Heute Abend im TV ARD-Doku über "Das verrohte Land"

Von Frank Jürgens

Selbstverteidigungskurse, Schlagstock und Pfefferspray. Deutsche Ordnungsämter rüsten auf. Regelmäßig wird Selbstverteidigung gegen Angreifer, auch die mit dem Messer, geprobt. "Das verrohte Land - Wenn das Mitgefühl schwindet". Das Erste, Montag, 23. Juli, 22.45 Uhr.Selbstverteidigungskurse, Schlagstock und Pfefferspray. Deutsche Ordnungsämter rüsten auf. Regelmäßig wird Selbstverteidigung gegen Angreifer, auch die mit dem Messer, geprobt. "Das verrohte Land - Wenn das Mitgefühl schwindet". Das Erste, Montag, 23. Juli, 22.45 Uhr.

Osnabrück. Die Reportage „Das verrohte Land“ liefert eine sachliche Momentaufnahme gesellschaftlicher Verrohung.

Am 27. November 2018 wird der Bürgermeister von Altena aus heiterem Himmel von einem Mann mit einem Messer angegriffen und am Hals verletzt. In der Folge werden ihm nicht nur Genesungswünsche und Mitgefühl ausgesprochen. Vor allem muss er auch üble Beschimpfungen und Todesdrohungen über sich ergehen lassen. Auch anderswo scheint Gewalt immer häufiger zum Normalfall zu werden. Gegen Mitarbeiter in Behörden wie beim Arbeitsamt. Gegen Rettungssanitäter, Feuerwehrleute, Ärzte. Und natürlich gegen Polizisten in Uniform. Der Staat, so scheint es, wird immer öfter als Gegner wahrgenommen. Und seine Bediensteten sind die Prügelknaben.

Warum ist das so? Was hat zu dieser Verrohung geführt? Und wie können wir ihr wieder entkommen? Katja und Clemens Riha können in ihrem Film „Das verrohte Land – Wenn das Mitgefühl schwindet“ natürlich auch keine befriedigenden Antworten auf diese Fragen geben. Aber sie liefern in ihrer ruhig gehaltenen Reportage eine sachliche Bestandsaufnahme gesellschaftlicher Verrohung. Neben betroffenen Staatsdienern und Gewaltopfern wie dem Altenaer Bürgermeister kommen auch Gewaltforscher und Sozialarbeiter zu Wort, die offen ratlos wirken. Kein schöner, aber ein wichtiger Beitrag zum Thema.

Wertung: 5 von 6 Sternen.

„Das verrohte Land – Wenn das Mitgefühl schwindet“. Das Erste, Montag, 23. Juli, 22.45 Uhr.


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