Polizei veralbert Youtube-Star Leon Machère vor Gericht

Von Markus Lorenz

Die Scherze von Leon Machère, seine sogenannten Polizei-Pranks (Scherze), gehören zu den Rennern auf Youtube. Screenshot: youtube / Leon MachèreDie Scherze von Leon Machère, seine sogenannten Polizei-Pranks (Scherze), gehören zu den Rennern auf Youtube. Screenshot: youtube / Leon Machère

Hamburg. Der 26-jährige Youtube-Star Leon Machère machte ein Blaulicht auf ein Auto und wies Passanten an sich auszuziehen. Das sollte ein Streich sein. Jetzt steht er vor Gericht.

Es könnte voll im Hamburger Strafjustizgebäude. Zumindest im Verhandlungssaal 297 dürfte am Mittwoch, 1. August, kaum ein Platz für Besucher frei bleiben, wenn dort ab 13 Uhr einer der bekanntesten YouTube-Künstler hierzulande auf der Anklagebank Platz nehmen soll. Der Hamburger Leon Machère (26) – alias Rustem Ramaj – gehört mit mehr als zwei Millionen Abonnenten zu den deutschen Superstars des Internet-Videoportals.

Polizei-Pranks von Machère ein Renner auf Youtube

Seine so genannten Polizei-Pranks (Scherze) gehören zu den Rennern auf Youtube, werden millionenfach geklickt. Aktueller Stein des Anstoßes sind zwei der Filmchen, in denen der 26-Jährige Ordnungshüter und Passanten auf die Schippe nimmt. Weil er dabei nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft gegen Gesetze verstoßen hat, muss er sich wegen Amtsanmaßung und Vortäuschens einer Straftat verantworten.

Letzterer Vorwurf bezieht sich auf ein Video, das Machère im Februar 2017 unter dem Titel „Polizei Prank!!! (Wände besprühen)“ online gestellt hatte. Laut Anklage hatte er am Jungfernstieg und am Rathausmarkt jeweils in der Nähe von Polizisten Kältespray gegen Hauswände gesprüht, um Sachbeschädigungen vorzutäuschen. Als die Beamten die Personalien aufnahmen und den Sprüher aufforderten, sein Verhalten zu unterlassen, hielt der Youtuber dies mit der Kamera fest und veröffentlichte die Aufnahmen.

Das Video ist noch auf seinem Youtube-Kanal zu finden. Die Beamten sind unkenntlich gemacht worden:


Auch soll der Video-Witzbold mit zwei Mittätern in einem Privat-Pkw samt eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn durch Hamburg gefahren sein. Passanten, die von einem echten Polizeieinsatz ausgingen, forderte Machère per Megaphon auf, Liegestütze zu machen oder sich zu entkleiden. Die Bilder erschienen im vorigen Sommer auf YouTube, Titel: „Polizei-Sirenen-Prank !!!“.

Bereits 32.500 Euro Strafe gezahlt

Der Hamburger Internet-Star hat nicht zum ersten Mal Ärger mit Organen der staatlichen Ordnung. Im Mai verurteilte ihn das Amtsgericht Augsburg zu einer Strafe von 32.500 Euro, weil er Polizisten in der bayerischen Stadt beleidigt hatte. Bei der Berechnung der Strafhöhe hatte das Gericht einen beachtlichen Tagessatz von 250 Euro angesetzt – was darauf schließen lässt, dass der YouTuber mit seinem Gewerbe üppige Einnahmen erzielt.

Sein Kollege ApoRed hat zuletzt ebenfalls wegen eines mehr als zweifelhaften Prank-Videos Schlagzeilen gemacht. Er hatte in der Hamburger Innenstadt Menschen eine Tasche zugeworfen und gerufen, diese beinhalte eine Bombe. Ein Gericht verurteilte ApoRed 2017 zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten sowie 200 Sozialstunden. Die Richter werteten die falsche Bombendrohung als Körperverletzung, Nötigung sowie Störung des öffentlichen Friedens, aber auch als Verletzung des Kunsturhebergesetzes, da die Gesichter der Opfer nicht verpixelt wurden.


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