Künstlerisch eigenständig Sky präsentiert exklusive Neuauflage der Serie „Das Boot“

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Augen auf! Im Spätherbst 2018 startet bei Sky die neue Serie „Das Boot“ Foto: Nik Konietzny/BavariaAugen auf! Im Spätherbst 2018 startet bei Sky die neue Serie „Das Boot“ Foto: Nik Konietzny/Bavaria

München. Für Ende November plant Bezahlsender Sky die Ausstrahlung der Serie „Das Boot“, inspiriert von Wolfgang Petersens Meisterwerk. Auf dem Münchner Filmfest gab es erste Szenen zu sehen, sowie Berichte vom aufwändigen Dreh zu hören.

Allein das bekannte musikalische Motiv von Klaus Doldinger genügte, um im Carl-Orff-Saal auf dem Münchner Filmfest die typische Atmosphäre von Wolfgang Petersens „Das Boot“ herzustellen, als beim Panel zur neuen gleichnamigen Sky-Serie fünf maßgeblich beteiligte Akteure dem Publikum erste Einblicke in das Mammutprojekt gewährten. Als Ehrengast trat Doldinger dann auch selbst auf und bescheinigte der neuen Serie voller Respekt künstlerische Eigenständigkeit – auch wenn seine berühmte Melodie darin wieder zu hören ist.

Die Handlung der Sky-Serie setzt 1942, nach der Handlung des Petersen-Boots an. U-612 ist zu seiner Jungfernfahrt vom besetzten La Rochelle bereit, während an Land ein Verschwörungsplot um die Résistance das erzählerische Gegengewicht zur klaustrophobischen Handlung an Bord des Bootes bildet – und zudem stärker ein weibliches Publikum ansprechen soll.

Die Szenen an Land drehen sich vor allem um die Übersetzerin Simone Strasser, die als gebürtige Straßburgerin zwischen den deutschen Besatzern und dem Widerstand steht. Wie sehr Darstellerin Vicky Krieps vor allem die Verhörszenen mit Tom Wlaschiha zugesetzt haben, wurde in einem solchen Ausschnitt spürbar, der auch ohne Verständnis der Gesamthandlung eine enorme Spannung entfaltet.

Die auf dem Münchner Filmfest gezeigten Ausschnitte an Bord des U-Boots wecken hingegen sofort Erinnerungen an die Enge und das Chaos aus Petersens Boot, ohne wie eine Kopie zu wirken. Kein Wunder: Regie führte der erfolgreiche österreichische Filmemacher Andreas Prochaska („Das Wunder von Kärnten“, „Das finstere Tal“). „Sportlich“ nannte der beim Panel in München den Produktionsplan, den man ihm vorlegte. Die Zahlen sprechen für sich: 105 Drehtage zwischen La Rochelle, München, Malta und Prag. 79 Schauspieler und fast 1000 Statisten. Ein 45 Meter langes Set für die Innenaufnahmen des U-Boots, dessen Aufbau allein 15 Wochen dauerte. Zudem musste die 240 Tonnen schwere Außenfassade der U-Boot-Replika zwei Monate lang saniert werden.

Unabhängiges, eigenständiges Werk

Andreas Prochaska ist der Mann für solche Kraftakte. Zuvor realisierte er den ebenfalls aufwändigen und ambitionierten Historien-Dreiteiler „Maximilian“. Auch Rick Okon, der den Kapitän des U-Boots spielt, musste beim Dreh an seine Grenzen gehen: „Bei den Dreharbeiten der U-Boot-Szenen wurde uns klar, wie hart das Leben an Bord gewesen sein muss. Und zu wissen, dass damals von 30 000 U- Boot-Soldaten nur ein kleiner Bruchteil überlebt hat, macht einem die Brutalität des Krieges erschreckend deutlich.“ Dass die Serie den Krieg nicht verherrliche, wurde nochmals vonseiten der Produzenten betont.

Sky stemmte das Budget von 26,5 Millionen gemeinsam mit der Bavaria Fiction und der britischen Firma Sonar Entertainment. Auch die Bücher entstanden in Kooperation zwischen Deutschland und England, als Chefautoren zeichnen Tony Saint und Johannes W. Betz („Der Tunnel“) verantwortlich. Ebenfalls wichtig ist den Machern, klarzustellen, dass es sich bei der Serie um ein von Wolfgang Petersens Boot unabhängiges, eigenständiges Werk handelt, inspiriert von Lothar Günther Buchheims Romanen „Das Boot“ und „Die Festung“. Mit einem genauen Ausstrahlungstermin hält Sky noch hinterm Berg, jedoch wolle man die Serie noch vor Weihnachten zeigen. Damit rückt der Start von „Das Boot“ in zeitliche Nähe zum Endes der Free-TV-Ausstrahlung von „Babylon Berlin“, das Sky gemeinsam mit der ARD finanzierte. Ganz bewusst hat man sich diesmal ohne Partner im Free TV auf die Reise gemacht. Auch über eine eventuelle Zweitverwertung will man sich vorab nicht äußern – „Das Boot“ soll ein exklusives Sky-Produkt sein.


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