Bachelor in Paradise 2018 Vor dem Finale: Wie gut war das „Bachelor“-Spin-off?

Von Daniel Benedict


Berlin. Bachelor in Paradise 2018: Als die Show startete, herrschten noch Zweifel. Beim Finale steht fest: Das Spin-off ist besser als das Original. Ein Rückblick auf Sebastian Fobe, Paul Janke und all die anderen

Mit „Bachelor in Paradise“ schenkte RTL seiner Kuppel-Show ein Spin-off. Wie gut war‘s? Ein Rückblick vor dem Finale, das RTL am Mittwoch, 13. Juni, ab 20.15 Uhr ausstrahlt.

Bachelor in Paradise: Wer braucht das?

Für die Kuppelshow „Der Bachelor“ schickt RTL alljährlich einen Single in irgendein Ferienparadies – wo der Glückliche nichts anderes tun muss, als mit knapp zwei Dutzend Frauen zu flirten. Einziger Pferdefuß ist die Pflicht, hin und wieder einen Schluck aus den Riesengläsern des Werbepartners Batida de Coco zu trinken. Mit der „Bachelorette“ gibt es längst ein Pendant für weibliche Singles. Wozu also, fragte man sich vor fünf Wochen, braucht die Welt das Spin-off „Bachelor in Paradise“? Heute läuft die sechste und letzte Folge der Premierenstaffel – und längst sind alle Zweifel aus der Welt. Es ist ja im Grunde nur logisch: Bei einem Verhältnis von einem Mann zu 22 Frauen produziert das Original-Format zwangsläufig viele einsame Herzen und maximal ein glückliches Paar – wobei selbst das die Ausnahme ist. Die neue Show versammelte nun all die Pechvögel vergangener Staffeln für eine zweite Chance auf Koh Samui. Das Geschlechterverhältnis war beinahe ausgeglichen, sodass es zu fast jedem Topf einen Deckel gab. Hin und wieder schieden Kandidaten aus, um Platz für neue zu schaffen. (Sebastian vs. Janika: Sein Management fordert eine Vertragsstrafe)

„Bachelor in Paradise 2018“ geht ins Finale: Sebastian Fobe war der Mann des neuen Formats. Foto: MG RTL D

Ehekrach zum Einstieg: Der Trick von „Bachelor in Paradise“

Und schon die Auftaktfolge überzeugte jeden Kenner von den Vorzügen des Konzepts: Diesmal kannten sich die Kandidaten von Anfang an – entweder aus ihren ersten Staffeln oder vom roten Teppich der Großraum-Discos und Shopping-Events, auf denen man nach dem „Bachelor“ sein Geld verdient. Als der Ex-„Bachelor“ Oliver Sanne auf seine verprellte Finalistin Caro traf, konnte RTL also schon mit den ersten Bildern eine tiefe Hassliebe inszenieren. Das war natürlich viel unterhaltsamer als das zähe Kennenlernen beim „Bachelor“.

Die größte Spannung galt diesmal aber dem Auftritt Paul Jankes. Sechs Jahre nachdem RTL ihn zum Ur-„Bachelor“ machte, kehrte er nun als Kandidat zurück – und das nicht ohne Zweifel: „Selbst die Kandidaten im Paradies haben gesagt: Mensch, Paul, ich hätte das nicht riskiert“, sagte der 36-Jährige unserer Redaktion vorab. „Du hast viel mehr zu verlieren als zu gewinnen.“ Und tatsächlich: Der Zampano des TV-Flirts blieb diesmal im Hintergrund. (Bachelor Paul zur Hochzeit von Leonard Freier: Er schlachtet es komplett aus)

Sebastian Fobe raubt Paul Janke die Sendezeit

Die prägende Figur von „Bachelor in Paradise“ aber war nicht Janke, sondern der ebenso bärtige wie muskulöse Sebastian Fobe. Mit immer neuen Flirts heimste der Personal Trainer so viel Sendezeit ein, dass Janke sich nur noch als Antagonist in Szene setzen konnte – mit dem kuriosen Vorwurf übrigens, dass Fobe sich in der Dating-Show auf unanständig viele Dates einließ.

Ausgerechnet Paul Janke wurde damit zur moralischen Instanz und zeigte so, wie schnell das Trash-TV sich verändert: Indem Janke ganz ernsthaft darauf beharrte, sich wirklich verlieben zu wollen, wurde er zum Fremdkörper einer Show, deren Name zu seinem eigenen wurde. Die Sendezeit, die es für eine Karriere nach dem „Bachelor“ braucht, kriegen heute Krawallkandidaten wie Fobe – dessen verbale Vulgarität ein einziges Werben um Aufmerksamkeit war. Fobe war es auch, der dem Format seinen spektakulärsten Skandal lieferte – als eine andere Kandidatin ihm vorwarf, in Wahrheit längst liiert zu sein. Seine Managerin weist das energisch zurück und hat sogar, wie sie im Interview mitteilte, Vertragsstrafen für die Denunziantin gefordert.

Warum eigentlich? Dass eine Vorbeziehung dem „Bachelor“-Ruhm nicht im Weg steht, hat schließlich gerade erst Leonard Freier bewiesen. Der hatte sogar schon ein Kind, als er 2016 dann als Bachelor auf Brautschau ging. Vor einigen Tagen hat er wirklich geheiratet – die Mutter seiner Tochter. (Mit 50 ist Schluss: Ur-Bachelor Paul Janke im Exklusiv-Interview)


„Der Bachelor“ und „Die Bachelorette“ sind Partnervermittlungsshows, die Liebe als grausamen Selektionsprozess definieren. Die geistesgeschichtlichen Wurzeln des Formats liegen im Sozialdarwinismus, die programmgeschichtlichen in den USA, wo schon über 20 Staffeln zu sehen waren. In Deutschland hat RTL dem ersten Bachelor 2003 seine Kandidatinnen zugeführt, die erste Bachelorette wurde 2004 verkuppelt. Im Frühjahr 2018 lief „Der Bachelor“ in der achten Staffel. Im Mai startet RTL nun das Spin-off „Bachelor in Paradise“.