zu haben. Mittlerweile sind aber auch die Mädchen Mainstream geworden: der geschätzte Jahresumsatz beläuft sich auf eine Milliarde Dollar.

Kann man den Antrieb der jungen Frauen noch verstehen, erschließt sich einem der Fanatismus der Männer kaum. Mit Knicklichtern wedelnd bewundern sie die künstlerisch mauen Shows der Mädchen und befolgen den strikten Kodex beim „meet and greet“, wo sie zum Händeschütteln Schlangestehen. Andere Länder, andere Sitten.



Tokyo Idols

Freitag, 07. September 2018, 21.45 Uhr, Arte 

(Vier von sechs Sternen)

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