Armeen im Griff der Konzerne Doku auf Arte: Outsourcing als Gefahr für die Demokratie

Von Tobias Sunderdiek

Über die Verquickungen von Militär und Wirtschaft geht es am Dienstagabend auf Arte. Foto: dpa/Arno BurgiÜber die Verquickungen von Militär und Wirtschaft geht es am Dienstagabend auf Arte. Foto: dpa/Arno Burgi

Osnabrück. Eine bedenkliche Entwicklung: Wird die Bundeswehr abhängig von Rüstungsfirmen und teuren privaten Dienstleistern?

Ist es eine der größten Gefahren für unsere Demokratie? Bereits 1961 warnte der Ex-General und ehemalige US-Präsident Dwight D. Eisenhower vor einem „militärisch-industriellen Komplex“. Sein Menetekel war anscheinend erfolglos. Längst werden in der US-Army Söldner für den Kriegseinsatz rekrutiert. In Afghanistan besitzt eine Rüstungsfirma die Hoheit über Aufklärungsdrohnen, die im Einsatz für die Bundeswehr stehen, in Paris wird gar das gesamte Verteidigungsministerium von einem Konsortium geführt, während in Sachsen-Anhalt die Bundeswehr Werbung für ein militärisches Modellstadt-Übungsgelände von Rheinmetall macht. Es soll an andere Nationen, etwa an Saudi-Arabien, verkauft werden. 

Mit meist überteuerten Dienstleistungen machen die Rüstungsfirmen  buchstäblich ein "Bombengeschäft". Dabei werden Kompetenzen ausgelagert, Abhängigkeiten geschaffen, sensible militärische Daten an Privatfirmen ausgelagert. Doch wie passt das zu einer parlamentarisch legitimierten Armee? Hat der „Staatsbürger in Uniform"  ausgemustert? Das Resümee dieser Reportage stimmt nachdenklich. Nicht weniger schockierend: der zweite Teil des Themenabends. In „Türsteher Europas“ geht es ab 21:45 Uhr um zweifelhafte Deals der EU mit Afrikas Diktatoren.  

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Arte, 12.6., 20:15 Uhr: „Armeen im Griff der Konzerne“