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Let's Dance 2018 Das sagt Christian Polanc auf die Llambi-Kritik an Iris

Von Daniel Benedict

"Let's Dance"-Profi Christian Polanc setzt sich für seine Tanzpartnerin Iris Mareike Steen ein. Auch wenn die erhobene Faust dabei wohl nicht ganz ernst zu nehmen ist. Foto: RTL, Stefan Gregorowius

Berlin. Vor dem "Let's Dance"-Comeback spricht Christian Polanc über Iris, Llambi und Kandidaten, die nur wegen der Gage tanzen.

Am Freitag, 18. Mai 2018, gibt es ein Wiedersehen mit Christian Polanc und Iris Mareike Steen: Obwohl sie schon ausgeschieden waren, geben sie als Ersatztänzer ihr "Let's Dance"-Comeback. Vorher spricht Polanc im Interview über den Konflikt mit Llambi und die innere Einstellung, die für Deutschlands beliebtetste Tanzshow nötig ist. 


(Warum sind Iris und Christian zurück bei "Let's Dance"? Zum Hintergrund)

Herr Polanc, Anfang der Woche kam die Nachricht, dass Sie als Ersatzpaar doch bei „Let’s Dance“ bleiben. Mussten Sie die Nächte durchproben, um verlorene Trainingstage aufzuholen?

Christian Polanc: Wir hatten schon am Samstag die Nachricht bekommen; am Freitagabend sah es für Bela ja schon schlecht aus. Es war also normal viel Zeit. Einziges Manko: Beim Training für die Teamtänze sind wir nur für die letzte halbe Stunde reingekommen.

Was für ein Arbeitspensum haben Sie während einer „Let’s Dance“-Staffel überhaupt? Als Choreograf und Trainer müsste es ja noch mehr sein als das der Promis.

Einen freien Tag gibt’s während „Let’s Dance“ nicht. Nach der Show am Freitag überlege ich mir schon am Samstag Choreografie und Inszenierung. Da muss man schon mal bis nachts um zwei oder drei im Hotelzimmer weitermachen; tagsüber kommen zum Training auch noch Dreharbeiten für Einspieler und Teamtänze.


Let's Dance 2018: Iris Mareike Steen und Christian Polanc auf der RTL-Bühne. Foto: RTL, Stefan Gregorowius


Und dann soll man am Freitag ein ausgeschlafenes Lächeln zeigen.

Der Freitag ist aber auch der entspannteste Tag, nur bis zur Show natürlich. Vorher kann man ausschlafen, weil es erst mittags mit der Generalprobe losgeht.

(TV-Stars im Gespräch: Lesen Sie hier, wie Bachelor Paul Janke über das Dschungelcamp und ein Karriere-Aus nachdenkt)

Auszuscheiden ist sicher schmerzhaft. Ist es auch eine finanzielle Einbuße oder zahlt RTL pauschal für die gesamte Staffel?

Es wird jedenfalls niemand seinen Tanzpartner schief angucken, weil er mit einem besseren Promi in der Show womöglich weiterkäme. So denkt hier keiner und so darf man auch nicht denken. Wer hier mitmacht, hat die Chance, sich mal anders zu präsentieren und vielleicht für ein paar Jahre einen schönen Job zu haben.

Welchen Wert hat diese Öffentlichkeit? Hätten Sie ohne RTL-Auftritte beispielsweise eine Fitness-App auf dem Markt bringen können?

Die Bekanntheit hilft sicherlich, das Ganze zu vermarkten. Aber ich habe vorher auch schon Geld verdient, auch ohne „Let’s Dance“. Natürlich ist die Show eine Hilfe; es ist in Deutschland eins unserer größten Show-Formate, eigentlich sogar international. Und es ist ein positives Format. Hier geht es nicht um Trash, hier wird wirklich gearbeitet. Die Leute müssen Leistung bringen, und 90 Prozent der Promis hängen sich wirklich rein.

(Polanc lustiger als Llambi: Ex-Juror Hull über "Let's Dance 2018")


In der achten Live-Show von "Let's Dance 2018" setzten Bela Klentze und Oana Nechiti sich knapp gegen Iris Mareike Steen und Christian Polanc durch. Wegen Klentzes Verletzung tritt nun aber doch das unterlegene Paar an. Foto: RTL, Stefan Gregorowius


Und wie wird „Let’s Dance“ in der Profi-Szene beurteilt? Bestaunt? Belächelt? Hat es sich geändert?

Am Anfang haben es sicher wirklich viele belächelt, nach dem Motto: Turniersport ist das einzig Wahre. Aber mit der Zeit gibt es schon immer mehr Profi-Paare, die auch gern mitmachen würden. Für mich ist das Schöne an dem Format, mit normalen Menschen zu tanzen. Auch wenn es Promis sind – für uns Tänzer sind es ja einfach Laien. Und es ist immer wieder toll zu beobachten, was Tanzen mit den Menschen macht, wie eine Liebe zur Bewegung und zur Musik erwacht. Das ist etwas, das gerade Turniertänzer leicht vergessen: Warum man irgendwann mal angefangen hat. Für mich ist das der Grund, immer noch dabei zu sein.



Als „Let’s Dance“ vor zwölf Jahren startete, gab’s ein Live-Orchester und Hape Kerkeling hat moderiert. Was sind für Sie die wichtigsten Veränderungen, was Ihre Highlights?

Es gab unglaublich viele Highlights. Die Abkehr von der Live-Musik war natürlich ein großer Schritt: Für die Zuverlässigkeit des Trainings ist es angenehmer, weil die Grundlage damit für uns alle, die wir in ganz Deutschland trainieren, einheitlich ist. Etwas Besonderes bleibt für mich die erste Staffel, die ich mit Susan Sideropoulos sogar gewinnen konnte. Der zweite Sieg mit Maite Kelly war auch großartig. Oder die letzte Staffel, wo ich mit Vanessa Mai Rekorde in Serie gebrochen habe und die meisten Punkte aller Zeiten geholt habe. Und vor allem habe ich mit all meinen Partnerinnen aber menschlich viele tolle Erfahrungen gemacht.

Eine Konstante der Show ist die Kostümbildnerin Katia Convents. Haben Sie einen ihrer Entwürfe behalten?

Wenn die Show vorüber ist, kann man sie vom RTL-Fundus kaufen. Ich habe das bislang aber noch nie gemacht; zumindest nichts Auffälliges, nur mal eine schwarze Tanzhose.

(Wo kann man ein "Let's Dance"-Kostüm kaufen: Katia Convents im Interview)

Die nächste Konstante der Show ist Joachim Llambi, mit dem Sie immer wieder aneinander geraten. Sehe ich das richtig?

Was heißt aneinander? Ich habe mich ihm gegenüber ja nie negativ geäußert. Andersherum hat es aber schon öfter mal eine meiner Partnerinnen erwischt. Und das in einer Weise, die ich nicht mehr als respektvoll empfunden habe. Da werde ich einfach sehr wütend, und da kann dann auch am Jury-Pult sitzen, wer will. Das weiß Herr Llambi, das wissen die Verantwortlichen von RTL. Ich glaube, bislang war ich eher zu zurückhaltend. Als Llambi Iris das Urteil einfach verweigert hat, hätte ich auch noch ganz anders reagieren können. Gesagt habe ich, und ich sage es wieder: Das ist einer Jury unwürdig.


Mit seiner scharfen Zunge ist Joachim Llambi zur Show-Konstante geworden: Seit der ersten Staffel bewertet er die Kandidaten - und das meist einen Tick schlechter als die anderen Juroren. Foto: RTL, Stefan Gregorowius


Wo ist denn Ihre Grenze des guten Geschmacks?

Ich verstehe die Härte, wo sich der Eindruck aufdrängt: Hier kommt nur einer in die Show, um ein bisschen Kohle abzugreifen. Wenn ein Promi erkennbar nicht trainiert und die Sache nicht ernst nimmt. Das ist für sich eine Respektlosigkeit gegenüber uns allen; und da muss dann auch das Jury-Urteil nicht allzu empfindlich sein. Für Iris Mareike Steen gilt das ganz sicher nicht: Die steht jeden Morgen um 5.30 Uhr auf, weil sie um sieben Uhr in Babelsberg in der Maske sitzen muss. Dann dreht sie bis abends und trainiert mit mir noch bis 23 Uhr. Wer die ganze Woche mit vier Stunden Schlaf auskommt, um bei „Let’s Dance“ Freude zu verbreiten, der verdient eine echtes Urteil der Jury. Llambi kann sagen, was er denkt, aber irgendwas sagen muss er. Wer sich, pardon, den Arsch aufreißt, kann das auch von allen anderen Gewerken der Show erwarten.





Michael Hull moniert in seiner „Let’s Dance“-Kolumne auf noz.de an Llambis Urteil mitunter fachliche Irrtümer. Haben Sie es schon erlebt, dass ein Jury-Urteil einfach falsch ist? Was tun sie dann?

Die Jury ist nun mal das Maß der Dinge. Und natürlich sehe ich im Tanz auch nicht jede Fußstellung meiner Partnerin. Das muss ich nach der Show erstmal selbst anschauen. Beim Takt ist es wieder etwas anderes: Da merke ich schon, ob Kritik gerechtfertigt ist. Letztendlich sind aber auch nur Juroren nur Menschen mit dem Recht, mal daneben zu liegen.

Vor drei Jahren ist Ihnen trotzdem einmal der Kragen geplatzt: Nach der Llambi-Kritik am Halbfinale mit Enissa Amani haben Sie bei Facebook geschrieben: „Ich weiß selbst sehr genau, was gut ist und was nicht gut ist! Dafür brauche ich keinen Llambi oder sonstige Wertungsrichter. Jeder kann denken, was er will! Ich muss mich nur selbst fragen, ob ich irgendwann für mich die Konsequenzen daraus ziehe.“ Warum sind Sie damals geblieben?

Weil ich die Sendung nicht für den Llambi mache. Aber in so einem Moment muss man sich erstmal Luft machen; das macht er dann ja auch. Ich bin lang genug im Geschäft, um einen Tanz genauso gut zu beurteilen wie die Jury. In diesem Halbfinale hat die Leistung nicht den Noten entsprochen, die Llambi gegeben hat. Es war, glaube ich, einmal eine vier, dann eine fünf – und weit, weit weniger als die Punkte seiner Kollegen. Das war eine zweifelhafte Diskrepanz, die uns möglicherweise das Finale gekostet hat. Aber gut, so ist das Spiel.

„Let’s Dance“ ist Fernsehen und kein Profi-Turnier. Wie unterscheiden sich die Jury-Urteile bei RTL von denen im Profisport?

Im Turniersport gibt es nur die Fakten, ein Kreuzchen für das Weiterkommen in die nächste Runde oder Platzziffer-Wertungen, sprich: Punkte. Da wird nicht gesprochen. Es sei denn, man kann sich hinterher selbst mal privat mit dem Wertungsrichter kurz schließen.

Diese Subjektivität des Urteils muss schwer auszuhalten sein in einer Welt, wo andere Sportprofis mit der Genauigkeit von Millisekunden bewertet werden.

Logisch. Aber in dem Moment, wo man sich für diese Sportart entscheidet, muss man das akzeptieren.

Ein Kritiker muss kein Künstler sein. Trotzdem die Frage: Haben Sie Llambi mal tanzen sehen?

Live getanzt hat er vor meiner aktiven Zeit. Aber ich kenne da natürlich Videos. Um die nächste Frage vorwegzunehmen: Es ist nicht an mir, seinen Tanz zu bewerten. Ich versuche, mir keine Gedanken zu machen, die keine Rolle spielen.


Alle Sender-Infos zu „Let‘s Dance 2018“ im Special auf rtl.de


Let's Dance 2018

Die RTL-Show „Let‘s Dance“ geht 2018 in die elfte Staffel. Für den Profi-Tänzer Christian Polanc ist es die zehnte. Seit dem zweiten Jahr der Show ist er dabei. Gleich beim Debüt holt der heute 40-Jährige mit Susan Sideropoulos den Sieg; ein zweites Mal gewinnt er mit der Kandidatin Maite Kelly. Als er in der achten Staffel nach einer harten Kritik von Joachim Llambi mit Enissa Amani das Halbfinale verpasst, denkt er auf Facebook öffentlich über den Ausstieg nach. In der aktuellen Staffel tanzt er mit GZSZ-Star Iris Mareike Steen. Nachdem das Paar schon ausgeschieden war, kehren beide als Ersatztänzer für den verletzten Bela Klentze wieder zurück zu "Let's Dance 2018".