Heute Abend im ARD-Programm Starke Tatort-Wiederholung: „Macht und Ohnmacht“ aus München

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Wiedersehen unter schwierigen Vorzeichen: Ivo Batic (Miroslav Nemec), Carlo Menzinger (Michael Fitz) und Kriminalhauptkommissar Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, von links). Foto: BR/Hagen KellerWiedersehen unter schwierigen Vorzeichen: Ivo Batic (Miroslav Nemec), Carlo Menzinger (Michael Fitz) und Kriminalhauptkommissar Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, von links). Foto: BR/Hagen Keller

Osnabrück. Normalerweise wiederholt die ARD im Sommerloch Tatort-Folgen, die nicht älter als zwei Jahre sind. Heute Abend aber gibt es „Macht und Ohnmacht“ aus München – von 2013. Und ein Wiedersehen der Kommissare Batic (Miroslav Nemec) und Wachtveitl (Udo Leitmayr) mit ihrem ehemaligen Buddy Carlo (Michael Fitz).

Wenn der Vorspann zu diesem Tatort läuft, ist die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 Vergangenheit. Mag sein, dass der eine oder andere Experte im ZDF noch seinen Senf zum Besten gibt, aber gekickt wird nicht mehr, und der Pokal hat auch eine neue Heimat für die kommenden vier Jahre. Gute Voraussetzungen also für einen sehenswerten Tatort, der es schaffen könnte, mehr Zuschauer anzulocken als eine Woche zuvor die TV-Erstausstrahlung von Til Schweigers Kino-Tatort „Tschiller: Off Duty“. (So schwach war Til Schweigers Quote)

Und worum geht’s? Ein brutaler Überfall, eine wilde Verfolgungsjagd, eine brachial niedergeschlagene Polizistin. Junge Straftäter, die nicht zur Verantwortung gezogen werden können, ein Polizist, der sich verstört in den Kopf schießt.  


Harter Einsatz: Matteo Lechner (Emilio De Marchi) nimmt Birol Yenal (Hassan Akkouch) fest. Foto: BR/Hagen Keller


Mittendrin „Ex-Bulle“ Carlo (Michael Fitz), der im weißen Anzug aus seiner neuen Heimat Thailand nach München kommt, um mit den alten Kollegen Wiedersehen zu feiern. Freude kommt nicht gerade auf bei Carlos Comeback, vielmehr rumst er ungebremst in die harte Polizeiwirklichkeit 2013, an der sich seitdem nicht viel zum Besseren gewandelt hat.

„Ein beschissener Beruf“ konstatiert Carlo, der mittlerweile als Hotelier sein Geld verdient. Recht hat er:  Es geht um Polizeigewalt und die Ohnmacht der Ordnungshüter, um Konflikte zwischen den „kleinen“ Polizisten, um das tägliche Elend, zu dem sie gerufen werden. Was ist ein guter Polizist? Was ist aus denen geworden, die gute Polizisten werden wollten?  


Weißer Anzug schützt nicht vor Gewalt: Carlo Menzinger (Michael Fitz) prügelt auf Joachim Bentele (Torben Liebrecht) ein. Foto: BR/Hagen Keller


Dieser Krimi wirft wichtige Fragen auf, ohne einfache Antworten zu liefern. Stattdessen zeigt er Polizisten, die verzweifeln, weinen, besoffen Auto fahren, sich erhängen. Und Carlo in seinem Leinenanzug ist der alles verbindende Fremdkörper.

Tatort: Macht und Ohnmacht. Das Erste, Sonntag, 15. Juli 2018, 20.15 Uhr.

Wertung: 5 von 6 Sternen


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