TV-Programm am Mittwoch Unnahbar: Film „Spätwerk“ mit Henry Hübchen in der ARD

Von Christian Schubert

Schauspieler Henry Hübchen als Schriftsteller Paul Bacher im Film „Spätwerk: Kein Licht mehr im Tunnel“. Foto: SWR/Christiane PauschSchauspieler Henry Hübchen als Schriftsteller Paul Bacher im Film „Spätwerk: Kein Licht mehr im Tunnel“. Foto: SWR/Christiane Pausch

Osnabrück. Wege aus der Schreib- und Lebenskrise: Henry Hübchens resignierter Antiheld findet in „Spätwerk“ ein trügerisches Glück. Mittwoch, 16.05. um 20.15 Uhr in der ARD.

Paul Bacher (Henry Hübchen) ist Schriftsteller. Er war mal ein guter. Betonung auf ‚war‘. Die letzte Veröffentlichung liegt Jahre zurück. Und auf einer Lesereise zeigt sich der Endsechziger überaus lustlos, resigniert, ja zynisch. „Mein Interesse an mir selbst hat sich erschöpft“, sagt er einmal. Ein Mann in der Krise. Und dann überfährt Bacher mit dem Auto einen Anhalter. An diesem Punkt nimmt die Handlung dann eine unerwartete Wendung, die man aber nicht vorwegnehmen sollte.

„Spätwerk“ ist ein irgendwie unnahbarer Film, genauso wie seine Hauptfigur. Man weiß nicht so recht, woran man ist: Schriftstellerdrama? Kriminalgeschichte? Liebesfilm? Die ungeteilte Aufmerksamkeit jedenfalls gilt diesem ambivalenten Paul Bacher. Der ist nun wahrlich kein Sympath, gibt sich schroff und ablehnend. Positiv ausgedrückt: Er biedert sich nicht an. Man mag ihn nicht. Aber man respektiert ihn. Aus ihm wird aber auch im Verlauf des Films kein Held, sondern ein Mann, der auch im fortgeschrittenen Alter noch einmal zu Kräften findet. Aber das Glück ist trügerisch in diesem Film, der den Schaukelstuhl-Blick auf die späten Lebensjahre aufbricht und sie zeigt als eine Phase mit Chancen und Entscheidungen - seien sie nun richtig oder falsch.

Wertung: 4 von 6 Sternen

Spätwerk; 16.05.18; 20:15 Uhr, ARD


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