TV-Programm am Dienstag Starke 37°-Doku über Vergewaltigungsopfer

Von Frank Jürgens

Sie werden Opfern unbemerkt und heimlich in ihr Getränk gemischt: die gefürchteten und gefährlichen K.-o-Tropfen. Foto: ZDF/Tim FördererSie werden Opfern unbemerkt und heimlich in ihr Getränk gemischt: die gefürchteten und gefährlichen K.-o-Tropfen. Foto: ZDF/Tim Förderer

Osnabrück . Die ZDF-Doku „37°: K.o. getropft“ (Dienstag, 22.15) begleitet drei Vergewaltigungsopfer auf ihrem Weg zurück ins Leben.

Vergewaltigungsopfer, die unter dem Einfluss von K.o.-Tropfen missbraucht werden, sind doppelt gestraft. Da diese Substanzen neben einer Ohnmacht auch einen kompletten Filmriss hervorrufen und schon nach wenigen Stunden nicht mehr nachgewiesen werden können, ist der Beweis für solch ein ungeheuerliches Vergehen nur selten möglich. Die Opfer sind noch mehr verunsichert als andere Vergewaltigungsopfer, verzichten aus Angst vor öffentlicher Stigmatisierung auf eine Anzeige.

Drei Frauen gehen für Annette Heinrichs starke „37°“-Doku „K.o. Getropft – Leben nach dem Filmriss“ dennoch mutig an die Öffentlichkeit. Sensibel und zurückhaltend lässt sie ihre Protagonistinnen vor die Kamera treten und die traumatisierenden Folgen ihrer Vergewaltigungen mitteilen. Die Zuschauer spüren dabei, was es heißt, den Boden unter den Füßen und damit jegliches Grundvertrauen zu verlieren. Aber der Film macht auch Hoffnung, zeigt Fortschritte bei den Frauen auf dem Weg zurück in ein hoffentlich doch wieder halbwegs normales Leben. Helfen können das soziale Umfeld, der Partner oder auch eine Institution wie der Weiße Ring, für dessen Kampagne „Lass dich nicht k.-o-tropfen“ eine der Protagonistinnen nun aktiv tätig ist.