Marie ist DSDS-Superstar 2018 Bohlen und DSDS-Siegerin Marie – er hat uns alle ausgetrickst!

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Berlin. Die 16-jährige Marie Wegener ist der RTL-Superstar 2018 und geht als jüngste DSDS-Gewinnern in die Geschichte ein. Der Sieg der Favoritin überrascht nicht, der Siegersong von Dieter Bohlen schon.

„Amtsmüde“ nannte „bild.de“ Dieter Bohlen noch am Abend des DSDS-Finales. 15 Staffeln habe er auf dem Buckel, hieß es; wie lange macht er es noch? Man kann die Kollegen beruhigen: Bohlen ist noch der Alte; seine Top-Form beweist ausgerechnet der Sieg von Marie Wegener, der Kandidatin also, die eine Staffel lang alles zu widerlegen schien, wofür Bohlen steht.

(Wie hat das Publikum abgestimmt? Die Ergebnisse aller DSDS-Votings 2018 lesen Sie hier.)


Bohlens DSDS: Vulgäre Musik für verachtete Käufer

Das nie versiegende Genie des Pop-Titans besteht in seiner marktgängigen Menschenverachtung. Sie hält das ganze Format zusammen: In der Casting-Phase trifft sie die armen Würstchen, die bei RTL ins offene Messer rennen. Danach gilt sie den DSDS-Fans, die sich erst über die miesen Sänger beömmeln – und die besseren dann als überwürzte Rock-, Pop- und Schlagerklischees verschlingen. Wenn RTL Jahr um Jahr Paradiesvögel und knödelnde Italo-Barden feiert, bildet das ja vermutlich nicht Bohlens eigenen Kunstbegriff ab – sondern das, was er für den schlechten Geschmack seiner Kunden hält. Besser als jede Toilettentür: Die schmutzigen Witze von DSDS-Moderator Olli Geissen

Marie Wegener – der Widerspruch zu Bohlens Menschenbild

In Staffel 15 sah es wirklich so aus, als würde Bohlen die Kontrolle verlieren – und das wegen Marie. Die 16-Jährige hat die Dramaturgie der plumpen Reize konsequent unterlaufen. Intelligent, urban und in ihrem unprätentiösen Auftreten weit entfernt vom RTL-Budenzauber: Im Kosmos von DSDS hatte Maries mädchenhafte Schlichtheit Exotenstatus. Es war, als hätten Maske und Kostüm sich eine Auszeit genommen, um wenigsten diese Kandidatin nicht als Deko-Artikel zu behandeln, sondern wie eine kleine Schwester. Und das kam an. Bei Google wird über Wochen kein Finalist so oft gesucht wie Marie; bei Instagram hat sie schon vor dem Finale die meisten Follower. (Alle Zahlen zu Marie lesen Sie hier.) Ihr Sieg war keine Überraschung. Aber was nur, fragte man sich mit jeder Mottoshow mehr, macht Bohlen, wenn am Ende ein so angenehm normaler Mensch gewinnt? (Mit 50 ist Schluss: Ur-Bachelor Paul Janke im Exklusiv-Interview)

Dieter Bohlen und Marie: Er hat uns alle reingelegt

Die Antwort zeigt Bohlens wahre Größe. Er hatte sie nämlich schon bei Maries allererstem Auftritt gefunden. Beim Casting trat sie mit einem Song von Whitney Houston an. Die gesamte Jury beschwor seine Schwierigkeit in raunenden Worten; umso größer war der Jubel: „Wow!“, rief Ella Endlich. Mousse T. offenbarte sich als Fan. Und Bohlen? Der dachte da schon ans Publikum: „Gut gemacht, Marie. Alle Omas in Deutschland, die das gehört haben, werden sagen: Toll singt die.“ Und wie gut Marie danach auch Céline Dion sang, James Arthur oder Ariana Grande – mit Bohlens ersten Worten stand das Konzept. Jetzt hat er es umgesetzt: Von vier für die Finalisten komponierten Songs stammt nur Maries vom Meister: das Liebeslied „Königlich“ – mit dem Bohlen die jüngste DSDS-Siegerin aller Zeiten für Deutschlands Omas ansprechend verpackt. (Ein Gespenst am Jury-Pult: Die leeren Augen von Carolin Niemczyk)

Marie Wegeners „Königlich“: Vom Teenie zur Porzellanfigur

„Du bist königlich, mehr als nur ein Held für mich“, heißt es im späteren Siegersong – den RTL von Anfang an als Höhepunkt am Schluss platziert. „Du bist da, mir so nah.“ Das Liebeslied ist betont allgemein gehalten; Bohlen erklärt warum: „Passt zu jeder Hochzeit und zu jeder Liebeserklärung“, sagt er zufrieden. „Ich glaube, das läuft.“ Marie widmet die Nummer ihrer Mutter, die RTL nicht nur im Fan-Block filmt, sondern in Form von Schwarzweiß-Porträts auch noch aufs Bühnenbild projiziert. Davor ist Marie auf ein meterhohes Podest gestellt, das wie Abendkleid gestaltet ist. Von den Rippen abwärts zur Regungslosigkeit verdammt, sieht sie aus wie die Spieldosen-Version ihrer selbst. Eine volle Staffel lang durfte Marie bei „Deutschland sucht den Superstar“ ein hipper Teenie bleiben; zum Schluss denkt Bohlen aber ans Geschäft. Nächste Woche ist Muttertag. Marie ist das Geschenk. (Florian Ambrosius? Wer ist der Moderator beim RTL-Spin-off „Bachelor in Paradise“?)

DSDS 2018 – das waren die Finalisten: Michael Rauscher, Janina el Arguioui, die 16-jährige Siegerin Marie Wegener und Michel Truog. Foto: RTL, Stefan Gregorowius

Wer hat den DSDS-Sieg am meisten verdient? Lesen Sie hier die Porträts von

Wer sang was im DSDS-Finale 2018?

Jeder Kandidat trat im DSDS-Finale mit zwei Songs auf, mit der Cover-Version eines Hits sowie mit einem eigens komponierten Finalsong. Gemeinsam waren die Top 4 außerdem mit dem Gruppensong „Wake Me Up“ zu hören. Die Nummer zählt zu den Hits des Produzenten Avicii, der am 20. April gestorben ist. Hier die Finalsongs im Überblick:

  • Janina el Arguioui (30) singt „Ja“ von Silbermond und ihren eigenen Finalsong „Parachute“,
  • Marie Wegener (16)singt „Break Free“ von Ariana Grande (feat. Zedd) und ihren eigenen Finalsong „Königlich“,
  • Michael Rauscher (20) singt „Blame It On Me“ von George Ezra und seinen eigenen Finalsong „So wie wir war’n“,
  • Michel Truog (26) singt „Am seidenen Faden“ von Tim Bendzko und seinen eigenen Finalsong „Und sie rennt“.

(RTL-Kuppler Florian Ambrosius: Warum ist dieser Mann nicht selbst „Bachelor“?)

DSDS 2018: Live im Stream, ganze Folge, App-TV

Wer die Folge von DSDS 2018 verpasst, kann sie nachträglich über „TV now“ abrufen, die senderübergreifende Mediathek der RTL-Gruppe. Um die Sendung noch während der Ausstrahlung im Livestream zu sehen, ist ein kostenpflichtiges „TV now“-Abo nötig, über das alle Sender der Gruppe freigeschaltet werden, also etwa auch Vox, RTL II und Toggo plus.

Die ersten 30 Tage des Abos sind kostenlos, danach beträgt der monatliche Preis 2,99 Euro. Von „DSDS“ sind derzeit die Staffeln 7 bis 14 im kostenpflichtigen Bereich von „TV now“ abrufbar. (Wie erfolgreich ist die Show eigentlich noch? Alle Fakten zu DSDS 2018)


„Deutschland sucht den Superstar“ geht 2018 in die 15. Staffel. Nach dem Auftakt am Mittwoch, 3. Januar 2018, um 20.15 Uhr, läuft die Show immer samstags. Elf der nur noch 19 Episoden Staffel sind Casting-Zusammenschnitte. Live ist DSDS erst mit den Motto-Shows am Ende der Staffel. Beim Debüt war die Show mit Dieter Bohlen ein nationales Medienereignis: Das Finale, in dem Alexander Klaws 2003 zum ersten RTL-Superstar wurde, sahen 12,8 Millionen Zuschauer; die vorletzte Staffel interessierte im Schnitt noch 4,10 Millionen Zuschauer, die letzte fiel noch einmal um beinah eine halbe Million auf 3,64 Millionen Zuschauer.

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