Dreiteilige Miniserie auf Arte Mut zur Liebe: Lebensweg über drei Jahrzehnte

Von Tom Heise


Die dreiteilige französische Miniserie „Mut zur Liebe“ zeichnet sehenswert den Lebensweg eines homosexuellen Mannes über drei Jahrzehnte nach.

Arte scheint ein Faible Miniserien zu haben. Zum wiederholten Male zeigt der Sender einen Dreiteiler von jeweils 45 Minuten an einem Stück. Dies bedeutet für den Zuschauer zwar einen gewissen Zeitaufwand, der über normaler Spielfilmlänge liegt, dafür taucht der Betrachter aber auch völlig in die Geschichte ein und muss sich nicht nach etlichen Tagen wieder in Stoff und Figuren zurecht finden – ein klarer Vorteil der kompakten Sendeform.

Im Mittelpunkt der Serie steht Victor, dessen Geschichte über drei Jahrzehnte erzählt wird. Anfang der achtziger Jahre arbeitet der 17-Jährige auf dem Bau bei seinem Vater Charles. Dort entdeckt der junge Erwachsene seine Neigung zum eigenen Geschlecht – zum Unwillen seiner Eltern. Auf Druck seiner Umgebung versucht Victor seine sexuellen Neigungen zu leugnen und widmet sich seiner Freundin Aurélie. Aber nachdem er den älteren Serge kennengelernt hat, gibt es kein Zurück mehr…

Der aus Marokko stammenden Autor und Regisseur Philippe Faucon zeichnet in drei Folgen sehenswert den Weg eines Mannes nach, der um Anerkennung, Achtung und Akzeptanz kämpft. Dabei spielt die Zahl siebzehn eine wichtige Rolle: im ersten Teil ist Victor siebzehn, im zweiten ist er seit 17 Jahren mit Serge liiert und im dritten Teil ist Diego, der Adoptivsohn des Paares, ebenfalls siebzehn Jahre alt.

Mut zur Liebe

Donnerstag, 3. Mai 2018, ab 21.45 Uhr, Arte

(Vier von sechs Sternen)