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Dutzende von Filmen im TV Sommerloch-Festival zu Götz Georges 80. Geburtstag

Von Joachim Schmitz

Romantik der Sechziger: Der junge Pelztierjäger Jeff Brown (Götz George) und die hübsche Siedlerstochter Apanatschi (Uschi Glas) lieben sich. Eine Goldader, die Apanatschi von ihrem Vater geschenkt bekommen, schafft ihnen jedoch viel Aufregung. Eine Szene aus "Winnetou und das Halbblut Apanatschi". Foto: MDR/Degeto,Romantik der Sechziger: Der junge Pelztierjäger Jeff Brown (Götz George) und die hübsche Siedlerstochter Apanatschi (Uschi Glas) lieben sich. Eine Goldader, die Apanatschi von ihrem Vater geschenkt bekommen, schafft ihnen jedoch viel Aufregung. Eine Szene aus "Winnetou und das Halbblut Apanatschi". Foto: MDR/Degeto,

Osnabrück. Am Montag (23. Juli) wäre der große Götz George 80 Jahre alt geworden. Etliche TV-Sender würdigen ihn mit der Ausstrahlung Dutzender seiner Filme, darunter diverse Tatort-Folgen mit Horst Schimanski, „Schtonk“, „Besondere Schwere der Schuld“, aber auch Klassiker wie „Winnetou und das Halbblut Apanatschi“.

„Wenn ich eins in meinem Beruf nicht mag, dann ist es Eitelkeit. Eitelkeit kann jedem Schauspieler das Genick brechen,“ sagte Götz George 2010 in einem nie veröffentlichten Gespräch mit unserer Redaktion. Tatsächlich war George ein Mensch, dem die Selbstgefälligkeit fremd war: „Eitlen Schauspielern merkt man ihre Eitelkeit an, selbst wenn sie einen Gammler spielen. Das ist die Bruchstelle: Eitelkeit hilft nicht, auch wenn es viele glauben.“  (Warum ein Interview mit Götz George nicht erschien)

Für Götz George, der als Tatort-Kommissar Schimanski zur Fernseh-Legende wurde, aber auch viele andere große Rollen spielte, gehörte zu dieser Uneitelkeit auch der Rückzug aus dem Filmgeschäft, als niemand damit rechnete. 2014, im Alter von 76 Jahren verkündete der Mime: „Meine Frau und ich haben endlich nach 17 Jahren geheiratet. Und wir möchten die gemeinsame Zeit andersartig bestreiten.“ Er befinde sich auf der Ziellinie des Lebens und wolle nach 65 Jahren Anspannung jetzt loslassen: „Auf der Bühne, wie es bei Schauspielern immer heißt, will ich sicher nicht sterben.“  


Viel erfolgreicher als Til Schweigers Kino-Tatort war Götz George alias Horst Schimanski mit "Zahn um Zahn". Er lockte 2,7 Millionen Besucher in die Kinos. Mit der Journalistin Ulli (Renan Demirkan) verband Schimanski (Götz George) damals mehr, als nur die Überzeugung, niemals aufzugeben. Foto: WDR


Dass ihm damals nicht einmal mehr zwei Jahre vergönnt waren, wird auch Götz George nicht geahnt haben. Ein Jahr zuvor hatte der Sohn eines der berühmtesten deutschen Schauspieler aller Zeiten sein Lebenswerk quasi vollendet, indem er seinem Vater Heinrich George ein filmisches Denkmal setzte: Götz George spielte Heinrich George. Am 19. Juni 2016 starb er in Hamburg.  (Der Nachruf auf Götz George)


Seine Vater setzte Götz George 2015 mit dem Dokudrama "George" ein Denkmal. Foto: WDR/SWR/Thomas Kost


Nun, zu seinem 80. Geburtstag am Montag setzen die Fernsehsender – allen voran die Stationen der ARD – Götz George ein Denkmal, indem sie den Schauspieler so umfangreich wie kaum jemanden zuvor mit der Ausstrahlung Dutzender seiner Filme würdigen. Schließlich gab’s schon schlechtere Anlässe, das Sommerloch zu füllen. Da auch Sky – meist zu nachtschlafender Zeit oder vormittags – etliche George-Filme wiederholt, ist die nachfolgende Aufzählung nicht vollständig, sondern beschränkt sich auf die Höhepunkte zu halbwegs üblichen Sendezeiten.  


Mal ganz anders: Rosa (Christiane Hörbiger), Matteo (Peter Sattmann) und Hannes (Götz George, rechts) in "Alpenglühen". Foto: MDR/Degeto/Uwe Ernst


Schon an diesem Samstag zeigt der BR um 22 Uhr die Verwechslungskomödie „Schokolade für den Chef“ (2008). Am Sonntag gibt’s dann um 15.45 Uhr beim MDR den Western „Winnetou und das Halbblut Apanatschi“ (1966), in dem George den Verlobten der Titelfigur (Uschi Glas) darstellt. Dieser Film steht abends um 20.15 Uhr auch bei Sky Nostalgie zum Auftakt eines Themenabends auf dem Programm, es folgt um 21.45 Uhr „Sie nannten ihn Gringo“ (1965) und der Krimi „Nur tote Zeugen schweigen“ (1962).  


Der Mann, den die Frauen liebten: Schimanski (Götz George) und Zabou (Claudia Messner) im Tatort "Zabou". Foto: WDR/Neue Constantin Film


Georges Geburtstag am Montag ist dann prall gefüllt mit Wiederholungen, wobei es das nicht unumstrittene Dokudrama „George“ (2015) nur um 00.45 Uhr im SWR und um 23.55 Uhr im WDR zu sehen gibt. Schon mittags um 12.30 Uhr kann man sich im MDR die Romanze „Alpenglühen“ (2003) mit Christiane Hörbiger an Georges Seite ansehen. Der ARD-Ableger One ehrt den Mimen dann mit einem ganzen Themenabend und zeigt um 20.15 Uhr „Besondere Schwere der Schuld“ (2014), um 21.45 Uhr ein dreiviertelstündiges „Kinowerkstatt“-Interview (1985) mit George, um 22.00 Uhr Schimanskis Kino-Tatort „Zahn um Zahn“ (1985) und um 23.35 Uhr den Tatort „Zabou“ (1987).  (Wie Götz George seinen Vater spielte)


Alte Kollegen und unverändert Partner, obwohl der eine inzwischen außer Diensten ermittelt und der andere noch nicht in Rente ist: Schimanski (Götz George, l.), und Hänschen (Chiem van Houweninge) in "Schimanski: Schuld und Sühne". Foto: WDR/Willi Weber


Gefühliger geht’s um 22.05 Uhr im MDR zu, wo es „Alter Kahn und junge Liebe“ (1957) und damit Götz George in seiner ersten größeren Rolle zu sehen gibt. Nahezu zeitgleich (22.10 Uhr) zeigen der WDR die Satire „Schtonk“ (1992) und der RBB (22.15 Uhr) den Tatort „Gebrochene Blüten“ (1988).  


Starker Auftritt: Der entlassene Sträfling Joseph Komalschek (Götz George) wird rund um die Uhr überwacht und von Polizisten schikaniert. Eine Szene aus "Besondere Schwere der Schuld". Foto: MDR/Degeto/Thomas Kost


Auch nach dem Geburtstag setzt sich das George-Festival fort. Erwähnenswert sind da noch das Sozialdrama „Zivilcourage“ (2010) am Mittwoch um 20.15 Uhr im Ersten, der Krimi „Schimanski: Schuld und Sühne“ (2011) am Donnerstag um 20.15 Uhr im WDR, der Tatort „Zabou“ am Freitag um 22.30 Uhr auf One und eine erneute Ausstrahlung von „Zivilcourage“ am Sonntag, 29. Juli, um 20.15 Uhr ebenfalls auf One.  


Legendär: Der Höhepunkt im Leben des Journalisten Willié (Götz George): Auf einer stark besuchten Pressekonferenz präsentiert er vor internationalen Publikum die sensationellen Tagebücher Adolf Hitlers. Eine Szene aus "Schtonk". Foto: WDR/Rolf von der Heydt


Bei diesem Füllhorn an George-Filmen erstaunt, dass einer seiner besten Filme bei diesem Geburtstags-Festival fehlt: „Mein Vater“ (2003), ein großartiges Demenz-Drama, in dem die langjährigen Tatort-Kommissare Götz George und Klaus J. Behrendt mal in ganz anderen Rollen glänzten.


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