Früherer WDR-Fernsehspielchef "Tatort"-Erfinder Gunther Witte gestorben

Meine Nachrichten

Um das Thema Medien Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der "Tatort"-Erfinder Gunther Witte ist tot. Foto: dpa/Jörg CarstensenDer "Tatort"-Erfinder Gunther Witte ist tot. Foto: dpa/Jörg Carstensen

Köln/Berlin. Der langjährige Fernsehspielchef des WDR und "Tatort"-Erfinder, Gunther Witte, ist im Alter von 82 Jahren gestorben.

Der Erfinder des Tatorts und ehemalige WDR-Fernsehspielchef Gunther Witte ist am 16. August 2018 im Alter von 82 Jahren unerwartet in Berlin gestorben. Das erfuhr der WDR aus dem Kreis seiner Familie, heißt es in einer Pressemitteilung des Senders. 

Witte hatte als WDR-Redakteur die Krimireihe "Tatort" erfunden, die seit 1970 im Ersten läuft. Von 1979 bis zu seinem Ruhestand 1998 war er Fernsehspielchef beim WDR.

WDR-Intendant Tom Buhrow würdigte Witte als "eine der herausragenden Persönlichkeiten des Fernsehspiels." Mit seiner einzigartigen Erfindung der "Tatort"-Reihe habe er den WDR und das deutsche Fernsehen so nachhaltig geprägt wie kaum ein anderer. "Das, was er geschaffen hat, bleibt und wird unsere Zuschauer weiterhin bereichern", sagte Buhrow.

Studierter Theaterwissenschaftler

Gunther Witte wurde am 26. September 1935 im lettischen Riga geboren. 1963 kam er zum WDR. Zunächst arbeitete er als Redakteur und Dramaturg in der Abteilung Fernsehspiel, von 1979 bis 1998 als verantwortlicher Leiter. Das Konzept für den regional geprägten Tatort im Ersten entwickelte er 1969. Ein Jahr später ging mit "Taxi nach Leipzig" der erste Tatort auf Sendung. 

In den Folgejahren war der studierte Theaterwissenschaftler an vielen weiteren wichtigen Fernsehfilmproduktionen des WDR beteiligt, als Produzent etwa an Volker Schlöndorffs "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" und an Rainer Werner Fassbinders "Berlin Alexanderplatz". Er arbeitete mit Regisseuren wie Wolfgang Petersen ("Die Konsequenz"), Peter Beauvais ("Die Ratten") und Bernhard Wicki zusammen, mit dem er das Drehbuch zu dessen Film "Die Eroberung der Zitadelle" schrieb. 

Verdient machte er sich zudem als Förderer des Doku-Dramas. In seine Zeit als Fernsehspielchef des WDR fiel auch der Start eines weiteren Dauerbrenners im Sonntagsprogramm des Ersten, der "Lindenstraße". Gunther Witte ging 1998 in den Ruhestand.

2001 wurde Gunther Witte mit der "Besonderen Ehrung" des Grimme-Preises ausgezeichnet. Seit 2007 war er Ehrenmitglied der Deutschen Filmakademie. 2013 wurde er mit dem Ehren-Bambi ausgezeichnet.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN