Ostern im TV-Programm Informativ: Christliche Dokus im ZDF und auf Arte

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Was wissen wir über die letzten Tage Jesu? Schauspieler und ehemalige Theologiestudent Hugh Bonneville in einem Grab aus dem ersten Jahrhundert nach Christus in der Nähe von Jerusalem Foto: Arte/Kieran SlyneWas wissen wir über die letzten Tage Jesu? Schauspieler und ehemalige Theologiestudent Hugh Bonneville in einem Grab aus dem ersten Jahrhundert nach Christus in der Nähe von Jerusalem Foto: Arte/Kieran Slyne

Osnabrück Was wird Ostern eigentlich gefeiert? Das TV-Programm bietet Wissenswertes über den christlichen Hintergrund von Ostern. Etwa „Die letzten Tage Jesu“ am Ostersamstag bei Arte und Petra Gersters „10 Fakten zum Christentum“ am Ostermontag im ZDF.

So viel vorab: In den Programmen der privaten Fernsehsender sieht man nicht, dass Ostern ist. Deutschland sucht den Superstar, Fluch der Karibik, Fuck Ju Göthe oder Das perfekte Dschungel-Dinner – Fernsehen für Ostermuffel.

Die öffentlich-rechtlichen Sender stehen da anders in der Pflicht. Pflicht, weil es in den Rundfunkstaatsverträgen geregelt ist, den Kirchen Sendezeiten einzuräumen, besonders an Sonn- und Feiertagen. Das heißt für die ARD: Gestern, am Karfreitag, wurde ein evangelischer Gottesdienst live übertragen; morgen, am Ostersonntag, ist die katholische Kirche dran: Knapp zweieinhalb Stunden dauern die Übertragung der Ostermesse aus Rom und der anschließende päpstliche Segen „Urbi et Orbi“. Das ZDF ist am Ostersonntagvormittag ebenfalls mit einem Gottesdienst dabei: ein evangelischer aus Detmold.

Petra Gerster präsentiert Fakten zum Christentum

Aber gibt es auch die Kür? Programme also, die nicht verpflichtend sind, aber zur christlichen Botschaft des Osterfestes passen? Da gibt es wenige, aber es gibt sie. Und sie sind vor allem informativ für diejenigen, die nicht so viel über Ostern und den Glauben wissen.

Das ZDF schickt wie schon häufiger an Feiertagen Petra Gerster ins Rennen. Schon seit einigen Jahren präsentiert die Moderatorin, die vor allem durch die „heute“-Sendung bekannt ist, Dokumentationen mit christlichen Inhalten. Eine Nähe zum Thema hat sie: „Religion und Kirche waren immer Gesprächsthema im Hause Gerster – schon deshalb, weil es überzeugte Protestanten mütterlicherseits und eine sehr katholische Seite väterlicherseits gab“, sagte sie einmal in einem Interview mit der „Westfalenpost“. Und auch ihr Ehemann, der Autor Christian Nürnberger, schreibt häufiger über kirchliche Themen und Personen.

Die Dokumentation „10 Fakten zum Christentum“ (Ostermontag, 18.15 Uhr) richtet sich dabei weniger an eingefleischte Christen; vielmehr präsentiert Gerster in knapper Form Dinge, „die jeder, egal ob er dem christlichen, einem anderen oder gar keinen Glauben angehört, über das Christentum wissen sollte“. Bildungsfernsehen, wenn man so will. Um mitreden zu können, wenn man selbst eigentlich keine Ahnung vom Thema hat.

Christentum für Neueinsteiger und Interessierte

Und so gibt es in 45 Minuten einen Durchmarsch durch den christlichen Glauben. Lexikalisch ist er aufgebaut und gestaltet durch Bilder und Interviews aus Rom und Jerusalem – und durch Ausschnitte aus Bibelfilmen. Jesus, Kreuz Auferstehung, Bibel, Dreifaltigkeit sind fünf der zehn Fakten, die man wissen sollte. Wobei der Begriff „Fakten“ ungenau ist. Denn dass Jesus gelebt hat, mag ein Fakt sein; beim Stichwort „Auferstehung“ ist man dann schon beim Glauben. Fazit: Das Wichtigste zum Christentum in 45 Minuten ist ein ambitioniertes Projekt, das an manchen Stellen erwartbar scheitern muss; sehenswert ist der Film vor allem für christliche Einsteiger und religiös interessierte Nichtchristen.

Was geschah wirklich in Jerusalem?

Anders geht es Arte an: Der Kultursender zeigt am Ostersamstag um 20.15 Uhr eine französisch-irische Produktion mit dem Titel „ Die letzten Tage Jesu “. Auch dieser Film schickt einen Promi auf die Reise nach Jerusalem: Durch die Sendung führt Hugh Bonneville, als Schauspieler besonders in Großbritannien bestens bekannt aus „ Downton Abbey „ und den „ Paddington “-Filmen. Er präsentiert den Film weniger journalistisch-neutral als Petra Gerster, sondern outet sich als ehemaliger Theologiestudent, der seine wichtigsten damaligen Lehrbücher im Gepäck hat.

Dennoch ist der Film eine Dokumentation, kein Bekenntnis. Es geht recht detailliert um das, was man über die letzten Tage im Leben Jesu historisch weiß: um seinen Prozess, die Gründe für seine Verurteilung, die handelnden Personen. Das ist vor allem für diejenigen sehenswert, die sich grundsätzlich für die Person Jesu interessieren – egal ob gläubig oder nicht. Handwerklich ist der Film besser und aufwendiger gemacht als der ZDF-Film. Sie steht fast schon in der Tradition der gut gemachten modernen BBC-Dokumentationen.

 


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