High-Society-Spektakel Liebeskomödie "Crazy Rich Asians" begeistert die Amerikaner

Von dpa und Lorena Dreusicke

Meine Nachrichten

Um das Thema Medien Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Henry Golding (rechts) als Nich Young und Constance Wu als Rachel Chu spielen in "Crazy Rich Asians" zwei Superreiche. Foto: Sanja Bucko/-/dpaHenry Golding (rechts) als Nich Young und Constance Wu als Rachel Chu spielen in "Crazy Rich Asians" zwei Superreiche. Foto: Sanja Bucko/-/dpa

New York. Alle Hauptrollen sind mit Darstellern asiatischer Abstammung besetzt. Das hat in Hollywood Seltenheitswert, umso größer ist nun der Wirbel zum Kinostart der turbulenten Asien-Love-Story.

Die einen jagen der wahren Liebe nach, die anderen einem Urzeitmonster – und zumindest an den Kinokassen sind die Romantiker erfolgreicher: Die Komödie "Crazy Rich Asians" hat an ihrem ersten Wochenende in Nordamerika 25 Millionen Dollar eingespielt (22 Millionen Euro), wie der "Hollywood Reporter" berichtete. Damit landete die Warner-Bros.-Produktion auf Platz eins der Charts, gefolgt von "The Meg". 

Darum geht es in "Crazy Rich Asians": Der deutsche Titel "Crazy Rich" lässt das Wichtigste einfach weg. Die Hollywood-Komödie dreht sich um Liebe, Intrigen und Traditionen im asiatischen Kulturkreis. Entsprechend hat Regisseur Jon M. Chu ("Die Unfassbaren 2", "G.I. Joe – Die Abrechnung") alle Hauptrollen mit Darstellern asiatischer Abstammung besetzt. Das hat in Hollywood Seltenheitswert, umso größer ist nun der Wirbel zum Kinostart der turbulenten Asien-Love-Story in den USA (am 17. August). 


Die Happy-End-Geschichte im Stil von "Manhattan Love Story" oder "Pretty Woman" dreht sich um die New Yorker Jungprofessorin Rachel Chu (Constance Wu), die von ihrem Freund Nick Young (Henry Golding) ins heimatliche Singapur eingeladen wird. Er hat ihr allerdings verschwiegen, dass er der Sprössling einer der reichsten Familien des Landes ist und als begehrter Junggeselle gilt. Vor allem seine standesbewusste Mutter (Michelle Yeoh) wünscht eine passende Braut. 

Extrem positive Kritiken

In der romantischen Komödie nach dem Bestseller von Kevin Kwan spielen auch Gemma Chan, Sonoya Mizuno und die US-Rapperin Awkwafina, Tochter einer südkoreanischen Mutter, mit. "Crazy Rich" ist der erste große Hollywood-Film mit einem rein asiatischen Cast seit dem Drama "Töchter des Himmels" ("Joy Luck Club") vor 25 Jahren.

Das Werk erhielt in den USA extrem positive Kritiken. "Es ist die Komödie, die man diesen Sommer sehen muss", schrieb der "Rolling Stone". Das Magazin "Time" meinte: "Der Film bietet großartigen Humor und ist zu keinem Moment langweilig." In Deutschland kommt das Superreichen-Spektakel am 23. August unter dem Titel "Crazy Rich" in die Kinos. 

Vorwurf des "Whitewashing"

Asiaten vor Hollywoods Filmkameras sind immer noch die Ausnahme. Nach der jüngsten Studie der USC-Universität in Kalifornien zur Diversität im Filmgeschäft gab es 2017 in 65 von 100 Hit-Filmen nicht eine einzige Sprechrolle für eine Asiatin. Hollywood-Produktionen wird oft vorgeworfen, Rollen und Figuren aus anderen Kulturen durch "Weißwaschen" auf ein weißes Publikum zuzuschneiden. Ein Streit entbrannte etwa um den Film "Ghost in the Shell", in dem die blonde Scarlett Johansson mit schwarzer Perücke eine japanische Manga-Heldin spielte. "Es ist kein Film, es ist eine Bewegung", sagte Regisseur Chu bei einem Screening. Er hoffe, dass in zehn Jahren ein solcher Film ganz normal sei. "Das ist ein Traum von mir, dass wir nicht über einen Film sprechen, nur weil er eine komplett asiatische Besetzung hat", sagte Chu dem Kinoportal "Deadline.com".

Im Netz wird der Film auch munter von Hollywood-Größen kommentiert. Schauspieler Chris Pratt twitterte: "Wow, das Kino war voll...Heilige Scheiße. Was ein großartiger Film! Habe lange keinen so guten Film gesehen."

Schauspielerin Olivia Munn, die asiatische Wurzeln hat, sieht es ähnlich. Sie twitterte: "Das ganze Kino hat gelacht, geweint, applaudiert. Seht diesen Film!"

Auch Schauspieler Dwayne "The Rock" Johnson outete sich als Fan: Er gratulierte seinem "Bruder im Geiste", Regisseur Jon M. Chu zu dem "brillanten und vielsagenden" Film.

Komiker Jimmy O. Yang, der im Film eine Rolle spielt, rief auf Twitter dazu auf, sich den Film anzusehen – und bringt eine mögliche Fortsetzung ins Spiel.



Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN