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Die Jungs aus dem Kino-Hit Coole Kokowääh-Kinder: Maurizio Magno (9) und Nico Liersch (12)

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Berlin. Am Donnerstag ist Til Schweigers „Kokowääh 2“ angelaufen und wird vermutlich wie sein Vorgänger Millionen Zuschauer in die Kinos anlocken. Zu den heimlichen Stars des Films gehören der neunjährige Maurizio Magno und sein drei Jahre älterer „Kollege“ Nico Liersch. In einem Berliner Hotel sprechen wir kurz vor der Premiere am Potsdamer Platz über coole Filme, Tränen am roten Teppich und Til Schweigers Zahnstocher:

Jungs, ihr habt ja schon in jeder Menge Filme mitgespielt – was war denn bisher der coolste?

Maurizio: „Kokowääh 2“ war für mich mit weitem Abstand der coolste Film.

Nico: Ich habe in „Kokowääh 2“ ja nur eine kleine Rolle, aber es war für mich trotzdem die größte Erfahrung, weil es der erste Kinofilm ist, in dem ich mitgespielt habe.

Ihr macht ja gleich ordentlich Werbung. Habt ihr denn auch Lieblingsfilme außer „Kokowääh 2“?

Maurizio: Also, für mich ist das schon der beste von allen.

Nico: Ich habe einen persönlichen Lieblingsfilm, der ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben, auch wenn ich ihn erst einmal gesehen habe. Der heißt „The green hornet“, und ich habe ihn auf einem Flug nach Südafrika gesehen.

Wie seid ihr denn überhaupt auf die Idee gekommen, dass ihr in Filmen mitspielen wollt?

Maurizio: Ich habe als Erstes ein Fotoshooting gemacht. Und dann bin ich auf die Idee gekommen, dass ich vielleicht mal zu einer Agentur gehen könnte. Dann habe ich meinen ersten Film gemacht, den haben dann andere Regisseure gesehen, und die fanden mich wohl gut.

Nico: Bei mir war es relativ kurios. Als ich drei oder vier war, wurde meine Mutter in München auf der Straße angesprochen, ob ich bei einem Casting für ein Fotoshooting mitmachen möchte. Das hat dann zwar nicht geklappt, aber die Agentur hatte mich dann in ihrer Kartei, und ein paar Jahre später habe ich dann tatsächlich ein Fotoshooting für Marco Polo bekommen. Dadurch bin ich dann zu meiner ersten McDonald’s-Werbung und noch drei anderen Werbe-Shootings gekommen. Irgendwann bin ich dann für die Kinderhauptrolle in dem ARD-Film „Die geerbte Familie“ angefragt worden.

Was ist für euch denn das Schönste daran, Schauspieler zu sein?

Maurizio: Ich finde es einfach schön, vor der Kamera zu sein. Da kriegt man oft was erklärt und lernt manchmal Wörter, die man noch gar nicht kennt. Ich find es aber auch cool, wenn ich andere Sachen anziehen kann.

Nico: Ich finde es schön, mit vielen anderen Leuten zusammenzuarbeiten. Mir macht das sehr viel Spaß, wenn ganz viele Leute um einen herum sind. Und da sind immer alle nett, am Set müssen sich alle miteinander verstehen, da kann man sich nicht streiten. Ich finde, das ist eine sehr schöne, angenehme Atmosphäre.

Gibt’s auch was, das euch nicht so gut gefällt?

Maurizio: Manchmal muss man ganz schön lange rumsitzen, bis man was machen darf. Am ersten Drehtag musste ich länger warten und hatte schrecklichen Hunger.

Nico: Mir macht’s eigentlich fast immer Spaß – bis auf einmal: Da haben wir einen Werbespot gemacht, und ich war ungelogen zehn Stunden am Stück am Set. Dabei haben wir nur einen 30-Sekünder gedreht.

Wie habt ihr eigentlich Til Schweiger kennengelernt?

Maurizio: Ich habe das erste Casting mitgemacht – da war ich wohl ziemlich gut und habe das zweite Casting bekommen. Da habe ich ihn dann zum ersten Mal in meinem Leben gesehen. Er hat die ganze Zeit gelacht, wenn ich was gesagt habe.

Nico: Beim ersten Casting habe ich ja noch für die Rolle des Nick vorgesprochen, die dann der Maurizio bekommen hat. Aber da war ziemlich schnell klar, dass ich einfach zu alt und zu groß für die Rolle bin. Es macht einfach keinen Sinn, wenn ich neben der Emma stehe und einen Kopf größer bin. Schließlich soll sie den Nick ja ein bisschen rumkommandieren. Deshalb habe ich am selben Tag noch für die Rolle des Max vorgespielt und bin in die nächste Runde gekommen.

Und da hast du dann Til getroffen?

Nico: Ja, das war hier in Berlin. Als ich in den Casting-Raum reinkam, saß der Til hinter der Tür. Mein erster Eindruck von ihm war: Der hat ja immer einen Zahnstocher im Mund, wirklich immer. Und überall stehen diese Zahnstocher rum.

Maurizio: Der muss wahrscheinlich immer was im Mund haben.

Schluckt er ab und zu auch mal einen runter?

Nico: Nein, nein. Der kaut da nur drauf rum, vielleicht mag er ja das Aroma.

Ist der Til eigentlich ein strenger Regisseur?

Nico: Der Drehplan war ja ziemlich locker. Im Vergleich zu anderen Filmen war das wirklich sehr angenehm. Mir hat die Art, wie Til das macht, besonders gut gefallen. Wenn ihm was nicht gefallen hat, macht er keinen „Cut“ und lässt die ganze Szene noch mal drehen. Er sagt dann nur „Stopp, das würde ich gerne anders haben“. Und dann kann man einfach mit dem Satz weitermachen, den man anders machen soll. So kann man viel besser spielen, weil man dann immer noch konzentriert ist und nicht vorher noch mal alles besprechen muss.

Maurizio: Ich habe auch schon mal in einem Film mitgespielt, wo wir immer alles ganz von vorn drehen mussten. Dann musste ich immer wieder die Treppe runterlaufen, ziemlich nervig. Das war bei Til nicht so, der hat einfach die Kamera laufen gelassen, damit wir das schnell im Sack haben.

Viel um euch kümmern konnte er sich aber wohl nicht – dafür hat er wahrscheinlich zu viel zu tun, oder?

Nico: Das kann man wohl sagen. Wenn die anderen Mittagspause machen, geht er erst mal in seinen Cut-Raum und schneidet schon mal die Szenen, die wir gerade gedreht haben.

Maurizio: Das stimmt. Immer wenn er eine freie Stunde hat, geht er schnell zum Schneiden. Sonst wäre der Film jetzt wahrscheinlich noch gar nicht fertig. Einen Tag nachdem wir „Kokowääh 2“ abgedreht hatten, hat er uns bei der Abschlussfeier schon ganz schön lange Teile des Films gezeigt.

Hat man als Kind eigentlich ein bisschen Schiss, wenn man mit so einem bekannten Schauspieler und Regisseur dreht?

Maurizio: Nee, eigentlich nicht.

Nico: Aber erst mal hat man großen Respekt vor ihm, weil man denkt: Oh Gott, wenn ich da jetzt was falsch mache... Aber der Til ist ja auch nur ein Mensch, und wir sind Kinder, wir machen Fehler wie jeder andere auch. Da ist er eigentlich immer ganz locker.

Kann man von Til auch was lernen?

Maurizio: Ja klar. Ich habe von ihm gelernt, dass man nie aufgeben soll, sondern immer weitermacht, bis es klappt.

Nico: Das würde ich auch sagen.

Seid ihr auch mit Emma Schweiger klargekommen?

Maurizio: Ich bin mit Emma sehr klargekommen (grinst).

Nico: Ich hatte auch keine Probleme mit Emma.

Im Film könnt ihr beiden euch ja nicht gerade gut leiden – sonst denn?

Nico: Na klar. Wir haben zum Beispiel in den Pausen immer zusammen Fußball gespielt.

Heute Abend bei der Premiere geht ihr über den roten Teppich. Seid ihr schon aufgeregt?

Maurizio: Ja, sehr aufgeregt. Dabei bin ich schon mal über den roten Teppich gegangen, aber dann durfte ich den Film nicht sehen.

Wieso das denn?

Maurizio: Weil der Film ab 16 war und ich ja erst in der dritten Klasse bin. In dem Film wurde ich erschossen, und vor der Premiere habe ich so geweint, dass ich erst gar nicht über den Teppich gehen wollte. Dann hat aber meine Mama gesagt: Geh doch darüber, du bist doch auch ein Schauspieler und hast genauso mitgespielt wie die anderen. Und dann bin ich halt doch über den roten Teppich gelaufen.

Habt ihr eigentlich schon mal Autogramme gegeben?

Maurizio: Ich hab mal einen Brief von jemandem bekommen, den ich gar nicht kannte. Der schrieb, er hätte mich schon in ein paar Filmen gesehen und ob ich für ihn ein Autogramm schreiben würde. Das habe ich dann auch gemacht. Und als wir „Kokowääh 2“ gedreht haben, da habe ich mal hier in Berlin eine Frau getroffen, die mich gefragt hat, warum ich nicht in der Schule bin. Als ich ihr dann erklärt habe, dass wir gerade „Kokowääh 2“ drehen, hat sie mich auch gefragt, ob ich ihr ein Autogramm schreibe.

Hast du ihr eins gegeben?

Maurizio: Ja, das musste ich ja machen.

Nico: Ich habe auch einmal Fanpost bekommen – „Fanpost“ klingt irgendwie komisch. Also, mir hat jemand Fotos von mir geschickt und gefragt, ob ich unterschreibe. Das habe ich dann auch gemacht. Sonst habe ich das bisher nur für ein paar Freunde von meinem Opa gemacht.

Was sagen eigentlich eure Klassenkameraden dazu, dass ihr Schauspieler seid?

Maurizio: Die haben sich daran gewöhnt, weil ich ziemlich oft nicht da bin.

Nico: Bei mir sehen die das auch ganz locker. Ich würde es auch blöd finden, wenn alle auf mir rumhacken und eifersüchtig wären. Aber die sehen das alle ganz cool. Egal, ob ich Filme mache oder nicht – die mögen mich so, wie ich bin.

Ist das nicht schwierig, wenn ihr in der Schule immer freinehmen müsst, um einen Film zu drehen?

Nico: Bisher hat es unsere Direktorin immer genehmigt. Aber ich muss halt jedes Mal fragen, und wenn die Noten schlecht wären, dann würde sie es mir auch verbieten. Ich kann Filme also nur machen, wenn ich in der Schule gut bin, das ist die Voraussetzung.

Maurizio: Bei mir ist das ganz locker, weil ich noch auf der Grundschule bin. Unser Direktor sagt immer: Sprecht mit dem Klassenlehrer, mir ist es egal, solange du gute Noten hast.

Ihr kriegt ja sicher auch eine Gage wie die erwachsenen Schauspieler. Was macht ihr denn damit? Kauft ihr euch ein iPad?

Maurizio: Ein iPad habe ich jetzt schon bekommen. Und sonst spare ich auf meinen Führerschein.

Nico: Da muss man früh anfangen (lacht).

Maurizio: Zwischendurch kaufe ich mir auch mal einen Ball oder Fußballschuhe.

Nico: Bei mir kommt alles auf ein Konto, davon darf ich auch nichts abheben, bis ich 18 bin. Und sonst habe ich noch ein anderes Konto, da kommen so Sachen wie das Oma-Geld zu Weihnachten drauf.

Braucht ihr dann gar kein Taschengeld mehr?

Maurizio: Doooch.

Nico: Das spare ich meistens auch. Ich suche mir immer irgendwas aus, wofür ich spare, jetzt gerade zum Beispiel für Kopfhörer.

Und was wollt ihr mal werden, wenn ihr erwachsen seid?

Maurizio: Fußballer. (Kurze Pause) Ach nee, da bin ich doch nicht so ganz heiß drauf. Jetzt, wo ich schon ein paar Filme und „Kokowääh 2“ gedreht habe, ist doch eigentlich klar, dass ich Schauspieler werde. Wenn ich dann mal auf eine Schauspielschule muss, kann ich da ein bisschen dazugeben.

Nico: Ich weiß noch nicht, aber wenn’s mit dem Schauspielen klappen sollte, wäre es ganz schön. Aber Schauspieler ist auch eher ein unsicherer Beruf – wenn man mal keine Jobs bekommt, ist es halt nicht so geschickt. Vielleicht studiere ich doch besser Journalismus und werde Reporter. Fußballreporter, das fände ich cool.

Wie komme ich als Kind zum Film?

In vielen Filmen spielen Kinder mit, also werden auch viele Filmkinder gebraucht. Doch wie stellt man es überhaupt an, zum Film zu kommen? Die Kölner Medienpädagogin Doris Sacala (Bild) hat nicht nur etliche Nachwuchsschauspieler in Filmen wie „Die wilden Hühner“, „Freche Mädchen“, „Teufelsbraten“ oder „Rennschwein Rudi Rüssel“ betreut, sondern auch mit „Und...bitte!“ (Variaton Verlag) einen vom Deutschen Kinderschutzbund empfohlenen Ratgeber für Filmkinder geschrieben. Sie beantwortet hier in aller Kürze die wichtigsten Fragen:

Wie komme ich zum Film? Am besten meldest Du Dich bei einer Castingagentur für Kinder oder junge Schauspieler. Mit ein bisschen Glück wirst Du in die Schauspielerkartei aufgenommen. Wird ein Filmkind gesucht, und die Rolle passt zu Dir, wird Dich Deine Agentin der Produktion vorschlagen. Du wirst zu dem eigentlichen Casting eingeladen und kannst Dein Können unter Beweis stellen – vor einem richtigen Regisseur.

Wie und wo bewerbe ich mich? Unseriöse Castings gibt es wie Sand am Meer – die Adressen von seriösen Agenturen findest Du im Internet unter www.vdna-film.de . Bei den Agenturen, die dort gelistet sind, bist Du auf jeden Fall in guten Händen.

Was sollte ich können? Schauspielerische Begabung und eine gute Selbsteinschätzung sind die Basis. Kurz gesagt: Niemand wird Dich für die Rolle der Sportskanone besetzen, wenn Du eher der gemütliche Typ bist.

Vor wem und was sollte ich mich hüten? Niemals Geld für ein Casting zahlen! Mobile Castings in Hotels oder der Einkaufsstraße meiden! Übertriebenen Versprechungen und Komplimenten skeptisch begegnen! Sich nicht hetzen lassen – für eine gute Entscheidung braucht man immer etwas Zeit.


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