Heute Abend im TV bei ZDFneo Serie „The Art of Crime“ verbindet Kunstgeschichte und das Kriminalgenre

Meine Nachrichten

Um das Thema Medien Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Weltstar Miou-Miou spielt in der ersten Doppelfolge der Serie "The Art of Crime" eine undurchsichtige Kunstmäzenin. Im wirklichen Leben ist sie die Mutter der Serienerfinderin und Drehbuchautorin Angèle Herry-Leclerc. Foto: ZDF und Etienne ChognardWeltstar Miou-Miou spielt in der ersten Doppelfolge der Serie "The Art of Crime" eine undurchsichtige Kunstmäzenin. Im wirklichen Leben ist sie die Mutter der Serienerfinderin und Drehbuchautorin Angèle Herry-Leclerc. Foto: ZDF und Etienne Chognard

Osnabrück. Die neue französische Serie „The Art of Crime“ (ZDFneo, ab Freitag, 20.15 Uhr) verbindet Kunstgeschichte und das Kriminalgenre zu einer reizvollen Mischung, in der auch schon mal alte Meister höchstpersönlich erscheinen.

„Jetzt mal ehrlich – wie kann man denn nur so etwas malen? Ist doch alles potthässlich!“ Polizist Antoine Verlay (Nicolas Gob) ist ein leidenschaftlicher Kunstbanause. Trotzdem hat es den Pariser Capitaine de Police nach seinem Rauswurf bei der Kripo in die Abteilung zur Bekämpfung des Schmuggels mit Kunstgütern verschlagen. Aber erst einmal soll er in einer Kunstausstellung ein Gemälde vor einem Kunstschänder bewahren – und sitzt natürlich vor dem falschen Bild. Zum Glück erweist sich Antoine in Sachen Körpereinsatz deutlich fitter als bei Kunstfragen.

Ein bisschen Macho

Kürzer und prägnanter als zum Auftakt der neuen Serie „The Art of Crime“ lässt sich eine Hauptfigur kaum einführen. Ruppig, impulsiv und ein bisschen Macho – aber selbstverständlich ahnt man als Zuschauer von Anfang an, dass sich hinter Antoines rauer Schale auch ein weicher Kern verbergen muss. Der kommt freilich erst allmählich zum Vorschein.

Die erste Episode mit dem Titel „Der Da Vinci Code“ dreht sich nicht nur um einen rätselhaften Kriminalfall aus der Kunstwelt, sondern lässt auch den alten Meister und Schöpfer der „Mona Lisa“ leibhaftig im Hier und Jetzt auferstehen. Dies zwar nur in der Phantasie der labilen Kunsthistorikerin Florence Chassagne (Eléonore Gosset). Aber deutlich sichtbar für die Zuschauer.

Sowieso verkörpert Florence das exakte Gegenteil von Antoine. Und erscheint damit wie geschaffen als berufliche wie auch private Partnerin des barschen Polizisten. Schließlich sind gegensätzliche Ermittlerpaare längst ein ungeschriebenes Gesetz im Kriminalgenre.

Augenzwinkernde Eleganz

Dieser erste Fall der neuen Serie zeigt nun mit augenzwinkernder Eleganz, wie sich Kunstgeschichte mit den Mitteln der Krimiserie reizvoll vermitteln lässt. Ausgangspunkt ist ein zwar altes, aber relativ wertloses Gemälde aus dem 15. Jahrhundert. Doch wieso um alles in der Welt ist Kunstmäzenin Catherine Duttileul (Miou-Miou) nur so erpicht darauf, dass sie sogar bereit ist, das zehnfache des geschätzten Wertes zu bezahlen? Und warum wird ein Dieb beim Versuch, die wertlose Hofmalerei zu stehlen, wegen dieses billigen Bildes ermordet? Nur soviel sei verraten. Der Titel der Episode lautet nicht zufällig „Der Da Vinci Code“.

Regisseurin Charlotte Brändström, die für die Inszenierung der ersten Doppelfolge verantwortlich zeichnet, jongliert unterhaltsam-hintersinnig mit Motiven aus dem Reich der Kunstgeschichte und reichert den Kriminalfall mit Verweisen auf Hitchcocks „Vertigo“ an. Dabei kommt es auch zu kunsthistorischen Fragestellungen. War Leonardo Da Vinci wirklich homosexuell? Was hat es mit der „Monna Vanna“ auf sich? Und wie genau funktioniert eigentlich das lukrative Geschäft mit Fälschungen?

Ersonnen und geschrieben wurde die Serie von Angèle Herry-Leclerc und Pierre-Yves Mora, die bereits zuvor gemeinsam für das französische Fernsehen Serienstoffe entwickelt haben. Dass in der ersten Episode von „The Art of Crime“ nun der französische Weltstar Miou-Miou in einer tragenden Nebenrolle glänzt, dürfte mehr als nur ein Zufall sein.

Miou-Miou, die unter dem bürgerlichen Namen Sylvette Herry zur Welt kam, ist Angèle Herry-Leclercs Mutter. Angèles ungewöhnliche Kindheit war von prägenden Ereignissen im familiären Umfeld beeinflusst, insbesondere dem tragischen Suizid des leiblichen Vaters Patrick Dewaere und dem Einfluss ihres späten Adoptivvaters Paul-Alain Leclerc, besser bekannt als Chansonnier Julien Clerc. Man darf gespannt sein, ob Herry-Leclerc irgendwann ihre eigene Biografie zum Drehbuch eines TV-Dramas heranzieht.

Mit „The Art of Crime“ geht es auf jeden Fall weiter. In Frankreich soll noch in diesem Jahr eine zweite Staffel ausgestrahlt werden.

„The Art of Crime“. ZDFneo, 3 Doppelfolgen freitags, ab 27. Juli, 21.45 Uhr.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN