Heute Abend im ARD-Programm Dokumentation im Ersten fragt nach der Gefahr durch Kampfhunde

Von Joachim Schmitz

Kampfhund Mikey wurden die Ohren abgeschnitten, als er ein Welpe war. Das ist Tierquälerei und in Deutschland verboten. Foto: Radio BremenKampfhund Mikey wurden die Ohren abgeschnitten, als er ein Welpe war. Das ist Tierquälerei und in Deutschland verboten. Foto: Radio Bremen

Osnabrück. „Wie gefährlich sind Kampfhunde?“ Diese Frage stellt heute Abend um 22.45 Uhr eine von Radio Bremen für die ARD produzierte Dokumentation. Eine Antwort aber kann sie nicht geben, denn jeder Hund ist anders als der andere.

Schreckhafte Gemüter sollten sich vielleicht die erste Minute dieser Dokumentation ersparen. Denn da empfindet der Rottweiler Apollo die Kamera offenbar als Gefahr und schnappt zu – zum Glück trägt er einen Maulkorb. Eine solche Szene ist in einer Dokumentation über Kampfhunde wohl ebenso unerlässlich wie der Fall Chico – jener Staffordshire-Terrier-Mischling aus Hannover, der im April trotz Petition und Morddrohungen eingeschläfert wurde, nachdem er seine beiden völlig überforderten Halter totgebissen hatte.  (Der Fall Chico)

Die Filmautoren stellen nicht nur die im Titel ihrer Doku enthaltene Frage nach der Gefahr durch Kampfhunde, sondern wollen auch wissen: An welchem Ende der Leine befindet sich das eigentliche Problem? Warum ist die Hundegesetzgebung eigentlich Ländersache, gelten also mitunter auf einem Abstand von wenigen Kilometern völlig unterschiedliche Regeln? Sind Problemhunde eigentlich resozialisierbar? Und was passiert mit Hunden, die einmal auffällig und als gefährlich eingestuft worden sind?  


Rottweiler Apollo hat ein großes Problem mit Kinderwagen - und mit Fernsehkameras. Foto: Radio Bremen


Besonders interessant dabei ein Besuch in der Hellhound Foundation in der Lüneburger Heide, wo engagierte Frauen mit unvermittelbaren Hunden arbeiten, die man nicht einmal mehr im Tierheim halten kann. So wie Apollo, der nicht nur eine ausgeprägte Aversion gegen Kameras, sondern auch gegen Kinderwagen und Fahrräder hegt.  


Dieser Hundebesitzer hat seinen Liebling immer im bzw. am Kopf. Foto: Radio Bremen


Befriedigende Antworten kann dieser Film allerdings nicht liefern. Kampfhundebesitzer dürften weiterhin der Ansicht sein, dass nicht der Vierbeiner das Problem ist, sondern immer nur der Zweibeiner am anderen Ende der Leine. Die im Film geschilderten tragischen Beißattacken wie der tragische Tod des sechsjährigen Volkan in Hamburg, der von zwei Hunden zu Tode gebissen wurde, werden allerdings einen Großteil des Publikums in der Ansicht bestärken, dass von Kampfhunden eine immense Gefahr ausgeht.


Wie gefährlich sind Kampfhunde? Das Erste, Montag, 13. August 2018, 22.45 Uhr.

Wertung: 4 von 6 Sternen


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