Mit Stars im Auto singen Youtube-Phänomen James Corden singt in „Carpool Karaoke“ mit Promis

Von Marcel Kawentel

Moderator James Corden (links) und Sänger Sir Paul McCartney sitzen bei den Dreharbeiten zu "Carpool Karaoke" gemeinsam auf der Motorhaube des Wagens. McCartney hat Corden durch seine Heimatstadt Liverpool geführt. Foto: dpa/Craig Sugden/Press Association ImagesModerator James Corden (links) und Sänger Sir Paul McCartney sitzen bei den Dreharbeiten zu "Carpool Karaoke" gemeinsam auf der Motorhaube des Wagens. McCartney hat Corden durch seine Heimatstadt Liverpool geführt. Foto: dpa/Craig Sugden/Press Association Images

Osnabrück. Mit „Carpool Karaoke“ schuf James Corden, Komiker, Schauspieler und Gastgeber der US-„Late Late Show“, ein Youtube-Phänomen, das mit Paul McCartney als Gast zuletzt für Begeisterung und Klickzahlen in zweistelliger Millionenhöhe sorgte.

Es begann mit dem Red Nose Day 2011. Der britische Komiker und Schauspieler James Corden drehte einen Sketch mit Popstar George Michael  in dem beide im Auto zu Michaels Hit „I’m Your Man“ singen. Davon inspiriert entwickelte sich das wiederkehrende Segment „Carpool Karaoke“ in der CBS-Sendung „The Late Late Show with James Corden“. Darin fährt Corden Auto mit zumeist musikalischen Berühmtheiten und singt mit ihnen zu deren Songs. Der Titel leitet sich ab aus dem englischen Begriff für Fahrgemeinschaft - Carpool. Zwischen den Gesangseinlagen passiert das, was der Zuschauer von Late Night Shows als lockere und humoristische Interviewpassagen kennt, nur eben im Auto.

Vom viralen Hit zum Klassiker

Im Juni 2018 wurde das Konzept in der Ausgabe mit Paul McCartney erweitert um einen Besuch in McCartneys früherem Haus, seinem alten Friseur und einem scheinbar improvisierten Auftritt in einem Pub. Bis dato erntete der Clip über 27 Millionen Aufrufe bei Youtube, wo die „Carpool Karaoke“-Ausschnitte aus Cordens Show längst vom viralen Hit zum Klassiker avanciert sind. Eine Sonderstellung in der „Carpool“-Galerie nimmt auch die Episode mit Michelle Obama ein, die mit ihren Rap-Künsten - unterstützt von Missy Elliott - selbst beim politisch uninteressierten Publikum zusätzliche Sympathiepunkte gsammelt haben dürfte. „Carpool“-Queen der Klicks ist aber Sängerin Adele, deren Auftritt in Cordens Show aktuell über 180 Millionen Mal aufgerufen wurde. Einige weitere namhafte Mitfahrer sind: Bruno Mars, Gwen Stefani, Madonna, Pink und The Red Hot Chili Peppers. Dazu kommen Stars, die eher in den USA Ruhm genießen.

Trällern im privaten Raum

Der Reiz der Show - und dafür sind sowohl Adeles als auch Paul McCartneys „Carpool“-Auftritte Paradebeispiele - liegt in der vermeintlich privaten Atmosphäre. Das laute Singen zu Musik aus dem Autoradio gehört wie das Trällern unter der Dusche zu den Dingen, die viele ganz normale Menschen tun, aber eben in ihrer privaten Umgebung, wo ihnen niemand zuhört. Stars in einem solchen Setting ‚kennenzulernen‘, zu sehen, dass selbst als Diven verschrieene Künstlerinnen wie Jennifer Lopez oder Madonna sich selbst nicht allzu ernst nehmen, verströmt den heutzutage in vielen Bereichen angestrebten Flair des Authentischen und Natürlichen. Vor allem aber verbindet James Corden, der selbst ein sehr passabler Sänger ist, mit den Stars die ansteckende Leidenschaft für Musik, was „Carpool Karaoke“ gefühlt zu einem Format von Fans für Fans macht. Die Momente, in denen er mit seinen ‚Fahrgästen‘ zweistimmig singt, durch Textsicherheit beeindruckt oder von Paul McCartney zu Tränen gerührt wird, wirken ehrlich, wie eine spontane Jam Session und geben der Musik somit das zurück, was sie im Kern ausmacht: den quasi-magischen Charakter des Emotionalen und Unmittelbaren, ohne das Brimborium der Pop-Industrie. 

CBS, Youtube, Apple Music

Youtube, Heimat der Selbstinszenierer, Selbermacher oder auch nur solcher, die sich so verkaufen, ist das perfekte Medium für diese auf Schlicht getrimmte Form der Showeinlage. Der Erfolg von „Carpool Karaoke“ spricht für sich: 2016 kaufte Apple Music die Rechte für das Konzept und machte für seine Abonnenten eine Serie daraus. So war dort etwa der mittlerweile verstorbene Chester Bennington, Sänger der Band „Linkin Park“ kurz vor seinem Tod zu sehen. Corden führt „Carpool Karaoke“ parallel in seiner eigenen Show weiter. 


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