Heute Abend im Arte-Programm Spannender Blick in die Zukunft: "Homo Digitalis – Wie lange sind wir noch Mensch?"

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Moderatorin Helen Fares fragt sich, wie lange wir – umgeben von Technik – noch Mensch sind. Foto: Kyrill Ahlvers/ArteModeratorin Helen Fares fragt sich, wie lange wir – umgeben von Technik – noch Mensch sind. Foto: Kyrill Ahlvers/Arte

Osnabrück. Der technische Fortschritt: Fluch oder Segen? Mit Moderatorin Helen Fares als Versuchskaninchen zeigen Christiane Miethge und Nils Otte in ihrer Dokumentation "Homo Digitalis – Wie lange sind wir noch Mensch?" am Dienstag, 29. Mai 2018, 22.10 Uhr bei Arte, den Stand der Forschung auf und welche Auswirkungen das auf uns als Menschen haben könnte.

Sind wir bald alle Hybriden aus Mensch und Maschine? Gibt es bald vielleicht mit dem "Homo Digitalis" eine neue Spezies? Gerade erst haben wir uns an das Smartphone gewöhnt, da folgt schon eine bahnbrechende technische Neuheit nach der anderen. Die Digitalisierung scheint unaufhaltsam voranzuschreiten.
Die Arte-Dokumentation "Homo Digitalis" gibt einen – wenn auch nur kleinen – Einblick in den aktuellen technischen Fortschritt und einen teilweise verstörenden Ausblick in die Zukunft. Virtuelle Avatare als Freunde: Auf den ersten Blick eine befremdliche Vorstellung, in Japan allerdings schon Alltag. Dort ersetzen künstliche Intelligenzen bereits Freundschaften und sogar Beziehungen – der erste Japaner habe bereits seine virtuelle Freundin geheiratet, heißt es. Wie wirkt sich das in Zukunft auf jegliche zwischenmenschlichen Beziehungen aus? Sind sogar Sexroboter eine Alternative? Auch diesem Bereich widmet sich die Dokumentation ausführlich. Vorstellungen, die alle zunächst erschreckend wirken.
Doch es wird auch deutlich: Technik muss nicht zwangsläufig etwas Schlechtes sein. So könnten soziale Roboter den Menschen ergänzen statt ersetzen, als Gesprächspartner dienen und beispielsweise Kinder beim Lernen helfen oder Autisten unterstützen. Oder ein Chip im Gehirn, der es gelähmten Menschen ermöglicht, durch Gehirnströme zu agieren. All das ist jedoch Chance und Risiko zugleich, das machen auch kritische Töne in der Dokumentation deutlich. Denn beginnt man plötzlich, Gott zu spielen, den Menschen weiterzuentwickeln, Gene per Computer zu programmieren und Erinnerungen zu manipulieren, bekommen die gezeigten Innovationen einen üblen Beigeschmack. 
Fragen über Fragen durchziehen die gesamte Dokumentation: Wie wird es später einmal sein? Vorhersagen kann das natürlich keiner. Trotz wiederholter nebensächlicher Exkurse jedoch ein lohnender Blick in die womöglich nicht allzu ferne Zukunft.


Wertung: Fünf von sechs Sternen

"Homo Digitalis – Wie lange sind wir noch Mensch?", Arte, Dienstag, 29. Mai 2018, 22.10 Uhr. 

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