TV-Programm am Freitag Zum Lachen? ARD-Freitagsfilm „Opa wird Papa“ über engagierte Eltern

Von Susanne Haverkamp

Die Familie staunt: „Opa“ Anton (Ernst Stötzner) wird Papa. Foto: ARD Degeto/Oliver FeistDie Familie staunt: „Opa“ Anton (Ernst Stötzner) wird Papa. Foto: ARD Degeto/Oliver Feist

Egal ob 62 oder 32: überengagierte Frühförderungseltern sind gruselig. Das zeigt die Komödie „Opa wird Papa“ aus dem Berliner Chai-Latte-Milieu am Freitag, 6. April 2018 um 20.15 Uhr in der ARD. Unklar bleibt: Ist das nun zum Lachen oder zum Heulen?

62 ist doch kein Alter - findet der betriebsame Unternehmer Anton ( Ernst Stötzner). Gerade will er mit seiner zweiten Frau Johanna (Christina Große), einer 41-jährigen Architektin, eine alte Villa an einem Berliner See renovieren, da hat die eine Überraschung auf Lager: Sie ist schwanger. „Opa wird nochmal Papa“, teilt Anton seinen erwachsenen Kindern David (Andreas Guenther), der in seiner Firma mitarbeitet, und Marie (Leonie Parusel), die selber gerade schwanger ist, mit.

An Anton ist alles extrem: extrem bestimmend im Unternehmen, extrem engagiert als junger Vater. Und Berlin scheint das zu fördern. Jedenfalls sind Elterngespräche um Frühförderung, Krabbelanreize und zweisprachige Babysitter echte Realsatire. Vielleicht ist das sogar das eigentliche Thema des Films: Yuppie-Eltern zwischen Liebe und Wahnsinn.

Kreuzung aus Buggy und Rollator

Vieles an dem Film ist erwartbar. Ein paar witzigen Szenen gibt es auch – wie die traumhafte Kombination aus Buggy und Rollator; ein echter Kandidat für einer der vielen Erfinder-Shows. Und es gibt viel Erstaunen darüber, wie nicht mehr ganz junge Eltern aus verantwortlichen Berufen im Umgang mit Kindern gänzlich unorganisiert, naiv und frei von jedem Realismus dargestellt werden können. Ansichtssache dürfte nur sein, ob man darüber lachen oder doch besser umschalten soll.

Papa wird Opa: Am Freitag, 6. April 2018 um 20.15 im Ersten (Drei von sechs Sternen)