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47 Jahre im Einsatz für die Maus Christoph Biemann produziert seit 1971 Sachgeschichten

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Immer im grünem Pullover: In den 1980er Jahren hat sich Christoph Biemann entschieden, sein Markenzeichen zu tragen. In der "Die Sendung mit der Maus" nähert er sich Alltagsfragen und nimmt den Zuschauer als Reisebegleiter mit. Foto: Foto: WDR/Annika FußwinkelImmer im grünem Pullover: In den 1980er Jahren hat sich Christoph Biemann entschieden, sein Markenzeichen zu tragen. In der "Die Sendung mit der Maus" nähert er sich Alltagsfragen und nimmt den Zuschauer als Reisebegleiter mit. Foto: Foto: WDR/Annika Fußwinkel

Osnabrück. Osnabrück. Seit 1971 steht Christoph Biemann im Dienst der Maus: Er ist einer der Fernsehmacher bei den Lach- und Sachgeschichten, die in der ARD gezeigt werden. Biemann bildet den Auftakt zu unserer Sommerserie „Dauerbrenner“. Sie widmet sich Menschen, die mehr als 15 Jahre lang für ein Fernsehformat tätig sind. Christoph Biemann ist seit 47 Jahren dabei.

Zurzeit sind Maus und Elefant auf großer Fahrt: Zwei Plüschtier-Ausgaben der beiden sind gemeinsam mit dem Astronauten Alexander Gerst am 6. Juni ins All gestartet. Derzeit drehen sie in der Internationalen Raumstation ISS ihre Runden um den Planeten. Zuvor waren Kinder aufgerufen worden, Ideen für Experimente im All einzusenden, die „Astro-Alex“, wie sich Gest nennt, 400 Kilometer von der Erde entfernt machen wird. Diese werden irgendwann in einer Ausgabe der „Sendung mit der Maus“ zu sehen sein.

Auch das zeigt: Hinter den Geschichten steckt eine Menge Arbeit, die in den Filmbeiträgen kaum zu sehen ist. „Ich befinde mich zu 90 Prozent meiner Arbeitszeit hinter der Kamera“, sagt Christoph Biemann im Gespräch mit unserer Redaktion. Seit 1971 arbeitet er für „Die Sendung mit der Maus“. Das sind 47Jahre. 

Ganz schön ungewöhnlich, sein ganzes Leben für eine Sache oder ein Produkt zuständig zu sein. Noch dazu im Fernsehen, das als besonders kurzlebig gilt. In der Sache stimme das natürlich, aber Veränderung habe es für ihn schon gegeben, betont Maiwald: Am Anfang hat er als freier Mitarbeiter beim WDR für die Maus gearbeitet – der Sender produziert die halbstündigen Beiträge. „Dann war ich bei „FLASH Filmproduktion & Filmstudio Köln“, der Firma von Armin Maiwald. Und 1989 habe ich meine eigene Firma Delta TV gegründet“, blickt Christoph Biemann auf seine Karriere zurück, in deren Fokus fast immer die Maus stand. Aber er dreht auch andere Beiträge, beispielsweise Werbe- oder Industriefilme.

In der Sendung mit der Maus kennt man Biemann vor der Kamera als den Mann mit Schnäuzer, der seit den 1980er Jahren immer ein grünes Sweat-Shirt anhat. Seine Markenzeichen ebenso, wie die etwas ungeschickte Art, sich Themen zu nähern. Da fällt Christoph Biemann dann in einem Film auch schonmal mehrfach ins Wasser. Aber er sagt auch: „Ich bin keine Rampensau“. Das arbeiten vor der Kamera gehöre einfach dazu.

Ganze Generationen hat Christoph – vor der Kamera zunächst nur mit Armin Maiwald – Phänomene des Alltags erklärt. Obwohl: „Ich fühle mich nicht als Erklärer. Ich gewinne Erkenntnis. Und der Zuschauer ist mit dabei, quasi wie ein Reisebegleiter“, sagt der 65-Jährige. Für sich selbst zieht er folgendes Resümee: „Ich weiß mehr als vorher. Aber letztlich ist mir klar geworden, dass ich ziemlich viel nicht weiß.“ Die Arbeit für die Maus mache sich ein Stück weit auch im Alltag bemerkbar: „Ich bin immer auf der Suche nach neuen Fragen für die Sendung.“ Seine Rolle als Maus-Christoph aber lege er ab, wenn er das grüne Sweat-Shirt auszieht.Wie gut das Konzept „Beiträge mit Zeichentrickmoderation“, wie Biemann es nennt, ankommt, zeigte sich, als er beim Fraunhofer-Institut zu Gast war. „Die jungen Nachwuchsforscher sind auf mich zugekommen und haben gesagt: ‚Wir sind wegen Ihnen hier‘“. Darauf sei er stolz. Stolz sei er auch auf die „Sachgeschichten-Reihe“ über das Mädchen Tiba, das mit ihrer Familie aus Syrien geflüchtet ist.

Als er bei der Maus angefangen habe, habe er sich darüber keine Gedanken gemacht, wie lange das Format halten würde. „Man war froh, dass man als Berufseinsteiger etwas hatte“, erzählt Biemann, der damals dennoch recht selbstbewusst aufgetreten ist: Als Gert Kaspar Müntefering, der Ideen-Geber zur Maus, das ursprüngliche Konzept der Sendung in der Filmhochschule vorgestellt habe, habe er es gemeinsam mit Mit-Studenten zerpflückt. Müntefering habe so reagiert: Er gab den Nachwuchsfilmern Geld, einen eigenen halbstündigen Beitrag zu drehen. Das haben sie getan. Was folgte, ist seit 1971 im Fernsehen zu bestaunen.

Und wie geht es weiter mit Christoph Biemann und der Maus? Mit den Jahren seien jüngere Menschen in die Sendung eingebunden worden, erzählt Biemann und ergänzt: „Ich arbeite so lange bei der Maus, wie man mich lässt.“ Die Arbeit begeistere ihn immer noch, vor allem die Inhalte. „Es ist so abwechslungsreich, da braucht man keinen anderen Job. Und ich brauche auch kein Hobby.“

Zu sehen sind die Beiträge sonntags um 9.30 Uhr in der ARD und um 11.30 Uhr im Kika.


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