TV-Programm am Dienstag Beeindruckend: Arte-Dokumentation "The Bomb" zur Atombombe

Von Susanne Haverkamp

Operation Dominic: eine Reihe von Kernwaffentests der USA, die zwischen dem 25. April und dem 17. Juli 1962 durchgeführt wurden. Foto: Arte/Ken HackmanOperation Dominic: eine Reihe von Kernwaffentests der USA, die zwischen dem 25. April und dem 17. Juli 1962 durchgeführt wurden. Foto: Arte/Ken Hackman

Osnabrück. Am 6. August gedenkt die Welt dem Abwurf der ersten Atombombe auf Hiroshima. Arte zeigt am Tag darauf eine ausgezeichnete Dokumentation über die Entstehung dieser Waffe.

Es ist nicht die erste Dokumentation über die Atombombe, die Arte pünktlich zum Hiroshima-Gedenktag ausstrahlt, aber es ist eine wirklich gute. In den ersten 45 Minuten wird sehr lebendig die Entwicklung der ersten Atombombe nacherzählt. Mit Zeitzeugen, Historikern, altem Filmmaterial und schnellen Schnitten wird die Arbeit an der Atombombe vom ersten Impuls durch Lise Meitner Ende der 1930er Jahre – die deshalb auch Mutter der Atombombe genannt wird – bis zu den beiden Abwürfen im August 1945 geradezu unterhaltsam und kurzweilig nachgezeichnet. Ein sehenswertes Stück Wissenschaftsdokumentation.




Die zweiten 45 Minuten sind dem Wettrüsten zwischen den USA und der Sowjetunion gewidmet, der Entwicklung der noch gewaltigeren Wasserstoffbombe und der Strategie der Abschreckung. Der Wahnsinn, der dahintersteckt, ist immer spürbarer, je länger der Film dauert. Er endet mit der Kuba-Krise und damit mit der Zeit, in der die Menschheit am nächsten dran war an ihrer freiwilligen Selbstvernichtung.

Der Film ist eine im besten Sinn historische Dokumentation. Dennoch beruhigt es nicht, wenn er damit endet, aufzuzählen, welche Länder heute Atommächte sind und das Fazit zieht: „Von ihnen sind Indien und Pakistan die bedrohlichsten, und selbst ein regionaler Atomkrieg zwischen den beiden hätte schlimmste Folgen für uns alle.“

Fünf von sechs Sternen

The Bomb . Dienstag, 7. August 2018 um 20.15 Uhr bei Arte 


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