Heute Abend bei ZDFneo im TV Gegen Stefan Haschke in "Tanken - mehr als Super" wirkt Stromberg sympathisch

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Georg (Stefan Haschke, re.) bedroht seinen Vorgesetzten Dr. Ehrenreich (Alexander Fennon). Die Nikotinpflaster tun ihre Wirkung. "Tanken - Mehr als Super". ZDFneo, dienstags, ab 31. Juli, 22.45 Uhr.Foto: ZDF/ Marion von der MehdenGeorg (Stefan Haschke, re.) bedroht seinen Vorgesetzten Dr. Ehrenreich (Alexander Fennon). Die Nikotinpflaster tun ihre Wirkung. "Tanken - Mehr als Super". ZDFneo, dienstags, ab 31. Juli, 22.45 Uhr.Foto: ZDF/ Marion von der Mehden

Osnabrück. In „Tanken – mehr als super“ brilliert Hauptdarsteller Stefan Haschke als strafversetzter Nachtschichtleiter Georg Bergstedt einer Tankstelle. Gegen diese Figur wirkt sogar ein Bernd Stromberg beinahe noch sympathisch.

Irgend etwas muss mächtig schief gelaufen sein in der Karriere des 36-jährigen Tankstellen-Filialleiters Georg Bergstedt (Stefan Haschke). Eben noch wähnte er sich ganz oben auf dem Karriere-Sprungbrett. Nun sieht er sich mit der schlimmsten Strafe konfrontiert, die einen Möchtegern-Topmanager wie ihn ereilen kann. Eine Strafversetzung in die Nachtschicht.

Zwar bestätigt er seinen Dienstantritt mit einem Anruf bei seinem Vorgesetzten. Aber nicht ohne verschwurbelte Protestnote, in der er „zu bedenken“ gibt, dass sein „Potenzial im nächtlichen Umfeld nicht adäquat genutzt wird und ich unserem Unternehmen viel mehr nutzen könnte, wenn ich gemäß meiner überdurchschnittlichen Management-Abilities wieder in der Tagschicht...“. Weiter kommt er nicht. Dann wirft ihn der Anrufbeantworter aus der Leitung.

Die neue Serie „Tanken – mehr als Super“ stammt aus der relativ seltenen Nische der Workplace-Sitcoms. Also Situationskomödien, die am Arbeitsplatz spielen. Das in Deutschland bekannteste Beispiel dafür ist die Serie „Stromberg“, in der sich Christoph Maria Herbst als Büro-Fiesling Bernd Stromberg ganz nach oben gespielt hat. Auf der Rangliste unsympathischer Serien-Chefs könnte der zu Handgreiflichkeiten neigende „Tanken“-Filialleiter Bergstedt nun an Stromberg vorbeiziehen.

Bergstedt-Darsteller Haschke brilliert regelrecht in seiner Rolle, die er mit präziser Konzentration und der nötigen Portion Ernst spielt. Dafür musste der in Leipzig aufgewachsene und zum festen Ensemble am Theater Osnabrück gehörende Schauspieler außergewöhnlich viel Text lernen, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion betont. Rund 70 Prozent der Dialogzeilen gingen an ihn, habe ihm Autor Gernot Gricksch verraten, der gemeinsam mit Julia Drache die Drehbücher verfasst hat.

Dabei sieht Haschke seine von Unsicherheiten geleitete Figur durchaus ambivalent. Sein Filialleiter Bergstedt sei sich seiner menschlichen Schwächen bewusst, versuche aber, diese „konsequent mit Härte und Dominanz und Machotum zu überspielen“, sagt Haschke. Letztendlich gelingt es dem Schauspieler, seiner Figur eine tragikomische Note und Tiefe zu verleihen, die man gerade im Bereich der Sitcoms nur selten findet.

Ihm zur Seite stehen Daniel Zillmann als einfältiger Kollege Olaf, der von einer Karriere als Rockmusiker träumt und heimlich in Georgs ärgste Feindin, die neue Tagschichtleiterin Jana (Christina Petersen), verliebt ist. Und Ludwig Trepte als Daniel, der sein Medizinstudium abgebrochen hat, sein medizinisches Wissen aber mehr als einmal in der Tankstelle anwenden kann und muss.

Das Vorbild für die toll besetzte und sehr unterhaltsam produzierte Sitcom hat die Produktionsfirma Letterbox in der isländischen Serie „Naeturevektin / Nightshift“ gefunden. „Uns schien die Idee einer Comedy in einem so alltäglichen und bekannten Setting sehr reizvoll", betont Produzent Torsten Götz gegenüber unserer Redaktion. "Also haben wir die Rechte gekauft und uns an die Umsetzung gemacht".

Gedreht wurde von Mitte Februar bis Ende April. Um jeglicher Form von Produktwerbung auszuweichen, wurde die Tankstelle „extra gebaut und komplett mit Waren ausgestattet, die es so nicht gibt“, so Götz.

In Island war „Naeturevektin“ ein regelrechter Straßenfeger. Dazu wird es mit der äußerst gelungenen deutschen Adaption allein schon wegen des späten Sendetermins auf ZDFneo kaum kommen. Aber auch „Tanken“ besitzt ein hohes Kultpotenzial. Wir wagen mal die Prognose, dass die Serie in der ZDF-Mediathek ein echter Hit wird.

„Tanken – mehr als Super“. ZDFneo, dienstags, ab 31. Juli, 22.45. In der ZDF-Mediathek Folgen 1-6 ab Dienstag, 31. Juli; Folgen 7-12 ab Dienstag, 11. September.


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