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Sonntagabend im ARD-Programm Tatort am Ostersonntag aus Münster: „Ein Fuß kommt selten allein“

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Der Tatort am Ostersonntag kommt aus Münster und ist eine Wiederholung. Die Folge „Ein Fuß kommt selten allein“ wurde am 8. Mai 2016 zum ersten Mal ausgestrahlt und lockte damals 12,69 Millionen Zuschauer vor die Fernseher. Dabei haben Axel Prahl und Jan Josef Liefers schon erheblich besser ausgesehen.

Der Krimi sei „überwiegend albern, selten wirklich witzig und überhaupt nicht spannend,“ hieß es damals in unserer Kritik. Alberich bekommt einen Verdienstorden, Boerne ist neidisch, will auch so ein Ding. Die Staatsanwältin verspricht ihm, ihre Beziehungen spielen zu lassen, aber nur, wenn er als Gegenleistung mit ihr einen Tangokurs absolviert. Derweil wird im Wolbecker Wald die skelettierte Leiche einer Frau gefunden, deren Fußabnormalitäten darauf hindeuten, dass sie Tänzerin war – natürlich in jenem Verein, in dem Boerne und die Staatsanwältin ihren Kurs machen und dessen beste Tänzer mit teils blutigen Füßen für den Aufstieg in die Bundesliga trainieren. Durchgeknallt? Ja. An den Haaren herbeigezogen? Total. Witzig? Leider nein. (So war der letzte Münster-Tatort „Gott ist auch nur ein Mensch“)

Unappetitlicher Fund

Es ist Münster wie es tanzt und lacht. Der „Tatort“ mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers will schon lange kein Krimi mehr sein, weil er als Komödie viel erfolgreicher ist. Und so haben Stefan Cantz und Jan Hinter als Erfinder dieses Formats mal wieder ein absurdes Drehbuch geschrieben. Dass Regisseur Thomas Jauch immer schon mal einen Tanzfilm drehen wollte, passt – und so inszeniert er Boerne als den „Fred Astaire von Münster“. Bis „Vaddern Thiel“, dem diesmal der Sinn nicht nach Joints, sondern halluzinogenen Pilzen steht, im Wald einen unappetitlichen Fund macht.

Es ist ein männlicher Fuß, den „Vaddern“ da aus dem Unterholz kramt und mit Kennerblick auf Schuhgröße 43 taxiert. Was wir bislang nämlich nicht wussten: Der Mann ist Experte, weil er in den Achtzigern mal eine Fußreflexzonenmassage-Praxis in Wuppertal betrieb.

Langes Warten

Bis zum ersten guten Boerne-Spruch („Alles was Sie brauchen, spricht gerade zu Ihnen“) vergehen geschlagene 18 Minuten – und es nicht so, dass danach trotz aller Bemühungen die guten Gags wie ein Feuerwerk auf das Publikum einprasseln. Selbst den Autoren war ihr Werk offenbar nicht ganz geheuer – hätten Sie sonst in einer Szene ihren Kommissar Thiel (Axel Prahl) „Geht’s vielleicht auch mit ein bisschen weniger Klamauk?“ sagen lassen?

Und dennoch: Das Durchhalten lohnt sich, wenigstens ein bisschen. Die beste Szene des Films ist die letzte. Und die gehört natürlich Boerne und seinem wunderbaren Darsteller Jan Josef Liefers. (Mit diesem Tatort knackte Münster seinen eigenen Quotenrekord)

Tatort: Ein Fuß kommt selten allein – ARD, Ostersonntag, 1. April 2018, 20.15 Uhr

Wertung: 3 von 6 Sternen


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