Sie sind der Meinung, das war Spitze Zeitreise - Meilensteine der Fernsehgeschichte

Meine Nachrichten

Um das Thema Medien Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

„Licht aus, Spot an!“ – dieser Satz war sein Markenzeichen: Ilja Richter und seine Sendung „Disco“.„Licht aus, Spot an!“ – dieser Satz war sein Markenzeichen: Ilja Richter und seine Sendung „Disco“.

Papenburg. Heute geht vielleicht gerade noch das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft als Straßenfeger durch. Das war auch mal anders. Besonders die Anfänge des deutschen Fernsehens – bis in die 80er und 90er Jahre – waren geprägt von großer Samstagabend-Unterhaltung und legendären Showmastern. Zwischen Peter Frankenfeld und Thomas Gottschalk gab es viele Moderatoren, die durch unvergessene Programme geführt haben. Aber auch darüber hinaus gab es fabelhafte, fesselnde und spektakuläre Augenblicke in der deutschen Fernsehunterhaltung. Im vierten Teil der Zeitreise waren die EL-Nachbarn diesmal gefragt, ihre liebsten Sendungen aus fast 60 Jahren Fernsehunterhaltung zu präsentieren.

„Dalli, Dalli“ mit Hans Rosentahl, „Am laufendem Band“ mit Rudi Carrell, „Zum Blauen Bock“ mit Heinz Schenk oder „Einer wird gewinnen“ mit Hans-Joachim Kuhlenkampff – EL-Nachbar Heyo Strenge aus Papenburg erinnert direkt an eine ganze Reihe von erfolgreichen deutschen Fernsehshows und Bildschirm-Unterhaltern.

Gerhard Kreuter aus Papenburg denkt an den unvergesslichen „Onkel“ Lou van Burg: „Er war nicht der Beste, aber der spektakulärste zu seiner Zeit: Lou van Burg, der radebrechende Showmaster vom ‚Goldenen Schuss‘. Gefürchtet wegen seiner Kussattacken und erster gefeuerter Showmaster wegen außerehelichen Tätigkeiten. Das war’s für ‚Mister Wunnebar‘.“

Legendär waren sicherlich auch Peter Frankenfeld, Joachim Fuchsberger und Peter Alexander, die in verschiedenen Formaten den Samstagabend im heimischen Wohnzimmer maßgeblich gestalteten. Auch weitere Highlights, wie Wim Thoelkes „Großer Preis“ oder „Spiel ohne Grenzen“ mit Armin Dahl bescherten den Deutschen schöne Stunden vor der Flimmerkiste.

Doris Brauer aus Lingen erinnert an die Handpuppe „Hase Cäsar“. Der Hase mit seinem unverwechselbaren Markenzeichen „Biddeschööööön!“ präsentierte zwischen 1966 und 2004 im Gemeinschaftsprogramm der ARD verschiedene Formate, unter anderem „Der Hase Cäsar“, „Spaß muss sein“ und zum Schluss im Kinderkanal die „Klassiker des Kinderprogramms“.

Auf ein weiteres Kleinod der deutschen Fernsehunterhaltung weist Peter Stoffels aus Osnabrück hin. Alfred Tetzlaff, der nimmermüde Querulant vom Dienst, genial gespielt durch Heinz Schubert, der in der Fernsehserie „Ein Herz und eine Seele“ dem Bild des bundesdeutschen Spießers ein Gesicht gab.

Ein weiterer besonderer Straßenfeger war die Krimiserie „Stahlnetz“, die zwischen 1958 und 1968 als Vorläufer des heutigen „Tatort“ angeblich bis zu 92-Prozent-Einschaltquote erreicht haben soll. Nicht zu Unrecht weist Nachbarin Mrs. B. aus Osnabrück auf dieses Format hin.

Daneben darf – nicht nur für EL-Nachbarin Britta M. aus Lingen – die Augsburger Puppenkiste nicht fehlen. Ob „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“, „Kater Mikesch“ oder „Urmel aus dem Eis“ – die Fernsehproduktionen des Marionettentheaters sind seit 1953 fester Bestandteil deutscher Fernsehkultur.

Für K.G. aus Werlte waren die Serien „Fernfahrer“ und „Auf Achse“ sogar so einschneidende Erlebnisse, dass Sie seinen weiteren Lebensweg bestimmt haben. „Und dann kam die dumme Idee, den Job zu machen, und alles war anders im echten Leben“, bemerkt der EL-Nachbar süffisant.

Auch US-amerikanische Serien hielten in den 60ern Einzug ins deutsche Fernsehen. Zum Beispiel erinnern Marita Büter aus Sögel, Uwe Göbel aus Dörpen oder Anne Niehoff aus Wietmarschen an „Bonanza“, „Flipper“, „Fury“ oder „Mit Schirm, Charme und Melone“. Die Liste der Serien und wöchentlichen Pflichttermine ließe sich noch lange fortführen.

Musikalische Höhepunkte

Eine analoge Klappzahlenuhr, die bei null anfängt zu zählen, ein swingendes Orchester-Intro, eine Kamerafahrt über ein Beifall klatschendes Publikum und die berühmte Eröffnung: „Hier ist Berlin. Das Zweite Deutsche Fernsehen präsentiert Ihnen Ausgabe Nummer Eins der Hitparade. Am Mikrofon, Ihr Dieter Thomas Heck. Guten Abend!“ Verbeugung und Applaus. So beginnt eine der legendärsten Deutschen Fernsehsendungen der späten 60er Jahre. So mancher EL-Nachbar erinnert sich noch heute gerne an die Stil prägende Fernsehsendung. „Ich konnte alle Schlager mitsingen, noch heute kenne ich die meisten Lieder auswendig. Das war noch Fernsehen zum Mitmachen“, erklärt EL-Nachbarin Ingrid Heuwers aus Meppen. „Und keiner durfte bei der Sendung etwas sagen, da man die Lieder teilweise auf den Kassettenrekorder aufnahm“, erinnert sich EL-Nachbarin Adele W. aus Papenburg.

Aber nicht nur die ZDF-Hitparade zog die Massen vor den Fernseher. Mit seiner berühmten Begrüßung „Hallo Freunde“ und dem legendären „Licht aus - Spot an“ elektrisierte er das Studio- und Fernsehpublikum. Die Rede ist natürlich von Ilja Richter und der Sendung „Disco“. Von 1971 bis 82 empfing Richter internationale Musikgrößen und deutsche Schlagerstars. Die Sendung war auch für EL-Nachbar Arnold Lind aus Papenburg ein „Muss“.

Musikalisch folgte auf „Disco“ dann „Formel 1“ mit Peter Illmann. Ab 1984 präsentierte die Sendung aktuelle Videoclips aus den internationalen Charts im deutschen Fernsehen. Auch für Alexandra Wolters aus Geeste war die Sendung ein regelmäßiger Pflichttermin.

Zwar hatten – neben vielen Anderen – Ilja Richter oder Dieter Thomas Heck unverkennbare Floskeln, aber der wohl berühmteste Satz im deutschen Fernsehen stammt nicht aus einer Unterhaltungsshow. Denn seit 1952 tönt es täglich um 20 Uhr in Millionen von deutschen Wohnzimmern. Die Nachrichtensendung Nummer 1: „Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN