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Bachelor in Paradise 2018 Zu eklig für den „Bachelor“: Niklas und Johannes raus

Von Daniel Benedict


Berlin. Bachelor in Paradise 2018: Niklas und Johannes sind raus: Dem Wallenhorster und sein Rosenbruder stolpern über ihre besoffene Verbalerotik. Jörg geht, weil keiner im Paradies in mochte.

„Am interessantesten ist heute die Rose von …“, sagt Ela – und zählt dann beinahe alle Frauen auf. Recht hat sie; die vierte Folge von „Bachelor in Paradise“ ist die spannendste. Zwei Stunden lang zeigt RTL nichts anderes als scheiternde Dates. Die Männer trinken, die Frauen heulen, und alle finden sich unerträglich. Logisch, denn das sind sie ja auch. Nie war mehr Wirklichkeit im Reality-TV.

Rein und raus: Jörg kommt nur zum Blamiert-Werden

Schon der erste Neuzugang ist eine Freude: Jörg Petersen kündigt an, „voll auf Angriff“ zu gehen. Klingt aggressiv, ist aber weise. Mit Sympathien kann der 32-jährige nämlich nicht rechnen. Keiner mag ihn. Carina will nicht mal mit ihm reden: Sein Date mit Ela ist dann eine Meisterleistung der Montage: Er lobt ihre Haare, sie moniert seine ordinäre Ausdrucksweise. Sie findet ihn anstrengend; er redet sich in Hitze: „Mit Knochen spielen nur Hunde“, sagt er. „Ich brauch´ was zum Anpacken.“ Das gemeinsame Bad zeigt RTL danach aus der Unterwasserperspektive, zum Soundtrack von „Der weiße Hai“. Die beiden sind in der aktuellen Folge für das Product-Placement zuständig; aber trotz Batida de Coco bleibt Ela hart: „Ich kann ihm keine zweite Chance geben, weil ich mich so unwohl gefühlt habe“, sagt sie, als er das Date mit einem erhobenen Daumen bewertet. Haha! Wer hätte gedacht, dass in dieser tranigen Kandidatin so heftige Gefühle wohnen! Jörg ist nicht mehr zu sehen, bis er in der Nacht der Rosen wie erwartet gleich wieder rausfliegt. (RTL-Kuppler Florian Ambrosius: Wer ist dieser schöne Mann?)

Verbalerotischer Amoklauf: Niklas Schröder ist raus

Auch der Wallenhorster Niklas Schröder kommt nur für ein schnelles Besäufnis im Pool vorbei. In der letzten „Bachelorette“-Staffel – sie machte ihn als Finalist mit dem bösen Blick bekannt – hatte er nicht die Liebe von Jessica Paszka gewonnen, dafür aber die seiner Konkurrenten Sebastian und Johannes. Inzwischen vermarkten drei sich als „Rosenbrüder“ und kämpfen gemeinsam um Sendezeit: Nick benutzt Carina, um ein Zerwürfnis mit Sebastian herbeizuführen, das die Männer gekonnt eskalieren lassen. Die Strategie geht nur halb auf: Nick kriegt die erwünschte Aufmerksamkeit, in Form des sofortigen Exitus‘ aber auch die Rechnung für ekliges Auftreten. Zu Recht. Die besoffene Verbalerotik, in der die Rosenbrüder sich über „Captain Anus“ und „Mösen-Philipp“ beömmeln, legt den Romantik-Begriff von „Der Bachelor“ völlig neu aus. (Stalker-Kandidat? Im Interview erklärte „Bachelorette“-Star Niklas Schröder, wieso er missverstanden wurde)

In der falschen Woche ehrlich: Keine Rose für Johannes

Einen Rosenbruder kann Niklas gleich mitnehmen. Ehrlichkeit ist beim „Bachelor“ eine viel beschworene Kerntugend, aber Johannes („Ob ich mich unter den Achseln mal wieder rasieren soll? Ich fühle mich so wild.“) treibt es zu weit damit. Im klärenden Gespräch nennt er sein Dauerdate Svenja einen aufdringlichen „Schoß-Pudel“ – in einer Woche, an deren Ende sie die Rose vergibt. Und das nicht an Johannes. Es hat etwas Befriedigendes, dass damit zwei der drei beiden Brüder raus sind; wo es um die Faszination des Grauens geht, reißt ihr Abgang allerdings ein großes Loch in die „Bachelor“-Dramaturgie. Bauen wir darauf, dass Sebastian – ein Mann, der selbst bei großer Hitze im Date die Socken anlässt – die Form hält.

Und was macht Paul Janke?

Der Ur-Bachelor hält sich weiter im Hintergrund, bleibt aber eine der fesselndsten Figuren: Der Mann, der zum Synonym der Show geworden ist, erkennt sein Format nicht mehr. In nur sechs Jahren hat der Irrsinn von Celebrity-Karrieren sich so potenziert, dass Paul Janke inmitten seiner verhaltensauffälligen Nachahmer als würdevolle Erscheinung gelten muss. In einer der luzidesten Szenen der Rosenbruder-Folge zerbricht er sich über die Kernfrage den Kopf: Ist das noch der erwünschte Trash? Oder nur asozial? (Mit 50 ist Schluss: Ur-Bachelor Paul Janke im Exklusiv-Interview)

Bachelor in Paradise: Paul Janke ist zurück beim „Bachelor“. Foto: Foto: MG RTL D / Arya Shirazi

Die vierte Nacht der Rosen: Wer ist raus?

In der vierten Nacht der Rosen vergaben die Frauen von „Bachelor in Paradise“ die Rosen. So entschieden sich die Kandidatinnen:

  • Pam vergibt ihre Rose an Philipp,
  • Ela vergibt ihre Rose an Christian,
  • Evelyn vergibt ihre Rose an Domenico,
  • Svenja vergibt ihre Rose an Michi,
  • Viola vergibt ihre Rose an Paul,
  • Carina vergibt ihre Rose an Sebastian.

In der vierten Runde raus sind damit Johannes, Niklas und Jörg.

Der Bachelor live im Stream und als ganze Folge im Netz

Wer die RTL-Show „Der Bachelor“ live verpasst, kann sie nachträglich über „TV now“ abrufen, die senderübergreifende Mediathek der RTL-Gruppe. Etliche Shows werden hier zumindest während der aktuellen Staffel kostenlos bereitgestellt. Um die Sendung noch bei der Ausstrahlung im live im Stream zu sehen, ist ein kostenpflichtiges „TV now“-Abo nötig, über das alle Sender der Gruppe freigeschaltet werden, also auch Vox, RTL II oder Toggo plus. Die ersten 30 Tage des Abos sind kostenlos, danach beträgt der monatliche Preis 2,99 Euro. (Kandidaten, Regeln, Termine: Darum geht‘s beim „Bachelor in Paradise“)


„Der Bachelor“ und „Die Bachelorette“ sind Partnervermittlungsshows, die Liebe als grausamen Selektionsprozess definieren. Die geistesgeschichtlichen Wurzeln des Formats liegen im Sozialdarwinismus, die programmgeschichtlichen in den USA, wo schon über 20 Staffeln zu sehen waren. In Deutschland hat RTL dem ersten Bachelor 2003 seine Kandidatinnen zugeführt, die erste Bachelorette wurde 2004 verkuppelt. Im Frühjahr 2018 lief „Der Bachelor“ in der achten Staffel. Im Mai startet RTL nun das Spin-off „Bachelor in Paradise“.