Das Kino als Fluchtort Ingmar Bergman: Lebenslange, doch kreative Seelenqual

Von Tobias Sunderdiek

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Der junge Ingmar Bergman am Filmset. Foto: Jürgen Rehberg/ZDFDer junge Ingmar Bergman am Filmset. Foto: Jürgen Rehberg/ZDF

Osnabrück. Heute würde Ingmar Bergman 100 Jahre alt. Grund genug für 3SAT, ihn in der Dokumentation "Herr der Dämonen" zu ehren.

Dämonen würden Kindern die Zehen abnagen, sollten sie lügen und zur Strafe in einen dunklen Schrank eingesperrt werden. Für Ingmar Bergman, waren solch harsche Erziehungsmethoden nichts Ungewöhnliches. Denn der Pastorensohn, der heute vor 100 Jahren geboren wurde, erfand oft Geschichten, erträumte sich eine eigene Realität. Kein Wunder also, dass Bergman schon früh Zuflucht zum Theater und dem Kino suchte – und dieser Liebe sein Leben lang treu blieb. Hier konnte der schwedische Regisseur seine seelischen Dämonen künstlerisch verarbeiten. Zum heutige Ehrentag des 2007 verstorbenen Künstlers stellt ein sehenswerter Dokumentarfilm den oft schwierigen Charakter Bergmans vor und interviewt dazu Weggefährten wie die Schauspielerin und ehemalige Ehefrau Liv Ullmann. Dabei versucht die Dokumentation von Henrike Sandner, die von Corinna Harfouch gesprochen wird, vor allem auf die autobiographischen Details im Werk des Filmkünstlers hinzuweisen. Im Anschluss zeigt 3SAT die Kinofassung der TV-Serie „Szene einer Ehe“ (1973). Tele 5 präsentiert heute und Sonntag vier von Bergmans berühmtesten Filmen, darunter „Das Schweigen“ (1963) und „Fanny und Alexander“ (1982) – und das, ungewöhnlich für einen Privatsender, ohne Werbeunterbrechung.



3SAT, 14.7., 20.15 Uhr: „Ingmar Bergman: Herr der Dämonen“

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