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Heute Abend im ZDFinfo-Programm Starke TV-Dokumentation: Was Donald Trump der Umwelt antut

Von Joachim Schmitz


Das ZDF zeigt heute Abend in seinem Spartenkanal „info“ die äußerst sehenswerte Dokumentation „Trumps Klima-Krieg – Amerikas neue Umweltpolitik“. Ein Film, der sehr nachdenklich macht. Und einen Klimawandel in der US-amerikanischen Gesellschaft verdeutlicht.

Was in den Ohren der meisten Deutschen anachronistisch und irgendwie wahnsinnig klingt, ist in den USA Wirklichkeit geworden: Präsident Donald Trump macht alle möglichen Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels rückgängig. Diejenigen, die sein Vorgänger Barack Obama in die Wege geleitet hat, bezeichnet er als „Krieg gegen die Kohle“. Nun führt er selbst einen Krieg - gegen die Umwelt. Aber das sieht weder Trump noch ein erstaunlich großer Teil der Amerikaner so.

Der Film von James Jacoby ist ebenso interessant wie schockierend. Er zeigt, wie Trump den Minenarbeiter zur Symbolfigur seines Slogans „Make America great again“ gemacht hat. Wie er Kohlebaronen, Öl- und Gasunternehmen direkten Einfluss auf die Umweltpolitik gestattet.

Lobbyisten zahlen üppig

Er legt offen, dass 156 Kongressabgeordnete nach üppigen Zahlungen von Lobbyisten eine Verpflichtung unterschrieben haben, nichts gegen den Klimawandel zu unternehmen, das Kosten verursachen könnte. Und wie Trump mit Scott Pruitt eine Marionette der Energieindustrie zum Chef der Umweltschutzbehörde EPA machte. Der Pulitzer-Preisträger Eric Lipton von der „New York Times“ formuliert es so: „Trump macht Regulierte zu Regulierern.“ Wir würden sagen: Den Bock zum Gärtner.

Einseitigkeit kann man dem Film nicht vorwerfen – im Gegenteil: Es kommen mehr Trump-Befürworter zu Wort als Gegner. Und genau das ist es, was zumindest Menschen mit einem halbwegs ausgeprägten Umweltbewusstsein schockieren muss: Sie entlarven sich allesamt selbst und schämen sich nicht im Geringsten.

Sind Umweltschützer „Hurensöhne“?

Derweil macht der Gärtner seinen Job: In kürzester Zeit hat der neue EPA-Chef Pruitt zwei Dutzend unter Obama erlassene Vorschriften rückgängig gemacht oder zumindest verzögert. Einstige Mitarbeiter sehen die Arbeit von vielen Jahren in Trümmern. Ein Kohlebaron und Trump-Berater findet nichts dabei, Umweltschützer vor laufender Kamera als „Hurensöhne“ zu bezeichnen. Und alle zusammen feiern die Aufkündigung des Pariser Klimaschutzabkommens durch die Amerikaner. Die Energiewirtschaft hat sich auf ganzer Linie durchgesetzt und den Minenarbeiter auf zynische Weise zu ihrem Maskottchen gemacht.

Dem ZDF hätte es gut zu Gesicht gestanden, eine solche Dokumentation mal zur besten Sendezeit im Hauptprogramm auszustrahlen. Stattdessen wird das sonntägliche Herzkino in die Woche ausgerollt, weil man all die seichten Stoffe sonst gar nicht mehr im Programm unterbringen kann. Wäre schön, wenn der Zuschauer dies auch mal mit seiner Fernbedienung zum Ausdruck bringen würde. Aber das ist wohl mindestens so unwahrscheinlich wie die Möglichkeit, dass Donald Trump noch mal ein grüner Daumen wächst.

Trumps Klima-Krieg – Amerikas neue Umweltpolitik. ZDFinfo, Donnerstag, 12. April 2018, 20.15 Uhr.

Wertung: 6 von 6 Sternen